„De Franky“ aus Merzig feiert silbernes Dienstjubiläum

Merzig : Seit 25 Jahren ist „Franky“ für die Menschen da

Als Jugendmitarbeiter der evangelischen Kirchengemeinde ist Frank Paqué zu einer Institution in Merzig geworden. Aber er engagiert sich inzwischen auch auf anderen Feldern, wie etwa bei der Tafel.

Frank Paqué ist seit 25 Jahren Jugendmitarbeiter der evangelischen Kirchengemeinde Merzig. Das hat sein Chef, Pfarrer Künhaupt, mitgeteilt. Das Jubiläum wurde laut Künheupt mit einem Konzert und einem anschließenden Empfang gestaltet.

„De Franky“, so nennen Generationen von Jugendlichen in Merzig und Umgebung den Mann, der im Jahr 1993 seinen Dienst bei der evangelischen Kirchengeimeinde Merzig aufnahm. Nicht nur evangelische Jugendliche, sondern so ziemlich alle haben seither irgendwann mit Frank Paqué zu tun gehabt. Überfüllte Jugendkeller in Merzig und Beckingen, so sah es noch vor 15 Jahre aus. „50, 60, manchmal auch 100 Jugendliche, die zeitgleich beim Franky sein wollten. Diese Zahlen erreicht man heute nicht mehr, es hat sich im Leben der Jugendlichen durch Smartphone und andere Hobbys zu viel geändert“, sagt Künhaupt. „Aber Franky reagiert immer wieder phantasievoll auf die neuen Zeiten.“ Seit rund zehn Jahren gibt es zum Beispiel das Kindercamp rund um die Kirche in Merzig, zählt der Pfarrer auf.  „In den ersten Tagen der Sommerferien sind 60 bis 70 Kinder im Gemeindehaus und auf der Wiese hinter der Kirche zu Gast, schlafen in Gemeinschaftszelten, toben, spielen, wandern und singen. Denn musikalisch ist „de Franky“ auch. Er spielt Trompete in der Bläserauswahl der pfälzischen Landeskirche. Darum hat er in den 25 Jahren auch schon unzählige Kinder und Jugendliche an Blasinstrumenten ausgebildet.“

Am vergangenen Samstag feierte die Gemeinde zusammen mit ihrem Mitarbeiter. Franks Bläserauswahl war zu Gast und verzauberte das Publikum Die katholische Pfarrgemeinde hatte ihr dazu die Kirche St. Peter zur Verfügung gestellt, das ja die evangelische Friedenskirche in Merzig zu klein ist. Den anschließenden Empfang nahm Bernd Schneider, römisch-katholischer Dechant, zum Anlass, Frank Paqués Arbeit aus seiner Sicht zu würdigen: Die Ökumene war ihm immer besonders wichtig. Dies dürfte schon familiär bedingt sein: Seine Ehefrau Petra, seine fünf Kinder und zwei Enkel sind schließlich katholisch. Bei denen bedankten sich Pfarrer Jörg Winkler und Frank bei dieser Gelegenheit einmal sehr herzlich, denn sehr oft, sogar am Heiligen Abend, muss die Familie auf Papa und Opa verzichten. Seit 24 Jahren leitet er die Aktion „Heilig Abend allein, das muss nicht sein“ im Gemeindehaus und lädt mit seinem Team von Ehrenamtlichen alle ein, die Weihnachten nicht allein sein wollen: Rentner, Obdachlose, Jugendliche… ein großes Fest für alle Beteiligten und gelebte Weihnachtsbotschaft.

Silja Pagel, Presbyterin der Gemeinde, hielt eine Rede zum Thema „Frankreich“ und stellte fest, wie gut das alles passt: Einmal jährlich Jugendfreizeit in Bordeaux, hugenottische Vorfahren, kinder-reich und sein Arbeitgeber werde durch ihn seit 25 Jahren bereichert, also ebenfalls Frank-reich.

Wie geht`‘s weiter? Mit der Leitung der Merziger Tafel hat Frank Paqué vor fünf Jahren eine Aufgabe übernommen, die weniger im Bereich Jugendarbeit liegt. Das heißt aber nicht, dass er sich dort zurück zieht Im Gegenteil: Mit der neuen Kollegin Julia Schneider werden momentan wieder ganz neue Formate in der Kinder- und Jugendarbeit entwickelt. So ist unter anderem erstmals ein „Spielegottesdienst“ geplant. Der soll am Sonntag 14. April, 10 Uhr, in der Friedenskirche Merzig starten. „Was das ist? Man dar gespannt sein“, sagt Künhaupt.

Ein bisschen kürzer muss man nach den Worten des Pfarrers nach 25 Jahren vielleicht schon treten. So haben sich Paqué und sein Arbeitgeber sich fest vorgenommen, in Zukunft auch mal an die „Work-Live-Balance“ zu denken. Paqué will im Sommer vier Wochen Urlaub machen und ganz gemütlich mit dem Motorrad durch Europa gondeln. Ziel sei das legendäre Trompetenfestival von Guca in Serbien. Der Merziger Pfarrer unterstützt diesen Wunsch nicht nur als Kollege, sondern überreichte auch ein Geldgeschenk zur Umsetzung dieses Plans.

Mit der Gemeinde freuen sich viele Hundert Jugendliche, von denen einer das größte Lob formulierte: „Der Franky hat mich damals in meiner schweren Zeit als Jugendlicher gerettet.“ Ein größeren Dank kann man nach Ansicht von Künhaupt nicht ausdrücken.

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