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Besseringer Kinder werden umziehen müssen

Besseringer Kinder werden umziehen müssen

Vor 15 Jahren wurde das Awo-Kinderhaus gebaut. Wegen baulicher Mängel soll es nun abgerissen aber nicht ersetzt werden. Das sorgt für Unruhe bei den Eltern (die SZ berichtete). Die Stadtverwaltung bezieht Stellung.

Eigentlich noch kein Alter für ein Gebäude : Vor 15 Jahren ist das Awo-Kinderhaus in Besseringen gebaut worden. Nun weist es erhebliche baulicher Mängel auf. "Diese wurden bei einer grundlegenden Untersuchung des Gebäudes in den Sommerferien festgestellt worden", teilt am Freitag die Stadtverwaltung mit. Das Haus ist demnach in einem maroden Zustand "und kann mit Blick auf Sicherheitsaspekte und Gesundheitsrisiken nicht mehr dauerhaft genutzt werden". Ein Erhalt des Gebäudes würde Sanierungskosten in Höhe von 875 000 Euro verursachen, rechnet die Verwaltung vor. Ein Abriss mit anschließendem Neubau würde mit rund 1,2 Millionen Euro zu Buche schlagen. Für die zusätzlichen Maßnahmen seien keine Zuschussmittel des Landes und des Kreises zu erwarten. Der städtische Haushalt würde also in erheblichem Umfang belastet.

Vor diesem Hintergrund will die Stadt Merzig laut Pressemitteilung das Angebot des jetzigen Awo-Kinderhauses im unmittelbar benachbarten städtischen Kindergarten sowie in Räumen der ebenfalls direkt neben dem Kinderhaus gelegenen Freiwilligen Ganztagsschule integrieren. Die Verwaltung: "Dies wurde mit dem Awo-Landesverband abgestimmt." Sowohl Kindergarten als auch Schulstandort werden derzeit aufwendig modernisiert und zum "Kindercampus Besseringen " weiterentwickelt.

"Unser Ziel ist es, dass die Eltern der Kinder, die derzeit die Awo-Einrichtung in Besseringen besuchen, auch weiterhin ein umfassendes Betreuungsangebot im Bereich der Kita und des Hortes erhalten", unterstreicht Bürgermeister Marcus Hoffeld , CDU . "Das heißt: Sowohl die bestehende Qualität der Leistungen, als auch die Öffnungszeiten sollen möglichst gleich bleiben. Die Rahmenbedingungen der Betreuung sollen sich auch künftig nicht verschlechtern", versichert Hoffeld.

Beigeordneter Dieter Ernst , SPD , der Dezernent des Bau- und Umweltamtes, verweist auf die leeren kreisstädtischen Kassen: "Sowohl eine aufwändige Sanierung als auch ein Neubau sind im Hinblick auf die enormen Kosten aufgrund der städtischen Haushaltslage nicht umsetzbar." Die in Besseringen anvisierte Lösung sei "unter Berücksichtigung aller Faktoren die einzig sinnvolle", steht für ihn fest. Ernst: "Entscheidend ist, dass auf Dauer ein gutes und bedarfsgerechtes Angebot erhalten bleibt und ein im Sinne der Kinder guter Übergang in die neue Situation gelingt."

Der Stadtverwaltung sei es wichtig, "die Wünsche und Anliegen der Eltern bei der künftigen Lösung zu berücksichtigen und mit einfließen zu lassen", unterstreicht Christian Wurzer, Leiter des bei der Kreisstadt für Kindergärten zuständigen Amtes für Soziales, Bildung und Sport. Er zeigt Verständnis für die Eltern , die das Awo-Kinderhaus gerne für ihre Kinder behalten hätten. Daher habe die Stadt nach Abstimmung mit der Arbeiterwohlfahrt als Trägerin kurzfristig zu dem Elternabend am Montag eingeladen. Die Eltern habe man frühzeitig informieren und deren Fragen beantworten wollen.

"Die uns beim Elternabend mitgeteilten Anregungen der Eltern stimmen wir mit dem Landesjugendamt, dem Landkreis und dem Bildungsministerium ab und werden die Eltern über die Ergebnisse zeitnah informieren", kündigt Hoffeld an.