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Leserbrief
Bemerkenswerte Ignoranz

Gustav-Rgler-Platz

Man muss sich mittlerweile fragen, was bei der überwiegenden Mehrheit der Repräsentanten unserer Stadt wohl überwiegen mag: Ignoranz oder Arroganz?


Es zeugt von einer bemerkenswerten Ignoranz, wenn der Deutsche Städte- und Gemeindebund angesichts der drohenden, wahrscheinlich immer häufiger auftretenden „Heißzeiten“ die Städte auffordert, für eine optimale Durchlüftung der Innenstädte zu sorgen und dessen ungeachtet hierzulande Pläne kursieren, wonach der Frischluftkorridor entlang des Seffersbachs durch einen Betonklotz verriegelt werden soll.

Dessen Ausmaße wurden erst durch die visualisierten Pläne sichtbar, die Heinz Temmes für die Bürgerinitiative „Gustav-Regler-Platz“ angefertigt hat. Diejenigen Bürger, die seine Zeichnungen der geplanten Gebäude gesehen haben, waren regelmäßig schockiert, weil sie sich diese Ungeheuerlichkeit zuvor gar nicht haben vorstellen können.



Nicht minder skandalös als die Ignoranz der Verfechter eines solchen Mammutbaus auf dem Gustav-Regler-Platz ist die Arroganz einer Mehrheit städtischer Amtsinhaber, die glauben, die Proteste eines großen Teils der Bürger von Merzig und Umgebung nicht ernst nehmen zu müssen. Jene schon jetzt zirka 2500 Bürger, die mit ihrer Unterschrift gegen die Errichtung eines Gebäudes auf dem Gustav-Regler-Platz votiert haben, stehen nicht allein. Sie stehen für eine Mehrheit jener Bürger, die sich – nach der unsäglichen Verschandelung des Umfeldes des Fellenberg-Schlösschens durch ein Shopping-Center – keine weitere Zerstörung des Kernbereichs ihrer Stadt mehr bieten lassen wollen. Wenn eine Stadtratsmehrheit weiterhin glaubt, über die Köpfe der Bürger hinweg und gegen deren vitalen Interessen agieren zu können, so sollte sie sich darüber im Klaren sein, dass sie bei den Kommunalwahlen im kommenden Frühjahr durchaus eines Besseren belehrt werden kann.

Klaus D. Kirsch, Hilbringen