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Bohrer in der Grünen Hölle auf Erfolgskurs

Bohrer in der Grünen Hölle auf Erfolgskurs

Der Jubel kannte keine Grenzen mehr. Mechaniker und Fahrer des Teams lagen sich in den Armen, Sekt spritzte, Tränen flossen. "Ich bin überglücklich, mit einer kleinen, motivierten Truppe so etwas hier erreicht zu haben", jubelte Michael Bohrer. Gerade hatte der Rennfahrer aus Merzig am Sonntag beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring einen Klassensieg gefeiert. Vor 205 000 Zuschauern. "Es war zwar für mich der fünfte Klassensieg beim achten Start, doch so hart erkämpft war er noch nie", stöhnte Bohrer im Ziel.

Kein Wunder: Am Samstag war das Rennen um 15.30 Uhr bei rekordverdächtiger Hitze gestartet worden. Bohrers Teamkollege Stephan Epp (Wuppertal), der den Start fuhr, hielt sich geschickt aus den Kämpfen der Anfangsphase heraus und übergab das Fahrzeug später völlig erschöpft an Michael Uelwer (Wuppertal). Viele der Konkurrenten bekamen schon da die ersten technischen Probleme - und das Team von Bohrer lag mit seinem Renault Clio klar an der Spitze der Klasse. Kurz vor Einbruch der Dämmerung stieg dann Bohrer in das fast 70 Grad heiße Fahrzeug ein. "Es ist echt hart bei diesen Bedingungen", merkte der Saarländer schnell. Und ganz von Problemen blieb auch der Avia-Racing-Renault nicht verschont. Bohrer fiel dadurch zwischenzeitlich bis auf Platz vier in seiner Klasse zurück. Die Truppe gab jedoch nicht auf und kämpfte sich Runde um Runde mit Bestzeiten zurück an die Spitze. Kurz vor Ablauf der 24 Stunden kamen kurze Regenschauer auf - und es wurde noch mal hektisch in der Boxengasse. Bohrer blieb gelassen und fuhr statt in die Box einfach auf den profillosen Reifen bis ins Ziel. Eine gewagte Taktik, doch sie zahlte sich aus. Am Ende hatten er und seine Teamkollegen den Nürburgring 131 Mal umrundet, was einer Distanz von 3325 Kilometer entspricht. Der Zweitplatzierte in der Klasse "Special bis 2000 Kubikzentimeter Hubraum" lag bereits sechs Umläufe zurück

Im Vorprogramm des 24-Stunden-Klassikers war auch Michael Bohrers jüngerer Bruder Sebastian (27) am Start. In der Rundstrecken-Challenge Nürburgring belegte er den zweiten Platz in seiner Klasse.