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Bückerwerkstatt
Bücherverkauf für einen guten Zweck

Reger Ansturm beim Bücherbasar in der CEB
Reger Ansturm beim Bücherbasar in der CEB FOTO: Gisbert Eisenbarth
Hilbringen. Über ein Internetportal verkaufen Mitarbeiter des Centrums für soziale Inklusion antiquarische Bücher. Spenden werden gerne angenommen. Von Tina Leistenschneider

Sie sortieren, begutachten und nehmen die Bücher anschließend in ihren Bestand auf. Seit Februar verkaufen die Beschäftigen der Behindertenwerkstatt des Centrums für soziale Inklusion (CEBIn) ihre Ware bei Booklooker, einem Online-Portal für gebrauchte Bücher. Dort können die Mitarbeiter des Bücherantiquariats den Zustand der Bücher beschreiben, während Nutzer gezielt nach Büchern suchen und auswählen können. Die Preise richten sich je nach Angebot und Nachfrage. Gibt man den Mitgliedsnamen CEBIn ein, finden Nutzer ausschließlich Ware aus dem Bücherantiquariat der CEBIn.



Ehe man mit dem Online-Verkauf starten konnte, haben die Mitarbeiter über längere Zeit die Bücherspenden erfasst und katalogisiert. Nicole Bellgardt-Erlbeck, Sozialarbeiterin und Leiterin des Projektes, erzählt, dass man zunächst darüber nachgedacht habe, die Bücher bei Amazon zu verkaufen, doch dort wurde man aus Gründen, die nicht genannt wurden, abgewiesen. Somit entschied man sich für Booklooker.

Das Team, das aus sechs Beschäftigten des Centrums für soziale Inklusion der Christlichen Erwachsenenbildung besteht, übernimmt die Arbeiten für den Verkauf. Zwei von ihnen kümmern sich um das Einstellen der Bücher im Online-Portal, die anderen verfassen die Zustandsbeschreibung, aktualisieren die Preise und machen die Bücher fertig für den Verstand. Verschickt werden diese anschließend innerhalb Deutschlands, aber auch ins europäische Ausland. Darüber hinaus haben die Kunden die Möglichkeit, die Bücher selbst abzuholen, um die anfallenden Portokosten zu sparen. „Wir befinden uns noch in der Aufbauphase des Projekts. Bisher haben wir etwa 200 Bücher verkauft, davon allein im Monat Juli 75. Die Verkaufszahlen steigen“, erzählt die Sozialarbeiterin. In ihren Paketen legen sie zudem ein Begleitschreiben bei, das die Käufer über die Bücherwerkstatt der CEBIN und über die Menschen dahinter informiert. Das trifft nach Worten der Leiterin auf positive Resonanz, „weil die Käufer das gerne unterstützen“, begründet sie. Daher ließe sich mittlerweile feststellen, dass sich eine Stammkundschaft entwickelt, die regelmäßig Bücher bei ihnen bestellt.

Leben können sie nur von Bücherspenden, die jeder abgeben kann, sagt Bellgardt-Erlbeck. Mittlerweile stehen über 1000 Bücher in den Regalen, weitere sind noch in Kisten verpackt. Angenommen wird jedes Buch, sei es Belletristik wie Kriminalromane, historische Romane oder Kinder- und Jugendliteratur sowie Sach- und Kochbücher. „Kinder- und Kochbücher können dagegen schlecht über den Online-Versand verkauft werden“, erzählt sie. Der Grund dafür: „Die Leute wollen sehen, in welchem Zustand die Bücher sind.“ Sind in dem Kochbuch viele Flecken, oder ist das Kinderbuch bemalt, zählen zu den Fragen, die Käufer lieber vor Ort beantwortet bekommen. Daher hatten Interessierte Mitte September wieder die Chance, beim Büchermarkt Bücher für einen guten Zweck zu erwerben. Es  sind Bücherbasare und Bücherwochen mit verschiedenen Themen sowie Autorenlesungen geplant. Auf dem Bücherbasar werden dann Bücher verkauft, die zu groß für den Versand oder zu alt sind, um den Zustand adäquat zu beschreiben.

Wer Bücherspenden abgeben möchte, richtet sich nach den Öffnungszeiten der CEBIn in Hilbringen: montags bis donnerstags 7.30 bis 16.15 Uhr und freitags von 7.30 bis 13 Uhr.

Voll bestückte Regale in der Bücherwerkstatt, wo die Mitarbeiter der CEBIN die Bücher katalogisieren, Zustandsbeschreibungen verfassen und für den Versand fertig machen. Auf dem Bild: Steven Verwaayen.
Voll bestückte Regale in der Bücherwerkstatt, wo die Mitarbeiter der CEBIN die Bücher katalogisieren, Zustandsbeschreibungen verfassen und für den Versand fertig machen. Auf dem Bild: Steven Verwaayen. FOTO: Tina Leistenschneider