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BI fordert Umgehung
„Der Lückenschluss bringt den Anschluss an die A8“

Ulrich Kieborz
Ulrich Kieborz FOTO: SZ / Kieborz
Merzig. Bürgerinitiative Nordsaarlandstraße sieht Hofffnung für Umgehung und fordert Kreisel für „Kleinen Potsdamer Platz“. red

Die „Bürgerinitiative Nordsaarlandstraße JETZT!!!“ (BI) wittert Morgenluft: „Das jahrelange Bohren dicker Bretter hat sich möglicherweise gelohnt“, sagt BI-Sprecher Ulrich Kieborz. Für ihn ein Indiz: „Verkehrsministerin Anke Rehlinger hat jüngst eine erneute Prüfung einer Trasse für das entscheidende Teilstück zur endgültigen Anbindung der Nordsaarlandstraße an die A8 zugesagt. Dieser Lückenschluss verbindet die Ortsumgehung Besseringen (B51) und die L 158, die Vergissmeinnichtstraße, und ist somit auch angeschlossen an das Gewerbegebiet „Auf der Haardt“.


Dieser jetzt aktuelle Vorschlag wurde allerdings nach Worten von Kieborz von der Stadt Merzig durch Bürgermeister Markus Hoffeld und den Ersten Beigeordneten Dieter Ernst bereits im Frühjahr 2017 in einem Brief an die damalige Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und ihre Verkehrsministerin Anke Rehlinger dargestellt. „Weit über ein Jahr reagierte weder Saarbrücken noch äußerten sich die hiesigen Politiker zu dem sehr ausführlichen Vorschlag der Merziger Rathausspitze“, zieht er Bilanz. Eine Frage, die ihm unter den Nägeln brennt: „Warum wurde dieser Vorschlag als wahrscheinlich letzte Alternative für eine Anbindung der Nordsaarlandstraße an die A8 nicht schon früher, spätestens aber unmittelbar nach dem letzten Vorschlag der Stadt Merzig vor eineinhalb Jahren aufgenommen und umgesetzt?“

Die Bürgerinitiative forderte nach Darstellung des BI-Sprechers am 28 Mai diesen Jahres in einem Brief an den neuen Ministerpräsidenten Hans und seine Ministerin, sofort eine Machbarkeitsuntersuchung auf Grundlage dieses Vorschlages zu veranlassen, endlich tätig zu werden und den „Hilferuf“ der Stadt Merzig zu hören. „Auch uns gegenüber herrscht bis heute Stillschweigen aus Saarbrücken“, sagt er.



Jetzt sei es umso erfreulicher, dass dieser Vorschlag einer Entlastungsstraße vom Ortseingang Mettlach zur Haardt, der sogenannte Mookenweg, als spontane Idee der Ministerin den Bürgermeistern und betroffenen Kommunalpolitikern in Saarbrücken vorgestellt werden konnte. Dazu habe Anke Rehlinger eine „umfangreiche Verkehrsuntersuchung“ angekündigt. Für Ulrich Kieborz bemerkenswert: „Eine große Zahl der nach Saarbrücken Eingeladenen, inklusive Ministerin, sind (Alt)-Mitglieder unserer „Bürgerinitiative Nordsaarlandstraße JETZT!!!““.

Die Nordumfahrung Merzig hat nach seiner Auffassung höchste Priorität. „Deshalb fordern wir erneut dringend auf Basis des Merziger Vorschlages die technische Machbarkeit sehr zeitnah zu überprüfen, damit wir nicht bis zum Herbst 2019, wenn die angekündigte Verkehrsuntersuchung fertig sein soll, einem Phantom nachjagen.“

Verkehrsprognosen der Bundesregierung in Sachen Güterverkehr auf der Straße sagen laut Kieborz 38 Prozent Tonnen-Kilometer mehr bis zum Jahr 2030 voraus. Für ihn die logische Konsequenz: „Dieser Zuwachs geht kaum spurlos am Kreis Merzig-Wadern vorbei. Wir wissen alle, ohne sofortige infrastrukturelle Verkehrsmaßnahmen wird Merzig weiter im Stau stehen und der Hochwald in seiner Wirtschaftskraft eingeschränkt bleiben.“

Und noch ein Anliegen sind ihm und seinen Mitstreitern immens wichtig, wie er sagt: „Außerdem drängen wir darauf, dass der Verkehrsknotenpunkt „Kleiner Potsdamer Platz“ (L158/L 374) endlich zügig zu einem Kreisverkehrsplatz umgestaltet wird; und zwar so, dass der Verkehr auf der L158 aus Richtung Losheimer Stausee kommend geradeaus über die Vergissmeinnichtstraße mit Anbindung an die Ortsumfahrung Besseringen Richtung A8 geleitet wird.“