| 20:36 Uhr

Triathlon
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Leni Tesche steuert zielsicher auf ihr Rad zu – und geht gleich als Führende auf die zweite Teilstrecke. Die Tochter von Ex-Olympia-Teilnehmerin Joelle Franzmann gewann bei den Schülerinnen D (Jahrgang 2011/12).
Leni Tesche steuert zielsicher auf ihr Rad zu – und geht gleich als Führende auf die zweite Teilstrecke. Die Tochter von Ex-Olympia-Teilnehmerin Joelle Franzmann gewann bei den Schülerinnen D (Jahrgang 2011/12). FOTO: Ruppenthal
Merzig. Beim 26. Merziger Schüler-Triathlon konnten sich die Veranstalter über deutlich gestiegene Starterzahlen freuen. Bei den Schülerinnen D siegte die Tochter einer Ex-Weltklasse-Triathletin. Von Rolf Ruppenthal

Auf die Plätze – fertig – los: 26. Schüler-Triathlon in Merzig: Es ist Sonntag kurz nach zehn. 18 Jungen und Mädchen, gerade einmal sechs und sieben Jahre alt, stürzen sich im Merziger „Bad“ ins Wasser und schwimmen, was das Zeug hergibt. Leni Tesche aus St. Ingbert ist die Schnellste, kommt schon mit einem beachtlichen Vorsprung in die Wechselzone, steuert zielstrebig ihr Rad an, streift sich Helm und Schuhe über und läuft die kurze Strecke bis zum Startpunkt. Dort schwingt sie sich in den Sattel und strampelt los.


Schnell hat sie nach den 25 Metern Schwimmen auch die 700 Meter Radfahren hinter sich gebracht, wechselt mit deutlichem Vorsprung auf die Laufstrecke. Draußen hinter dem Flatterband neben der Strecke „steppt der Bär“. Freunde und Eltern feuern die kleinen Akteure an, was die Lungen hergeben. Unbeirrt rennt Leni los, noch 200 Meter bis zum Sieg: Mit einem Lächeln durchquert sie das Ziel, wo schon eine freudestrahlende Mama wartet. Noch bevor diese sie auf den Arm nehmen kann, erhält Leni ihre Medaille, schnappt sich dann einen Becher Wasser – und lässt sich schließlich von der stolzen Mama feiern. Die ist niemand Geringeres als die frühere Weltklasse-Triathletin Joelle Tesche. Unter ihrem Mädchennamen Franzmann startete sie im Jahr 2000 als eine von zwei Deutschen bei den Olympischen Spielen in Sydney, erreichte bei den Weltmeisterschaften 2003 und 2004 die Plätze fünf und vier – und wurde 2006 Weltcup-Zweite.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Leni hat ihren Lauf, den ersten von insgesamt zwölf Wettbewerben, an diesem Tag gewonnen. „Ich freu mich“, sagt die strahlende Siegerin und schmiegt sich an die nicht minder strahlende Mama. Die ist mit dem früheren Badminton-Nationalspieler Joachim Tesche verheiratet und stolze Mama von zwei Töchtern.



 Leni siegte übrigens vor Ella Will aus Oppen und Lieselotte Eiden aus Neunkirchen. Bei den Jungs macht bei den Schülern D Finn Tilmont (von den LTF Theeltal) das Rennen – knapp vor Leo Selzer aus Oppen und Luca Erbel von der Kreuzbergschule Merzig.

 Weitere zehn Wettbewerbe folgen Schlag auf Schlag – in aufsteigender Folge in den verschiedensten Altersklassen. Entsprechend länger werden auch die Distanzen. So ganz nebenbei werden dabei auch die Merziger Stadtmeister ermittelt und auch ein Super-Cross-Sprint stand auf dem Programm, eine Art „Schnupperwettbewerb“, an dem auch Erwachsene teilnehmen durften. Insgesamt waren mehr als 300 Akteure am Start – deutlich mehr als im vergangenen Jahr, als nichts mal 200 kamen. 70 Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf.