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„Besonderes Geschenk Gottes“

„Besonderes Geschenk Gottes“

Die Pfarrkirche Herz Jesu war an Ostermontag voll wie selten, als Pfarrer i. R. Josef Maas sein Diamantenes Priesterjubiläum feierte (wir berichteten kurz). Kein Wunder, ist der 85 Jahre alte, vitale Jubilar doch ein Besseringer und eine angesehene Persönlichkeit dazu.

Am 12. Mai 1930 in Besseringen als Sohn des Eisenbahner-Stellwerkmeisters Johann Maas und seiner Frau Susanne geb. Schwarz geboren, wuchs Josef Maas in dem heutigen Merziger Stadtteil auf, besuchte dort die Volksschule und machte dann nach dem Wechsel ans spätere Gymnasium am Stefansberg in Merzig in Saarbrücken das Zentralabitur. Daran schloss sich von 1950 bis 1956 ein philosophisches und theologisches Studium in Trier und in Würzburg an. Am 17. März 1956 wurde Maas in Trier durch Bischof Matthias Wehr zum Priester geweiht. Einen Tag später feierte er in seiner Heimatpfarrkirche Herz Jesu in Besseringen seine Primiz.

Zweieinhalb Jahre war Maas dann als Kaplan in St. Martin in Trier tätig, bevor er am 1. März 1958 für die Auslandsseelsorge freigestellt wurde und lange Jahre in Italien tätig war. Erst 1967 kehrte er in die Heimatdiözese zurück.

Aus seiner Zeit in Italien resultieren auch seine persönlichen Kontakte zu den Päpsten Paul VI. und Johannes XXIII ., die er als Erzbischof Johannes Baptista Montini in Mailand beziehungsweise als Patriarchen von Venedig und Kardinal Angelo Giuseppe Roncalli kennen lernte.

In seiner Italien-Zeit war Maas zunächst als Religionslehrer an der katholischen deutschen Schule "Institutio Giulia der Schwestern Unserer Lieben Frau" und an der deutschen Schule des deutschen Hilfsvereins in Mailand, später dann an der Europaschule in Varese tätig. Am 1. Januar 1965 wurde er Rektor der Gemeinde der Katholiken deutscher Sprache in Mailand und Venedig. Zu den besonderen Ereignissen zählten unter anderem der Bau eines neuen Gemeindezentrums in Mailand mit der Einweihung durch Kardinal Montini sowie sein Besuch mit einer Abiturklasse des Instituto Giulia bei Bundeskanzler Adenauer in Cadenabbia.

Auch die seelsorgerische Betreuung der Attentäter von Südtirol bis zum Prozessende im Sommer 1984 oblag dem Saarländer, als diese im Gefängnis San Vittore inhaftiert waren. Zu den besonderen Ereignissen zählt für Maas auch sein feierliches Requiem für den verstorbenen Bundeskanzler Adenauer in der Basilika San Ambrogio in Mailand.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er am 1. Februar 1968 Pfarrer in Ralingen, zugleich Pfarrverwalter von St. Lambertus in Ralingen (Edingen). Später wurde ihm dann zusätzlich noch die Pfarrverwaltung der Pfarrei St. Jakobus der Ältere in Ralingen (Winterdorf) übertragen, 1971 wurde er von den Mitbrüdern des Dekanates Welschbillig zum Dechanten gewählt. 1976 wurde er zudem im Nebenamt zum Vicarius Cooperator der Italienischen Katholischen Mission in der italienischen Sprachgruppe in den Regionen Trier und Westeifel ernannt.

1997 Rückkehr in die Heimat



Noch heute erinnert er sich an das Requiem in der Kirche in Ralingen für die italienischen Piloten eines Starfighterabsturzes bei Godesdorf 1976.

Nach seiner Versetzung in den Ruhestand kehrte Maas Anfang 1997 in seine Heimat nach Besseringen zurück. 2002 versprach er dem damaligen Besseringer Pastor Fritz Johann Speicher an dessen Sterbebett seine Initiative zum Erhalt der St.-Gangolf-Kapelle in Verennes, der Heimat des heiligen St. Gangolf, fortzuführen. 30 000 Euro trug er in der Folge mit Hilfe der Gangolf-Pfarreien in Deutschland zusammen, so dass die notwendigen Renovierungen durchgeführt werden konnten. Bis heute hält Maas regelmäßig Gottesdienste in St. Gangolf bei Mettlach ab. Sein Diamantenes Priesterjubiläum wertet der vitale Jubilar dankbar als "besonderes Geschenk und große Gnade Gottes". Die Festmesse, an der neben vielen Glaubensbrüdern und Weggefährten auch zahlreiche Freunde und Gläubige der Pfarrei teilnahmen, zelebrierte er selbst, wobei ihm die Pfarrer Bernd Schneider und Johannes Kerwer zur Seite standen.

Dass die Festmesse auch ein musikalischer Glanzpunkt wurde, dafür sorgten Kantor Jürgen Diedrich an der Orgel und seine Mitstreiter. Dies waren Ute Nehrbauer, Sopran, Andrea Arnold, Alt, Janusz Mazurek, Tenor, und Heinz Kelzenberg, Bass, Lena Diedrich, Violine, Theresa Diedrich, Violine, und Benedikt Diedrich, Violincello.

Unter seiner Leitung präsentierten sie mit den Kirchenchören Cäcilia Besseringen und St. Josef Merzig mit Antonio Vivaldi (Gloria), Wolfgang Amadeus (Krönungsmesse/Laudate Dominum) ein kirchenmusikalisches Feuerwerk.