Die Dampflok ist die Attraktion

Herr Leistenschneider, Sie blicken nun auf 30 Jahre Museums-Eisenbahn-Club Losheim zurück. Was waren für Sie die Höhepunkte in dieser Zeit?Günther Leistenschneider: Dazu gehören auf jeden Fall der Erhalt der beiden Dampflokomotiven von Saarberg und die Umstellung auf zweigleisige Reisezugwagen aus den Jahren zwischen 1921 und 1930

Herr Leistenschneider, Sie blicken nun auf 30 Jahre Museums-Eisenbahn-Club Losheim zurück. Was waren für Sie die Höhepunkte in dieser Zeit?Günther Leistenschneider: Dazu gehören auf jeden Fall der Erhalt der beiden Dampflokomotiven von Saarberg und die Umstellung auf zweigleisige Reisezugwagen aus den Jahren zwischen 1921 und 1930. Auch das 100-jährige Bestehen der Bahnsteige Merzig-Losheim war ein Highlight. Und natürlich die vielen Gastloks, die bei uns von außerhalb gefahren sind.

Können Sie auch Tiefpunkte ausmachen?

Leistenschneider: Ganz klar. Der Brand des ehemaligen MBE-Wagens durch Brandstiftung. (Der Personenwagen aus dem Jahr 1993 ist im März dieses Jahres zusammen mit einem Gepäckwagen aus dem Jahr 1923 vollständig zerstört worden, Anm. d. Red.). Dadurch entstand ein Schaden von 65 000 Euro. Das war der absolute Tiefpunkt.

Welche Baustellen gehen Sie im Verein als nächstes an?

Leistenschneider: Wir wollen die Dampflok Losheim, die ehemalige Saarberg 34, aufarbeiten. Sie braucht unter anderem eine neue Feuerbüchse für zirka 35 000 Euro. Im Frühjahr 2013 wollen wir sie wieder in Betrieb nehmen.

Was sind die Gründe dafür, dass die Museumsbahn derartig beliebt ist? Warum kommen immer so viele Leute?

Leistenschneider: Die Leute kommen hauptsächlich wegen der Dampflokomotive. Die ist einfach etwas Besonderes und macht die Nostalgie aus. Mit einer Diesellok hat man da nicht so viel Zuspruch. Die Dampflok ist zwar viel teurer, aber die Leute kommen. Außerdem ist die Strecke landschaftlich sehr schön.

Was kostet der Betrieb einer Dampflokomotive?

Leistenschneider: Pro Fahrttag verbrauchen wir rund 2,5 Tonnen Kohle und 10 000 Liter Wasser. Deshalb wird das so teuer. Der Betrieb der Dampflok kostet jeden Tag um die 1000 Euro. Dazu kommt noch die Wartung durch eine Fachwerkstatt.

Was macht die Arbeit im Verein aus? Ist das für viele wie eine große Modelleisenbahn?

Leistenscheider: Das glaube ich nicht. Viele haben auch ihre eigene Modelleisenbahn zuhause. Wir haben ja im Bahnhof Losheim auch eine Modellanlage stehen. Ich denke, viele sind aus Spaß an der Dampflokomotive dabei. Dazu gehören auch einige ehemalige Eisenbahner.

Was sind generell die größten Herausforderungen?

Leistenschneider: Die Herausforderung besteht darin, jeden Tag einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Vor allem logistisch ist das eine Herausforderung. An jedem Fahrtag sind bei uns 25 ehrenamtliche Mitglieder im Einsatz.

Sind auch junge Leute engagiert?

Leistenschneider: Wir haben momentan vier bis fünf Jugendliche, die an die Arbeit mit den Lokomotiven herangeführt werden. Wir sind auch befähigt, die Jugendlichen zum Heizer oder Lokführer auszubilden. Sie können alle Berufe erlernen, die zum Führen einer Dampflok befähigen.Foto: fs/Archiv

Auf Einen Blick

Zwei hintereinander gespannte Dampfloks waren im August 1999 zwischen Bachem und Losheim im Einsatz. Foto: G. Dollwet.

Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer beginnen die Zugfahrten an diesem Samstag um zwölf Uhr mit dem Postsonderzug auf dem Bahnhof Losheim. Der Fotosonderzug startet um 15 Uhr. Auf der 16 Kilometer langen Strecke zwischen Merzig, Losheim und Wahlen haben die Fahrgäste die Möglichkeit, an geeigneten Stellen Fotos zu machen. Am Sonntag startet der erste Zug um elf Uhr. Zum Einsatz kommen eine Diesel-Gastlokomotive aus der Baureihe V 100 Altrot und die Dampflokomotive "Merzig" aus dem Jahr 1937. Die Fahrten dauern zwei Stunden. jan