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Damit der Verkehr besser durch Merzig fließt

Damit der Verkehr besser durch Merzig fließt

Das Projekt „Intelligente Verkehrssysteme, Testfeld Merzig“ liefert durch neue Daten und Statistiken wichtige Informationen, die die Kreisstadt zur Verbesserung der Verkehrssituation verwenden kann.

Für einen besseren Verkehrsfluss und mehr Sicherheit im Straßenverkehr in der Merziger Innenstadt soll ein neues Forschungsprojekt der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) sorgen. Federführend für das Projekt ist die 15-köpfige Forschungsgruppe "Verkehrstelematik" der HTW unter Leitung von Professor Horst Wieker.

Ab September sollen im Zuge des Projektes zunächst an den Kreuzungen Bahnhofstraße/Hochwaldstraße im Bereich des Neuen Rathauses und Lothringerstraße/Bahnhofstraße beim Landratsamt jeweils drei Kameras angebracht werden, um die aktuelle Verkehrssituation anonymisiert zu erfassen sowie speziell ausgerüstete Forschungs- und Testfahrzeuge zu erkennen. Die Kreuzungen am Kaufland-Kreisel sowie an der Ab- und Auffahrt in und aus Richtung B51 zwischen der Hilbringer Brücke und dem Kaufland-Kreisel werden nächstes Jahr nachgerüstet.

Auch Linienbusse sollen als dauerhafte Datenlieferanten zum Einsatz kommen.

Die von speziellen Empfangsgeräten gesammelten Daten werden mit diesen Kameras überprüft, außerdem dienen sie der Erfassung der aktuellen Verkehrslage und der Registrierung der Testfahrzeuge. Die Daten werden dann über Mobilfunk mit einer Zentrale ausgetauscht.

"Als Datenquelle liefert das Testfahrzeug Informationen über aktuelle Gefahrensituationen, die Verkehrslage, Umleitungsempfehlungen, Parkplätze oder das Wetter an andere, ebenfalls an das System angeschlossene Verkehrsteilnehmer", erläuterte Projektleiter Horst Wieker. Weiterhin liefern die Testfahrzeuge statistische Daten zur Anpassung und Verbesserung von Verkehrsknotenpunkten und -systemen.

"Wir haben die Kreisstadt Merzig aufgrund ihrer Charakteristik als Kleinstadt mit moderner Infrastruktur für dieses Vorhaben ausgewählt", führte Wieker weiter aus. "Das signifikante Verkehrsaufkommen durch den Autobahnanschluss sowie die Funktion als Verkehrsknotenpunkt machen die Stadt aus Sicht der Verkehrsforschung zu einem interessanten Standort", erklärten Florian Petry und Matthias Scholtes von der HTW-Forschungsgruppe, die sich bereits seit 2007 mit vielfältigen Projekten im Bereich intelligenter Verkehrssysteme beschäftigen.

"Das Thema Optimierung des innerstädtischen Verkehrsflusses nimmt in Merzig einen hohen Stellenwert ein", betonte Bürgermeister Marcus Hoffeld . Vor diesem Hintergrund unterstütze das Projekt "Intelligente Verkehrssysteme, Testfeld Merzig " die Stadt, indem es durch die gewonnenen Daten und Statistiken weitere wichtige Informationen liefere, "die wir als Kommune zur Verbesserung der Verkehrssituation verwenden können." Darüber hinaus, meinte Hoffeld, sei mit diesem Forschungsprojekt der HTW Saar ein Image-Gewinn für Merzig verbunden, da der Name der Stadt aufgrund der bundesweiten Ausrichtung des Projektes in die komplette Republik transportiert werde.

Die Projektbeteiligten wiesen darauf hin, dass dem Schutz der Privatsphäre im Zuge des Projektes ein großer Stellenwert eingeräumt werde: Es würden von den Signalempfängern und den Kameras ausschließlich Informationen der ausgewählten Testfahrzeuge gesammelt.

Die neuen Geräte würden keine personenbezogenen Daten und auch keine Verkehrsverstöße aufzeichnen, hieß es.