Betend zur Harlinger Wallfahrtskapelle

Harlingen · Der Pfarrgemeinderat lädt für Mariä Himmelfahrt zur Pilgermesse in der Bietzer Pfarrkirche mit anschließender Prozession zur Wallfahrtskapelle in Harlingen ein. Kirchenchor und Musikverein begleiten die Prozession.

 Blick auf die Harlinger Wallfahrtskapelle. Foto: Axel Welsch

Blick auf die Harlinger Wallfahrtskapelle. Foto: Axel Welsch

Foto: Axel Welsch

Eine Pilgermesse mit anschließender Bittprozession zur Wallfahrtskapelle Beatae Mariae Virginis in Harlingen organisiert der Pfarrgemeinderat an Mariä Himmelfahrt, Freitag, 15. August.

Die Pilgermesse mit Kräuterweihe beginnt um 10 Uhr in der Pfarrkirche Bietzen, gelesen von Pastor Klaus Bernhard Stankowitz, mitgestaltet vom Kirchenchor. Die anschließende Bittprozession zur Wallfahrtskapelle in Harlingen wird begleitet vom Bietzener Kirchenchor unter der Leitung von Priesterseminarist Johannes Kerwer und vom Musikverein Cäcilia Bietzen unter Dirigentin Simone Litera.

Um 14.30 Uhr gibt es in der Gnadenkapelle zudem eine feierliche Marienandacht zusammen mit der Pfarreien-Gemeinschaft St. Peter Merzig. Der Kirchenchor umrahmt die Andacht mit mehrstimmigen Marienliedern. Auf dem Kapellenvorplatz findet außerdem das traditionelle Kapellenfest des Ortsrats statt. Pilger und Prozessionsteilnehmer sind zum Verweilen eingeladen.

Ankommende Pilgergruppen waren vor und während des Zweiten Weltkrieges und bis in die Nachkriegszeit ein fast alltägliches Bild in Harlingen . Sie kamen aus tiefster religiöser Überzeugung, um ihre Sorgen und Nöte der Gottesmutter vorzutragen, ihre Fürsprache und Hilfe zu erflehen, oder für empfangene Hilfe Dank zu sagen. Dies bezeugten oft die zahlreichen im Altarraum angebrachten Votivtafeln.

Pastor ließ Gemälde entfernen

Das kostbare gotische Gnadenbild, eine thronende Madonna mit Kind, wahrscheinlich aus dem 13. Jahrhundert, stand bis 1924 auf der Konsole an der Westwand in einem Glasschrein. Laut Schreiben vom 20. August 1924 befand sich das Gnadenbild zur Restrauration in einer kirchlichen Kunstanstalt in St. Wendel. Der damals amtierende Pastor ließ nach der Restaurierung das Gnadenbild auf den Hochaltar "um es besser vor Feuchtigkeit zu schützen und der Besichtigung freier zugänglich zu machen."

Die Barock-Madonna aus dem 18. Jahrhundert, mit den beiden flankierenden Engeln, zierte bis zu diesem Zeitpunkt den Hochaltar. Ihr neuer Standort wurde die Konsole an der Westwand. Eigens für die Muttergottes war an der Nordwand, in einem mächtigen Stuckrahmen, ein stark vergrößertes Gemälde nach dem bekannten spanischen Maler Diego Valezques "Die Krönung Mariens" aufgemalt.

Durch diese gravierende Veränderung mit dem Strahlenkranz wurde "Die Krönung Mariens" doppelt dargestellt, das prächtige Altarbild seiner Aussagekraft beraubt. Der damalige Pastor ließ das wertvolle Gemälde samt Stuckrahmen bei der Beseitigung von Kriegsschäden 1948 bis 1951, entfernen. Im August 1957 erhielt der Münchner Kunstmaler Franz Schilling den Auftrag, ein neues, zeitgenössisches Altarbild, "Die Dreifaltigkeit", aufzumalen.

In den Jahren 1989 bis 1991 wurde eine stilgerechte Restaurierung des barocken Sakralraumes durchgeführt, das moderne Altarbild entsprach nicht mehr den neuen Raumverhältnissen und wurde übertüncht.