Berühren ausdrücklich erlaubt

Bei einem Steinmetz lernte Brigitte Masloh die Grundlagen der Bildhauerei und Plastik. Das Material Speckstein faszinierte sie von Anfang an. Gerne spielt sie mit dem Kontrast von poliertem und unbearbeitetem Stein.

Am Sonntag, 10. August, beginnt mit der Vernissage um 15 Uhr eine Ausstellung mit Speckstein-Skulpturen von Brigitte Masloh im Feinmechanischen Museum Fellenbergmühle in Merzig . Die in Ottweiler geborene Gymnasiallehrerin im Ruhestand arbeitete zunächst seit 1988 mit Sandstein.

Ihre Fertigkeiten und Grundlagen des Gestaltens mit Stein erlernte sie bei einem Steinmetz. 1994 bekam sie erstmals einen Speckstein in die Hände. Für sie war es nach eigener Aussage eine große Faszination von der ersten Berührung an. Seitdem beschäftigt sich Brigitte Masloh intensiv mit dem interessanten Material. Innig ineinander verschlungene Paare voll Zärtlichkeit, Verbundenheit und Nähe: Brigitte Maslohs Skulpturen strahlen eine unglaubliche Wärme aus - und das, obwohl sie aus glänzendem Speckstein gearbeitet sind. "Dieser Stein möchte einfach berührt werden", sagt Masloh, die auch bei Ausstellungen immer wieder beobachtet, wie Besucher - meist heimlich - mit den Fingern über die glatten Flächen streichen. Das ist auch ausdrücklich erlaubt, denn auch die taktile Erfahrung, die sinnliche Wahrnehmung gehört zur Faszination dieser Arbeiten. Gerade die Schwere des Specksteines - er hat eine höhere Dichte als Marmor - reizt Brigitte Masloh zu Leichtigkeit in der Gestaltung. Glatt polierte Oberflächen kontrastiert sie gerne in einer Skulptur mit Stellen von unbearbeitetem Stein. So erfährt der Betrachter beides: die ursprüngliche, raue, unscheinbare Erscheinung des Steines und das Geheimnis, auf das Masloh in seinem Inneren gestoßen ist. Zu Beginn der Arbeiten mit Speckstein hat sie zunächst noch mit dem Ansatz einer konkreten Form an die bildhauerische Gestaltung eines Werkstücks gestaltet.

Lyrik als Ergänzung

Formenspiele: „Freiraum“ . . .
. . . und „Felsenfreund“.

Dies hat sie jedoch recht bald zugunsten der Inspiration durch von Formen, Farben, Maserungen und ihrer Intuition verändert. Gerne lässt sich Brigitte Masloh dabei überraschen, was der Stein in sich verbirgt und durch ihre Bearbeitung an die Oberfläche lässt. Immer wieder entstehen harmonische, weiche Plastiken mit geschwungenen Flächen. "Weil ich den Stein so mag, kann ich damit nichts Hartes, Kaltes, Hässliches darstellen", meint die Künstlerin. Die meist menschlichen Themen wie Liebe, Freundschaft und Zuneigung, die ihr am Herzen liegen, drückt sie zudem in lyrischen Texten aus, die in enger Verbindung zu den Plastiken stehen. Die Arbeiten von Brigitte Masloh waren bereits in zahlreichen Ausstellungen im Saarland und dem angrenzenden Ausland zu sehen. Zudem hat die Saarbrückerin zwei Werkbücher veröffentlicht und Auszeichnungen bei verschiedenen Wettbewerben gewonnen.

Die Vernissage zur Ausstellung ist am Sonntag, 10. August, um 15 Uhr im Feinmechanischen Museum Fellenbergmühle, Marienstraße 34 in Merzig . Danach sind die Skulpturen bis zum 19. Oktober ausgestellt. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 14.30 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung, Telefon (0 68 61) 7 68 13.