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Das Geheimnis hinter der "Realität" entdecken

Das Geheimnis hinter der "Realität" entdecken

Hilbringen/Nonnweiler. Mit zahlreichen Werken bietet die Ausstellung der CEB-Akademie in Hilbringen vom Dienstag, 29. September, bis 18. Dezember einen bisher einzigartigen Überblick über die künstlerische Entwicklung des in Nonnweiler geborenen Wolfgang Gärtner

Hilbringen/Nonnweiler. Mit zahlreichen Werken bietet die Ausstellung der CEB-Akademie in Hilbringen vom Dienstag, 29. September, bis 18. Dezember einen bisher einzigartigen Überblick über die künstlerische Entwicklung des in Nonnweiler geborenen Wolfgang Gärtner. Zu sehen sind Arbeiten von den Anfängen des Künstlers zu Beginn der 80er Jahre bis hin zu aktuellen Werken unter dem Titel "Paraît-il - Vom Wesen des Seins". Wolfgang Gärtner beschäftigt sich neben klassischen expressionistischen Motiven unter anderem auch mit geschichtlichen Themen und Hintergründen. Dabei bezieht sich der Künstler in vielen seiner Werke auf den in der französischen Revolution ermordeten Jean-Paul Marat, der auf grausame Weise in seiner Badewanne den Tod fand. Waren Gärtners Werke zu Beginn seiner Malerei vor allem durch abstrakte Stillleben mit reduzierter Farbpalette in Blau-, Grün und Gelbtönen geprägt, so hat sich sein Temperament hin zu leidenschaftlichen Farbtönen entwickelt, die den Gemälden einen reichhaltigen und satten Charakter verleihen. Die Bilder sind keine dekorative Malerei, sondern bestechen durch ihre inhaltliche Tiefe und durch die kompositorischen und farblichen Klänge. Gärtner verleiht seinen ebenfalls aus dem Alltag gegriffenen Momenten einen romantisch abgeklärten Charakter, was durch die Großdimensionierung seiner Bilder verstärkt wird. Mit den Motiven der Bilder gelingt es dem Betrachter, hinter jedem Stück "Realität" ein Geheimnis zu vermuten, in denen sogar teilweise collageartige Elemente zu entdecken sind. Der großzügige Einsatz von Farbe lässt die Werke teilweise mehrdimensional erscheinen und verleiht ihnen einen besonderen Eindruck der Tiefe, der auf der Leinwand hinterlassen wird. Die Gedanken und Ideen des Malers und die Vorstellungen des Betrachters sind nie deckungs- oder inhaltsgleich. Dennoch soll bei der Betrachtung der Bilder ein Denk- und Vorstellungsprozess angestoßen werden, der zu einem Gleichklang in der Empfindungsebene zwischen Maler und Betrachter führen kann. Die Malerei von Wolfgang Gärtner ist mit viel Selbstzweifel verbunden. Aber gerade diese Zweifel drängen ihn - ja sie regen ihn förmlich an - ständig neu Maß zu nehmen und sich neu zu justieren. Kritik weckt Zweifel - Zweifel ist Motor, neue Dimensionen zu erschließen und vor allem nicht stehen zu bleiben. Gärtners Werke müssen trotz teilweise geschichtlichem Hintergrund durchaus als Momentaufnahmen der Realität verstanden werden. Die mit dem Künstler abgestimmte Auswahl seiner Werke zeigt repräsentative und großformatige Gemälde, die mit Hilfe von Eitempara, Acryl und Kohle trotz der Vielfalt seiner Handwerksutensilien dennoch die Handschrift des Künstlers wiedererkennen lassen. redBis 18. Dezember ist die Ausstellung der raumfüllenden Werke Wolfgang Gärtners in der CEB-Akademie, Industriestraße 8, in Merzig-Hilbringen zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 7.30 Uhr bis 18.30 Uhr, Freitag 7.30 Uhr bis 14.30 Uhr und nach Vereinbarung.