Bürgerdialog in Bietzen: Forscherschule geht, Schule soll bleiben

Bürgerdialog Bietzen : Bietzer fordern konkrete Lösungen für Schule

Die Bürger vom Bietzerberg sind sich einig: Der Schulstandort soll auch nach Schließung der Forscherschule erhalten bleiben.

Der Bietzerberg soll als Schulstandort erhalten bleiben. Dafür stimmten am Dienstagabend Eltern und Bewohner mit deutlichen Handzeichen. Ob Bietzen dann eine Dependance zur Kreuzbergschule wird und eine Gebundene Ganztagsschule erhält, darüber muss in den kommenden Wochen noch diskutiert werden, wie Manfred Klein, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Bietzen-Harlingen, festhielt. Wie Bürgermeister Marcus Hoffeld erläuterte, werden aktuell die möglichen Kosten für den Erhalt der Grundschule ermittelt, zudem sollen in den kommenden Wochen weitere Gespräche mit dem Bildungsministerium geführt werden.

In der vergangenen Wochen wurde die Schließung der privaten Forscherschule bekannt, die aktuell noch im früheren Grundschulgebäude untergebracht ist. Nach derzeitigem Stand ist die Forscherschule eine Dependance der Grundschule Besseringen und wird ab dem kommenden Schuljahr in deren Räume einziehen. Bis zum Schuljahresende werden die gut 20 Schüler in der ehemaligen Bietzer Grundschule unterrichtet. Wie es dann mit dem leerstehenden Gebäude weitergehen soll, darüber diskutierte die CDU Bietzen-Harlingen gemeinsam mit ihren Bürgern.

Klein ist dabei eine dauerhafte Sicherung des Standorts wichtig. „Ich habe keine Lust, zweimal eine Schule zu schließen“, sagte er und betonte: „Alles, was heute gesagt wird, ist nicht in Stein gemeißelt. Wir können heute nichts entscheiden, aber ein Ziel beschreiben.“

Für den Erhalt der Grundschule spreche, dass der Geburtenrückgang nicht so eintrat, wie er vorausgesagt wurde, erläuterte Frank Wagner, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. Da die Merziger Kreuzbergschule räumlich an ihren Grenzen sei, käme eine Dependance in Bietzen in Frage. Gleichzeitig zeige sich, dass das Angebot der Ganztagsbetreuung immer eminenter werde, deswegen sieht Wagner in Bietzen eine Chance für eine Gebundene Ganztagsschule. „Im Unterschied zur Freiwilligen Ganztagsschule sind die Schüler an vier Tagen in der Woche verpflichtet, bis 16 Uhr im Unterricht zu bleiben, freitags bis 12.30 oder 13 Uhr“, erklärte Wagner. Der Schultag beginne mit einem gleitenden Einstieg, ehe der Unterricht in Blöcken stattfinde. Insgesamt gebe es mehr Pausen und eine große Mittagspause, in der die Kinder gemeinsam essen würden. Hausaufgaben werden in der Schule erledigt. Dabei sei auch die genaue Raumvorgabe wichtig. „Es braucht Rückzugsorte für Schüler und eine Mensa“, sagte Wagner.

Mit dem Standortwechsel der Forscherschule biete sich die Möglichkeit, eine Gebundene Ganztagsschule zu eröffnen. Eltern hätten dann die Wahl, ob ihr Kind in die Freiwillige oder in die Gebundene Ganztagsschule gehe. Relevant werde dies allerdings erst für das übernächste Schuljahr, wie Klein betonte. Sollte die Grundschule in Bietzen wieder öffnen, könnten dort fast 100 Schüler angemeldet werden. Hierbei äußerten die Bewohner den Wunsch, dass Schüler des Bietzerberges dort bevorzugt eingeschult werden.

Kritik äußerten die Bürger daran, dass erneut die Beteiligen involviert sind, die damals das Ende der Grundschule verkündet hatten. Ebenso bemängelten sie das Fehlen konkreter Lösungsvorschläge an diesem Abend und warfen die Frage in den Raum, warum nicht alle Parteien involviert seien.

Klein wies diese Vorwürfe zurück: „Es geht nicht darum, wer damals Schuld hatte, sondern wie wir heute gemeinsam überlegen, wie es weitergeht“, sagte er. „Jeder war zu diesem Gespräch eingeladen.“ Auf der Suche nach einer passenden Lösung sei es ihm egal, mit welcher Partei er zusammenarbeite.

„Wir haben keine Ablehnung erfahren“, zog Klein nach dem Bürgerdialog Bilanz und zeigte sich zufrieden mit der Diskussion. Der Abend habe ihm gezeigt: „Die Bürgerinnen und Bürger sind für den Erhalt des Standorts, in welcher Schulform ist noch offen. Und sie wünschen die Bevorzugung ihrer Kinder bei der Einschulung.“