Handball: Das Duell der einstigen Weggefährten

Handball : Das Duell der einstigen Weggefährten

Als Spielgemeinschaft kämpften sie in der Handball-Oberliga vie- le Jahre Seite an Seite. Am Sonntag sind die Saarlandligisten Merzig- Hilbringen und Brot- dorf erstmals Rivalen.

HSV gegen TuS, Wölfe gegen Wombats. Aus Handballfreunden werden Rivalen, wenn der HSV Merzig-Hilbringen an diesem Sonntag den TuS Brotdorf zum Saarlandliga-Derby bittet. Für Zuschauer und Akteure knistert in der Thiels-Park-Halle ab 18 Uhr die Luft. Beim Wiedersehen auf dem Feld dürfte die Spannung groß sein – und die Tribüne überquellen. Denn erstmals seit Ende der Handball-Spielgemeinschaft vor drei Jahren treten die früheren Weggefährten in einem Pflichtspiel gegeneinander an. Ausgang offen. „Ich spüre eine gewisse Anspannung und eine besondere Motivation“, beschreibt HSV-Kapitän David Pfiffer seine Gefühle. „Schließlich habe ich mit fast allen Brotdorfern schon zusammen gespielt. Ich kenne die Jungs sehr gut.“

Dort, wo einst die Handballfreunde (HF) Merzig-Brotdorf auf Punkte-Jagd gingen, wird diesmal alles anders sein – und jeder sein eigenes Süppchen kochen. „Du spielst gegen gute Freunde, die früher alles für einen gegeben haben – und nun alles daran setzen werden, dich zu besiegen. Das ist schon eine krasse Geschichte“, findet TuS-Kreisläufer Michael Oehm und denkt gern an die alten Zeiten.

Rückblick: Nach dem Rücktritt des Brotdorfer Trainers Thomas Schmitt und der Verpflichtung von Marcus Simowski kündigte der TuS im Januar 2014 das Ende der Spielgemeinschaft mit dem HSV an und setzte den Plan zum Saisonende um. Die Ziele seien nicht mehr deckungsgleich, begründete der TuS-Vorstand den Schritt. Wegen der hohen Leistungsdichte in der Oberliga gelänge es den Nachwuchsspielern beider Clubs nicht mehr, in der ersten Mannschaft Fuß zu fassen. Fortan ging Brotdorf einen anderen Weg und mit vielen Eigengewächsen in der Saarlandliga auf Torejagd. Anfangs erfolgreich, doch zuletzt verhinderte das verletzungsgebeutelte Team den Abstieg gerade so.

Der HSV hielt nach der Trennung am Leistungshandball fest. Drei Jahre lang konnte der Mix aus Talenten und auswärtigen Spielern unter Trainer Simowski die vierthöchste Liga im Alleingang halten. Ende der Saison 2016/2017 stiegen die Wölfe ab und starteten nach dem Weggang vieler Leistungsträger unter Neu-Trainer Michael Göbel einen Neuanfang.

Mit vier Siegen und drei Niederlagen belegt Merzig in der Saarlandliga aktuell Rang sechs. Brotdorf hat ebenfalls 8:6 Punkte auf dem Konto und rangiert mit schlechterer Torbilanz auf Rang acht. „Ich denke, das Spiel ist offen. Im Derby ist alles drin – und Wombats können sehr bissig sein“, warnt Ex-Wolf Oehm das alte Rudel. HSV-Rechtsaußen Laszlo Kincses sieht es ähnlich: „Beide Teams werden 100 Prozent geben. Das wird eine kampfbetonte Partie.“

Einen echten Favoriten scheint es im ersten Nachbarschafts-Duell um Pflichtspiel-Punkte also nicht zu geben, große Erwartungen schon. „Ich freue mich auf volle Ränge und erwarte ein spannendes und faires Derby“, sagt Michael Oehm. Sein früherer Passgeber David Pfiffer stimmt ihm zu und kündigt den Fans beider Lager einen Handball-Knaller an: „Das wird am Sonntag ein ganz besonderes, ein unglaublich interessantes Duell – garantiert.“

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