Bindeglied zwischen zwei Landkreisen

Bindeglied zwischen zwei Landkreisen

Einen Beitrag über die Menninger Saarmühle enthält das Heft „Unsere Heimat“. Horst-Dieter Göttert aus Beckingen erzählt ihre Geschchte.

Die Vereinigung für die Heimatkunde im Landkreis Saarlouis stellt jetzt das neue Heft ihrer Schriftenreihe "Unsere Heimat" vor. Das Mitteilungsblatt des Landkreises Saarlouis für Kultur und Landschaft schlägt mit einem sehr gut recherchierten Beitrag von Horst-Dieter Göttert aus Beckingen über die Geschichte der Menninger Saarmühle mit der Einbeziehung von Fremersdorf eine historische Brücke zwischen den Kreisen Saarlouis und Merzig-Wadern.

Der Zufluss für die Mühle beziehungsweise den Mühlenteich mit den Mühlgräben wurde vom Ohligsbach gespeist. Nur wenige Schritte davon entfernt war die Anlegestelle der Fremersdorfer Fähre auf der rechten Saarseite. Deren Betrieb wurde nach jahrhundertelangem Dienst 1962 eingestellt. Seitdem stellt eine Fußgängerbrücke die Verbindung von Fremersdorf zum Bahnhof Fremersdorf auf Bietzer Bann her.

Die Saarmühle wurde bereits um 1520 als "Mühle gegenüber Fremersdorf" erwähnt. 1546 leiteten die Amtsleute von Siersberg und Saarburg wegen der beiden Fürsten von Trier und Lothrin-gen eine Untersuchung ein, um die Zugehörigkeit der beiden Dörfer Bietzen und Menningen zum Hochgericht Merzig-Saargau zu klären. Sehr ausführlich wird über die wechselnden Besitzverhältnisse berichtet. 1828 erwarb der Fremersdorfer Gutsbesitzer Charles Ambroise Villeroy die Mühle mit den Ländereien. 1842 wurde eine Turbine mit einer gusseisernen Achse von der Dillinger Hütte einge-richtet. Beim Bau der Bahnstrecke Saarbrücken-Trier 1858/60 wurde das Anwesen durch den Bahndamm zerschnitten. 1893 baute man in der Saarmühle eine Gruson'sche Kugelmühle zum Vermahlen von Thomasschlacke der Dillinger Hütte ein.

In den 1970er Jahren kam das ehemalige Mühlengelände in Landesbesitz, um die vorbeiführen-de B 51 im Zuge der Saarkanalisierung auszubauen. Danach wurden die Gebäude abgerissen.

Horst-Dieter Göttert hat im neuen Mitteilungsblatt den Jahrgang 1843 des Amtsblattes der Regierung zu Trier nach interessanten personengeschichtlichen Veröffentlichungen untersucht.

Auch aus dem Bereich des heutigen Kreises Merzig-Wadern gibt es eine Reihe unterschiedlicher Mitteilungen. Als flüchtige Verbrecher wurden Michael Kiefer, Tagelöhner zu Oberleuken, und Mathias Klein, Schreiner zu Merzig, wieder "eingebracht". Steckbrieflich gesucht wurde die "gewerbslos umherziehende" Barbara Ganz aus Wadern als dringend verdächtig, in Ruwer einen Diebstahl begangen zu haben. Erfreulicher dagegen die Personal-Chronik, wonach unter anderem Augustin Lohrig aus Wadern zum Civil-Supernummerar ernannt und Herr Mayer die "vacante" Kreis-Secretair-Stelle zu Merzig commissarisch übertragen wurde. Zur Ausübung der Entbindungskunst wurden die Lehrtöchter Anna Maria Seiler, Merzig, und Catharina Wagner, Losheim, für tüchtig befunden und als Hebammen approbiert. Ursula Neumann (Saarlouis) befasst sich ausführlich mit dem 1816 erstmals erschienen Intelligenzblatt des Kreises Saarlouis, dessen Name sich mehrfach änderte und von 1843 bis 1850 unter anderem auch für die Kreise Merzig, Ottweiler, Saarburg und Deutsch-Lothringen zuständig war.

"Unsere Heimat" ist für vier Euro in den Saarlouiser Buchhandlungen Pieper und Bock&Seip, bei der Vereinigung für Heimatkunde im Landratsamt Saarlouis (Kreisarchiv) und in der Merziger Buchhandlung Bock&Seip erhältlich.