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Damit es im Ernstfall nicht allzu ernst wird

Damit es im Ernstfall nicht allzu ernst wird

Ein extremes Hochwasser-Szenario entlang des Schutzdammes an der Saar in Schwemlingen erwartete die Teilnehmer der Katatstrophenschutzübung. 250 Hilfskräfte probten den Ernstfall.

Kräftiger, sturzbachartiger Regen über Stunden - das haben die Bewohner des "Grünen Kreises" in diesem Sommer schon mehrfach erlebt. Geht das über längere Zeit, so drücken gewaltige Lasten auf die Deiche an der Saar, die im Extremfall auch brechen können. Hier sind dann spezielle Sicherungsmaßnahmen notwendig, um dies zu verhindern. 2014 wurden im Rahmen der so genannten Hochwasserpartnerschaften neue Hochwassergefahren und Risikokarten erstellt. Die Karten zeigen für die Orte an Saar und Mosel die überfluteten Flächen und gefährdeten Bereiche bei einem 100-jährigen beziehungsweise extremen Hochwasser. Dazu zählen auch Gebiete im Landkreis Merzig-Wadern. Für einen solchen Fall müssen alle Hilfskräfte gerüstet sein, um schnell und effizient reagieren zu können.

Um für einen Extremfall bereit zu sein, erwartete die Teilnehmer der Katastrophenschutzübung des Landkreises Merzig-Wadern kürzlich ein extremes Hochwasser-Szenario entlang des Hochwasserschutzdammes in Schwemlingen . Über mehrere Stunden probten dort rund 250 Teilnehmer verschiedener Hilfskräfte den Ernstfall.

Ziel der Übung war es, den Ernstfall mit allen Hilfskräften im Verbund zu proben und die wichtigsten Abläufe unter realen Bedingungen durchzuspielen. Im Einzelnen wurden folgende Einsatzpunkte erprobt:

Training der Einzelmaßnahme zur Deichverteidigung und Hochwasserschutzes im Verbund, Aufbau und Betrieb einer Führungsorganisation mit einem Bereitstellungsraum durch den Fernmeldedienst, Verpflegung aller Einsatzkräfte im Bereitstellungsraum und in den Einsatzabschnitten und der Betrieb der Sandsackfüllanlage des Landkreises (2012 beschafft). Außerdem standen die notwendige Logistik durch den neuen Fachzug Hochwasserschutz , die Ausbildung von FW Kräften in der Deichverteidigung und Erprobung der Abläufe, die Zusammenarbeit der Wasserrettungseinheiten von DLRG, Wasserwacht und THW für die wasserseitige Deichsicherung mittels Tauchern und Strömungsrettern, sowie der Aufbau und Überprüfung des Sperrwerkes Schwemlingen und Noteinspeisung des Pumpwerkes durch die Fachgruppe Elektro des THW Beckingen auf dem Programm.

Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich, der erste Beigeordnete der Stadt Merzig Manfred Kost und Maria Bänsch-Schnur, Ortsvorsteherin von Schwemlingen , waren beeindruckt von der tollen und gelungenen Zusammenarbeit aller Hilfskräfte während der Übung. Die Landrätin betonte: "Wir danken den vielen Ehrenamtlichen hier ganz herzlich für ihr großes Engagement und die Bereitschaft ihre Freizeit, wie heute an einem Samstag zu opfern zum Wohle der Allgemeinheit. Man kann nie hundertprozentig sicher sein, aber es ist entscheidend, dass der Katastrophenschutz entsprechend aufgestellt ist. Und wir sind da sehr gut aufgestellt und haben heute wieder gesehen, wie gut und effektiv alle Hilfsdienste miteinander kooperieren." Ein Lob ging auch an Christian Thul von der Kreisordnungsbehörde, der die Übung gut und professionell vorbereitet hatte.

Das Fazit der Übungs-Teilnehmer fiel durchweg positiv aus. Es zeige sich, dass sich die Investitionen des Landkreises in das Material der Katastrophenschutz-Einheiten, die Ausbildung und vor allem die Organisation bezahlt machen. Das integrierte Hilfeleistungssystem, das im Gesetz über den Brandschutz, die technische Hilfe und den Katastrophenschutz im Saarland die Zielvorstellung ist, sei im Landkreis gut umgesetzt und gelebte Praxis, waren sich alle einig.

 Auch unter Wasser müssen die Deiche verstärkt werden, dafür sorgten während der Übung die Helfer von der DRK-Wasserwacht und der DLRG Merzig.Fotos: Landkreis
Auch unter Wasser müssen die Deiche verstärkt werden, dafür sorgten während der Übung die Helfer von der DRK-Wasserwacht und der DLRG Merzig.Fotos: Landkreis
 Eine Gruppe mit politischen Vertretern, darunter Daniela Schlegel-Friedrich, Dr. Manfred Kost, Maria Bänsch-Schnur, sahen vor Ort, wie die Hilfskräfte arbeiten, hier beim Aufbau einer Schutzmauer.
Eine Gruppe mit politischen Vertretern, darunter Daniela Schlegel-Friedrich, Dr. Manfred Kost, Maria Bänsch-Schnur, sahen vor Ort, wie die Hilfskräfte arbeiten, hier beim Aufbau einer Schutzmauer.

Zum Thema:

Auf einen BlickBeteiligt waren der Fernmeldedienst mit Einheiten aus allen Gemeinden, der Fachzug Hochwasserschutz (Feuerwehren Merzig, Mettlach und Losheim), der Löschzug Wasserförderung (Feuerwehr Beckingen), elf Löschbezirke der Feuerwehr Merzig, die Dekon Einheit des ABC-Zuges, alle vier THW-Ortsverbände des Landkreises, die Wasserrettungsgruppen der DRK Wasserwacht und der DLRG Merzig, der Bauhof der Stadt Merzig, die Verpflegungsgruppe der DRK Merchingen und Reimsbach/Oppen/Erbringen und die Sanitätsgruppe Merzig des DRK mit Krankenwagen zur Absicherung der Einsatzkräfte. tth