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„Der vorzeitige Klassenverbleib ist greifbar“

Merzigs Julius Rost setzt hier gegen Saulheim zum Sprungwurf an. Insgesamt traf Rost beim 28:27-Heimsieg vier Mal. Foto: Horst Klos
Merzigs Julius Rost setzt hier gegen Saulheim zum Sprungwurf an. Insgesamt traf Rost beim 28:27-Heimsieg vier Mal. Foto: Horst Klos FOTO: Horst Klos
Merzig. Die Handballer des HSV Merzig-Hilbringen haben am Samstag ihre Heimspielstärke diese Saison erneut unter Beweis gestellt. Mit dem 29:28-Sieg gegen Saulheim beglichen die Wölfe eine offene Rechnung und näherten sich ihrem großen Saisonziel Klassenverbleib mit Riesenschritten. Roland Schmidt

Revanche geglückt: Fast fünf Monate nach ihrer bittersten Saison-Klatsche haben die RPS-Oberliga-Handballer des HSV Merzig-Hilbringen am Samstag das Rückspiel gegen die SG Saulheim mit 29:28 (14:14) gewonnen und in der Thielspark-Halle vor 300 Zuschauern eine offene Rechnung beglichen. Einen Kantersieg mit 14 Toren Differenz wie beim 18:32-Vorrunden-Debakel schafften die Gastgeber zwar nicht, doch das juckte Peter Laux recht wenig. "Wir hatten in der Schlussphase klar geführt und hätten das Ding cleverer zu Ende spielen müssen. Aber egal - Hauptsache gewonnen", stellte der HSV-Kapitän nach dem Abpfiff erleichtert fest.

Nach offenem Schlagabtausch hatte sich Merzig in der 55. Minute auf 29:25 abgesetzt und bereits wie der sichere Sieger ausgesehen. Zu früh gefreut. Wie Ende der ersten Halbzeit habe es auf dem Feld zu viel "Hick-Hack" gegeben, sagte Laux. Die Gäste seien auf ein Tor herangekommen. Und sein Team daran nicht unschuldig gewesen, ergänzte er. "Wir haben zu oft und zu überhastet geworfen und gute Chancen vergeben", resümierte der Spielführer selbstkritisch. Und sein Trainer stimmte zu.

Mit dem Auftakt war Trainer Marcus Simowski noch zufrieden gewesen. Obwohl mit Lucian Scheid, Laszlo Kincses, Lars Pfiffer und Christian Jung vier Leistungsträger krank oder verletzt fehlten, ging sein Team mit 5:1 in Führung. Zur Pause stand es 14:14. "Wir sind genial gestartet. Die Jungs hätten wegziehen können, aber dann wollten sie zu viel und waren im Angriff unkonzentriert", kritisierte Simowski die hausgemachte Nervosität. Zusätzliches Problem: Ab der 15. Minute nahm Saulheim Merzigs Torjäger Tom Kraucevicius in Manndeckung. Im Rückraum fehlten nun die Alternativen. "Norbert Petö hätte mal eine Pause gebraucht", fand Simowski.

Pausenlos torgefährlich präsentierte sich dagegen Marius Merziger, der sieben Bälle im Gäste-Netz zappeln ließ. "Er hat uns mit seinen Treffern im Spiel gehalten. Tom Paetow war aus dem Rückraum erfolgreich und hat auf Mitte klug Regie geführt", zollte Simowski seinen Torjägern ein Sonderlob.

Nach der Pause häuften sich aber die Fehlpässe und Fehlwürfe. Saulheim nutzte diese Schwächephase und warf sich mit 17:15 in Führung. Dann war Merzig wieder am Drücker. Die Wölfe erholten sich rechtzeitig, konterten, glichen aus und zogen vorbei: 24:21, 27:24, 29:25. "Es ist dann wieder unnötig eng geworden, weil meinen Spielern die Geduld gefehlt hat. Man kann die Tore eben nicht erzwingen", resümierte der HSV-Trainer nicht unzufrieden.

Nach 18 von 30 Begegnungen belegt seine Mannschaft in der Tabelle Rang aktuell sechs und verbucht 22 Punkte auf der Habenseite. So viele Zähler wie in der gesamten Vorsaison. Marcus Simowski: "Wir haben heute auf dem Weg zu unserem Ziel einen großen Schritt gemacht. Der vorzeitige Klassenverbleib ist greifbar."

Tore HSV Merzig-Hilbringen: Marius Merziger 7, Tom Paetow 6, David Pfiffer 4/3, Julius Rost 4, Norbert Petö 3, Sebastian Klein 2, Tomas Kraucevicius 2, Peter Laux 1.