| 20:08 Uhr

Merzig
Geniale Sänger, Tänzer und Choreografen

 Ein Auszug aus dem Musical Mary Poppins ist bei „Best of Musical Starnights“ zu hören.
Ein Auszug aus dem Musical Mary Poppins ist bei „Best of Musical Starnights“ zu hören. FOTO: Pictures
Jonathan Pohl (24 Jahre) und Pauline Schubert (23) treten mit „Best of Musical Starnights“ am 26. und 28. Januar in Merzig auf.

In welchen Rollen sind Sie in der Show zu erleben?


JONATHAN POHL Wir übernehmen alle mehrere Rollen. Ich singe zum Teil „Jekyll & Hyde“, aber auch „Phantom der Oper“. Und den Grafen von Krolock aus „Tanz der Vampire“.

PAULINE SCHUBERT Und ich singe zum Beispiel zum Grafen von Krolock die Sarah und spiele die Elisabeth in dem Musical „Elisabeth“. Aber ich singe auch in „Die Schöne und das Biest“ und die Lisa bei „Jekyll & Hyde“.



In welcher Sprache singen Sie?

SCHUBERT Das ist unterschiedlich. Es werden vor allem die Hits aus den Musicals, die in Englisch berühmt geworden sind, in Englisch gelassen. Aber gerade wir zwei singen sehr viel auf Deutsch und einige andere Mitglieder der Truppe, die Deutsch nicht als Muttersprache haben, haben Sachen auf Deutsch gelernt.

Die meisten Besucher kommen doch bestimmt wegen der Hits in die Show. Haben Sie auch unbekanntere Lieder im Programm?

POHL Nun, „Jekyll & Hyde“ wird vielleicht nicht jeder kennen. Oder „Hairspray“, das eher ein typisch amerikanisches Musical ist. Aber das meisten Lieder wird man wiedererkennen.

SCHUBERT Wir haben uns schon auf die Hits der erfolgreichen Musicals eingeschossen.

Wo gehen Sie auf Tour mit dieser Show – ist das auf den deutschsprachigen Raum begrenzt?

POHL Wir sind zum größten Teil in Deutschland unterwegs und haben dann noch drei Vorstellungen in Österreich: in Wien, Linz und Graz.

Wann endet die Tour?

POHL Ende Februar.

Was haben Sie vor dieser Tournee gemacht?

POHL Ich war gerade vier Monate an Bord der Aida und habe dort gesungen.

SCHUBERT Und ich habe gerade erst meinen Abschluss in London gemacht. Ich bin also noch ganz frisch auf der Musicalbühne.

Was ist für Sie reizvoller, auf Tour zu gehen oder ein festes Engagement in einem Haus zu haben?

SCHUBERT Es hat beides seine Vor- und Nachteile. Der Reiz der Tournee ist, dass man sehr viel über Deutschland lernt. Das ist einfach cool. Es sind so viele Städte dabei, von denen ich zuvor noch nie etwas gehört hatte – Pirmasens zum Beispiel. Auf Tour ist es auch sehr abwechslungsreich, weil man sich jeden Abend auf ein neues Haus einstellen muss. Das ganze Team wächst so sehr zusammen, weil man während der Tournee sehr isoliert von der Außenwelt lebt.

Sie erwähnten es gerade, dass Sie sich jeden Abend auf neue Bühnen einstellen müssen. Die sind ja zum Beispiel unterschiedlich groß. Wird das Bühnenbild dann entsprechend verändert und müssen Sie sich als Darsteller immer wieder auf andere Laufwege einstellen?

POHL Die Bühne bei uns bleibt immer gleich. Wir haben auch keine komplizierten Aufbauten, mit denen wir unterwegs sind. Aber wir spielen zum Beispiel in der Berliner Philharmonie – dort wird die Bühne definitiv ein bisschen größer sein. Die Bühne ist stets so aufgeteilt, dass auch wir immer wissen, wo wir stehen müssen. Und wir haben Markierungen auf dem Boden, nach denen wir uns richten können.

SCHUBERT Und wir haben ganz fantastische Tänzer, die sehr professionell damit umgehen und sich unterschiedlich verteilen können auf der Bühne.

Ist die Truppe durch ein Casting zusammengesetzt worden?

SCHUBERT Es gab offizielle Castings in London, wo vor allem die Tänzer und die Sänger gecastet wurden. Es gab aber auch eine kleine Runde speziell für deutsche Sänger, weil die in London natürlich schwieriger zu finden sind als in Deutschland. Jonathan hat zum Beispiel eine Video-Audition gemacht.

POHL Ja, von der Aida.

Sind Sie beide festgelegt auf Musicals oder können sie sich auch eine Karriere in einer anderen Musik-Sparte vorstellen?

POHL Ich sehe mich schon beim Musical – und wenn schon etwas anderes, dann noch am ehesten Schauspiel.

SCHUBERT Ich möchte unbedingt auch Schauspielerin sein.

Haben Sie einen Traum von dem, was Sie unbedingt einmal machen wollen?

POHL Mein Traum ist, seit ich zurückdenken kann, dass ich einmal auf einem Album mitsinge und dass ich mithelfen kann, diese Rolle zu schreiben. Dass ich also ein Teil des gesamten kreativen Prozesses bin und nicht nur probe und aufführe.

SCHUBERT Das ist bei mir ganz ähnlich. Es gibt in London sehr viel neues Musiktheater, das noch gar nicht bekannt ist, und da sind viele Geschichte dabei, die noch viel zu wenig auf den Bühnen zu erleben sind. Und da möchte ich sehr gerne mit unter den Vorreitern sein, diese Geschichten zu etablieren.

Wie durchtrainiert sind Sie, dass Sie eine ganze Show oft gleichzeitig singen und tanzen, ohne dass das Publikum auch nur ein Hecheln oder Keuchen hört?

POHL Wir werden halt von Anfang an dafür trainiert, dass wir das alles so machen können, dass wir zwei Stunden gleichzeitig tanzen und singen können.

SCHUBERT Wir starten zum Beispiel jeden Morgen mit einem sehr intensiven Warm-up, bei dem man ausdauermäßig richtig an die Grenze kommt. Das hilft auch sehr.

Sie haben beide Erfahrung auch außerhalb Deutschlands. Unterscheidet sich das Publikum irgendwie?

POHL Außerhalb Deutschlands habe ich zum Beispiel in den USA gearbeitet, ich habe nämlich dort meine Ausbildung gemacht, und dort kennen sich die Leute ein bisschen besser aus mit Musicals. In Deutschland sind es immer noch diese großen Hits, die am besten rüber kommen. Aber die Entwicklung hier geht sicher auch irgendwann in die Richtung, wie es in Amerika ist.

SCHUBERT Ich kann das nur mit London vergleichen, wo es richtig eingefleischte Musical-Fans gibt, die sich für alles interessieren. Da ist die Stimmung auch wirklich von Abend zu Abend anders.

Wie geht es mit Ihrer Karriere nach dieser Show weiter?

POHL Im Moment habe ich noch keine Pläne für die Zeit danach. Aber ich werde auch jetzt während der Tournee ein paar Auditions machen.

SCHUBERT Ich werde wieder nach London gehen und dort Auditions machen. Gerade am Anfang einer Karriere muss man sehr flexibel sein.

Drei Gründe in „Best of Musical Starnight“ zu gehen.

SCHUBERT Wir haben geniale Tänzer, die sieben, acht Nummern am Stück auf die Bühne bringen und immer noch nicht aus der Puste sind. Wir haben geniale Choreografien und wir haben tolle Kostüme und sehr sehr begeisterte Sänger.

POHL Wir als Sänger sind am meisten von den Tänzern begeistert – und wahrscheinlich ist es umgekehrt auch so.