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Merzig
GaS-Schüler zeigen sich fit in Informatik

 Stolz präsentieren die jungen Preisträger vom Stefansberg-Gymnasium ihre Urkunden.
Stolz präsentieren die jungen Preisträger vom Stefansberg-Gymnasium ihre Urkunden. FOTO: Albert Ehl/GAS
Merzig. Laut Bertelsmann-Stiftung weiß jeder Zweite nicht, was ein Algorithmus ist (siehe SZ-Bericht vom 8. Februar). Da sich die Aussage auf die gesamte EU bezieht, besteht noch ein klein wenig Hoffnung, dass es in Deutschland vielleicht ein bisschen besser aussieht, sagt Albert Ehl, Schulleiter des Merziger Gymnasiums am Stefansberg (GaS). red

Doch brauchen wir dieses Wissen überhaupt? Wollen wir ein führendes Technologiezentrum bleiben? Was die Schule beklagt: dass den Kindern die nötigen Kenntnisse vorenthalten werden. In der Schweiz und in Bayern führe man das Schulfach Informatik nun als Pflichtfach ein. Im Saarland bleibe es ein freiwilliges Fach ab Klassenstufe zehn, dessen Kursangebot in der Oberstufe ab dem nächsten Schuljahr von vier auf zwei Wochenstunden herabgestuft werde. Das Gymnasium am Stefansberg wehrt sich laut Ehl gegen diesen Trend und hat deshalb in diesem Schuljahr erstmals alle Schüler der Klassenstufen fünf bis neun verpflichtend am Bundeswettbewerb Informatik teilnehmen lassen, damit sie eine eventuelle Scheu vor dem Fach verlieren. Die 663 Teilnehmer des GaS stellen 12,7 Prozent der 5221 saarländischen Teilnehmer. Und das mit Erfolg: Eine besondere Ehrung für einen zweiten Preis erhielten 17 Schüler des GaS, die jeweils zu den besten vier Prozent ihrer Altersgruppe in Deutschland gehören. Mit einem Rucksack oder einer Powerbank mit Aufdruck „1. Preis Bundeswettbewerb Informatik“ wurden sechs weitere GaS-Teilnehmer geehrt, die zu den besten zwei Prozent in Deutschland gehören. Mit Tabea Sparmann und Luis Amling ist es gar zwei Stefansbergern gelungen, jeweils volle Punktzahl in allen Aufgaben zu erzielen.


Neben dem Informatik-Wettbewerb gibt es am Stefansberg weitere Initiativen und Projekte, die helfen sollen, den Schülern die Informatik näher zu bringen: In der Unterstufe gibt es eine sehr populäre Robotik-AG, in der die Schüler spielerisch an Lego-Robotern das Programmieren erlernen. Für die Mittelstufe gibt es zum Beispiel ein Kooperationsprojekt mit der Firma Kohlpharma, mit dem Schüler ganz konkrete Einblicke in die Nutzung von IT in der Wirtschaft bekommen. In der Projektwoche 2019 wird es darüber hinaus mehrere Projekte im IT-Bereich geben, unter anderem ein Projekt zur Programmierung von Anwendungen für VR-Brillen. „So muss das Wort Algorithmus keine unbekannte Vokabel bleiben“, findet Ehl.