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Fußball-Verbandsliga
Brotdorf: Trainer Sünnen sagt am Saisonende Servus – das Team auch?

Brotdorf. Von David Benedyczuk

Zur Winterpause war die Situation für Fußball-Verbandsligist FC Brotdorf noch komfortabel: 23 Punkte aus 17 Spielen, Platz acht und ein dicker Vorsprung auf die Abstiegszone. Inzwischen aber ist der FCB nach einer Talfahrt in diesem Jahr auf jenem unsicheren 13. Platz angelangt, den er bereits im Vorjahr belegt hatte. Damals reichte es bei nur zwei Absteigern letztlich klar zum Klassenziel. Diesmal könnte es für die Elf von Trainer Thorsten Sünnen eng werden, besonders dann, wenn sie an diesem Sonntag um 15 Uhr gegen den 1. FC Reimsbach ihre schwarze Serie fortsetzen sollte.


Nur vier Punkte holte Brotdorf aus den acht Partien in 2018. „Wir stecken in einem Abwärtsstrudel“, sagt Sünnen. Mitten im Abstiegskampf hat der Trainer derweil selbst eine weitere Baustelle eröffnet: Am Freitag vor dem letzten Auftritt beim Ligadritten SF Rehlingen-Fremersdorf teilte Sünnen dem Verein mit, dass er sein erst zu Saisonbeginn angetretenes Amt nach den restlichen fünf Partien „aus persönlichen Gründen“ wieder aufgibt. „Dafür muss man generell Verständnis haben“, sagt Brotdorfs sportlicher Leiter Stefan Kolz. Allerdings komme der Zeitpunkt neben der Entscheidung an sich „doch sehr überraschend“.

Für Kolz ist es quasi ein Déjà-vu: Vor fast exakt einem Jahr hatte bereits Sünnen-Vorgänger Klaus-Peter Schröder mitten in der heißen Phase unerwartet seinen Abschied angekündigt – damals mit positivem Effekt, denn mit drei Siegen aus vier Spielen räumte der FCB danach die letzten Zweifel aus.



In Sünnens Fall blieb eine positive Reaktion dagegen nicht nur aus – Brotdorf kam in Rehlingen gleich mit 1:6 unter die Räder und kassierte seine höchste Saisonpleite. „Die Jungs sind heiß aufs Derby, und sie zeigen hoffentlich eine entsprechende Reaktion auf das Katastrophenspiel in Rehlingen“, sagt Kolz.

Dabei ließ auch zum wiederholten Mal die Disziplin zu wünschen übrig: Mittelfeldspieler Marco Tiator verschuldete kurz vor der Pause nicht nur den Elfmeter zum 0:2, er flog nach einer Verbal-Entgleisung zudem mit der Roten Karte vom Feld – bereits Brotdorfs 14. Platzverweis der Saison. „Wir werden alles versuchen, um den Bock umzustoßen. Ich bin auch überzeugt, dass wir die Klasse trotz der schwierigen Lage halten werden“, betont Sünnen dennoch.