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Blättelbornweiher
Blättelbornweiher soll Gremien beschäftigen

Müsste dringend vom Schlamm befreit werden: Der Merzig Blättelbornweiher droht zu verlanden.
Müsste dringend vom Schlamm befreit werden: Der Merzig Blättelbornweiher droht zu verlanden. FOTO: Ruppenthal
Merzig. Fraktionsbündnis Grüne/Freie Wähler will Vertreter des Fischereiverbands zu Beratungen hinzuziehen.

( Die Probleme mit der befüchteten Verschlammung des  Blättelbornweihers (die SZ berichtete), dem Erscheinungsbild seines Umfeldes und die Infrastruktur sollen in den zuständigen städtischen Gremien behandelt werden. Zu der Sitzung sollen auch der Angler und Naturschützer Detlev Birndt und der Fischexperte Peter Schoenfließ vom Fischereiverband Saar eingeladen werden. Das hat Klaus Borger, Sprecher der Grünen im Stadtrat, in einem Brief des Fraktionsbündnisses aus Grünen und Freien Wählern an Merzigs Bürgermeister Marcus Hoffeld  gefordert. „Was kann besser sein, als mit örtlich zuständigen Experten ein solches, für unsere Stadt wichtiges Thema zu diskutieren und Lösungen zu finden?“, erklärt Borger zum Vorstoß seiner Fraktion.



Der Weiher muss nach Worten von Borger zeitnah ökologisch aufgewertet und das Umfeld, inklusive der Zuwegungen, als Visitenkarte für Merzig erneuert werden. Damit reagiert der Grünen-Sprecher auf einen Appell von Birndt. Der Hobbyangler und Naturfreund aus Bietzen sucht Sponsoren, die helfen, den Blättelbornweiher vom Schlamm zu befreien (wir berichteten). So macht sich der 53-Jährige, der stellvertretender Vorsitzender des Merziger Tierpark-Fördervereins ist, für den immer mehr verlandenden Blättelbornweiher in Merzig stark. Ursprünglich einmal fast drei Meter tief, weist der Weiher nach Birndts Einschätzung derzeit nur noch eine Wassertiefe von knapp 80 Zentimetern auf. Die meterhohe Schlammschicht am Boden des Weihers sorge zudem dafür, dass das Gewässer regelmäßig in der wärmeren Jahreszeit zu kippen droht.

Nach Ansicht von Borger vernachlässigt die Stadt die Pflege ihrer bestehenden Einrichtungen zum Vorteil von öffentlichkeitswirksamen Prestigeprojekten: „Es ist ja Beschlusslage, nicht nur den Stadtpark mit Millionenaufwand ‚aufzuhübschen’, sondern auch zig Millionen in das Projekt Saar-Park zu stecken“. sagt Borger. Zudem habe die Verwaltungsspitze „im Alleingang“ Merzig als Ausrichter einer Landesgartenschau positioniert, kritisiert Borger. Dabei gebe es aktuell noch manche Defizite, wie das Beispiel Blättelbornweiher zeige: „Eine verantwortliche Politik zeichnet sich  insbesondere auch dadurch aus, dem Bestand besondere Aufmerksamkeit zu schenken, woran es in Merzig leider oft mangelt. Der Blättelborn-Schlammweiher zeigt dies eindrucksvoll  wobei der Zustand des Lebensumfeldes der darauf und darin lebenden Tiere schon an ‚indirekte Tierquälerei’ grenzt“, kritisiert Klaus Borger. Dieser Teil eines ehemaligen Saar-Altarmes liegt nach seinen Worten genau zwischen dem Stadtpark, wo mit Millionensummen Neues entstehen soll, und zwischen dem Tierpark, der für die Naherholung auch eine besondere Bedeutung hat.

„Seit Jahren ist der dramatische Zustand dieses Gewässers und seines Umfeldes bekannt und dies lässt nur die Frage zu: Ist Merzig überhaupt imstande, eine Landesgartenschau durchzuführen und diese über einen gewissen Zeitraum in Schuss zu halten?“, ergänzt Bernhard Morbe von den Freien Wählern.