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Das Spiel ist zweieinhalb Minuten zu lang

Das Spiel ist zweieinhalb Minuten zu lang

Der HSV Merzig-Hilbrin- gen kämpft gegen die HF Illtal bis zum Umfallen und bringt den Tabellen- zweiten an den Rand ei- ner Niederlage. Und doch stehen die Wölfe am Ende wieder ohne Beute da.

Ein enttäuschter Andrej Kessler sitzt nach dem Spiel des HSV Merzig-Hilbringen auf der Bank. "Wie immer", seufzt der Torwart, nachdem sich seine Wölfe den Zebras der HF Illtal in der Handball-Oberliga einmal mehr äußerst unglücklich mit 22:25 (11:11) geschlagen geben mussten. An Kessler hat es dabei nicht gelegen. Der Torwart zeigte viele starke Paraden und hielt die Wölfe lange im Rennen. Die Niederlage konnte er nicht abwenden. "Es kann nicht sein, dass man drei Tore vom selben Spieler in Folge bekommt", ärgert sich der Torhüter. Schon zum neunten Mal diese Saison unterlagen die Wölfe mit drei Toren oder weniger. Die HF Illtal reihen sich da neben den SF Budenheim, der HSG Worms und dem TuS Dansenberg in eine Liste klangvoller Namen ein.

Zweieinhalb Minuten zu lang dauerte die Partie. Denn nach dem 22:22-Ausgleich nach 57:20 Minuten schien es so, als fehlten den Merzigern die letzten Körner. Merzig schaffte es nicht mehr, Linkshänder Marcel Becker in den Griff zu bekommen, der (nach katastrophaler erster Halbzeit) das Schicksal der Wölfe mit den drei letzten Treffern der Partie quasi im Alleingang besiegelte. "Mein Trainer Steffen Ecker meinte, die Tore von mir am Ende zählen. Das habe ich mir zu Herzen genommen", sagte Becker.

Ihm gelang in der Schlussphase, was Niklas Kiefer zu Anfang der Partie vorgemacht hatte. Aus dem linken Rückraum traf der nach Belieben, hatte nach elf Minuten beim 6:2 schon fünf Bälle in das Merziger Tor gefeuert. HSV-Trainer Marcus Simowski reagierte mit einer Auszeit. Die deutliche Führung der Zebras war völlig verdient, obwohl sich Philipp Michel schon nach wenigen Minuten am Oberschenkel verletzte - Verdacht auf Muskelfaserriss - und von der Bank zusehen musste. Von außen musste er miterleben, wie Merzig nach der Einwechselung von Kessler deutlich besser ins Spiel fand. Laslo Kincses verkürzte per Siebenmeter auf 5:8 (18. Minute), Norbert Petö brachte die Wölfe mit einem sehenswerten Heber sieben Minute vor der Pause auf 8:9 ran. Halbzeitstand: 11:11.

Dass Merzig, das ohne Rouven Louis und Maurice Duchene (fällt bis Saisonende aus) antreten musste, mit den Spitzenmannschaften der Liga mithalten kann, bewiesen sie auch in Halbzeit zwei. Unter dem Jubel von 250 Zuschauern brachte Norbert Petö die Merziger fünf Minuten nach Wiederanpfiff sogar mit 14:12 in Führung. Doch dann hakt es plötzlich. "Wir kommen vors Tor, bringen aber die Bälle nicht rein", kritisierte Simowski. Statt den Vorsprung auszubauen, versagten unter anderem Sebastian Klein zwei Mal beim Gegenstoß die Nerven. Illtal nutze das und setzte sich seinerseits auf 19:16 ab. Begünstigt von einer Zwei-Minuten-Zeitstrafe der nicht immer souverän wirkenden Schiedsrichter kämpfte sich Merzig mit Kessler als Rückhalt im Tor wieder auf 21:21 (56. Minute) heran. Ein Fehlpass von Petö in der 58. Minute besiegelte das Schicksal der Wölfe, die nach aufopferungsvollem Kampf einmal mehr mit leeren Händen dastehen. "Ich kann meinen Jungs keinen Vorwurf machen. Marcel Rudolph beispielsweise hat in der Abwehr 60 Minuten ganz toll gekämpft", meinte auch ein etwas ratlos wirkender Simowski.

Die Tore für den HSV Merzig-Hilbringen: Laszlo Kincses (5/5), Marius Merziger (4), Norbert Petö (4), Sebastian Klein (3), Dejan Pavlov (2), David Pfiffer (2). Andrej Kessler (1), Marcel Rudolph (1).