Bei sechsten Neujahrsspringen war der Zeltpalast Merzig ausverkauft

Kostenpflichtiger Inhalt: Neujahrsspringen im Zeltpalast : Zum Abschluss ein Tänzchen vom Sieger

Hochklassigen Sport und fantastische Stimmung bot das sechste Neujahrsspringen am Samstag im Merziger Zeltpalast.

Ein mit über 1000 Zuschauern erneut ausverkaufter Zeltpalast. Eine durchgängig stimmungsvolle Atmosphäre samt großartiger Höhepunkte und Höhenflüge. Dazu noch ein deutsches Duell um den Sieg und sogar fast ein neuer Stabhochsprung-Weltrekord unterm Dach: Das sechste Merziger Neujahrsspringen erfüllte am Samstag einmal mehr alle Erwartungen. „Die 5,71 Meter waren nicht unmöglich, sie haben gewackelt“, hält Werner Klein, der Chef-Organisator des längst etablierten Spektakels, nach dem Wettkampf der 14 internationalen Stabhochsprung-Größen fest.

Derjenige, der fast für den ganz großen Wurf im engen Rund gesorgt hätte, war Torben Blech. Der 24-jährige Wahl-Kölner scheiterte drei Mal nur knapp am Versuch, die bisherige Bestmarke des zweifachen Merzig-Siegers Raphael Holzdeppe um einen Zentimeter zu steigern. Mit stehenden Ovationen feierten die Zuschauer den ehemaligen Zehnkämpfer, als er um kurz vor 20 Uhr den letzten Versuch absolvierte. Und der Sieger ließ sich von den Moderatoren des Abends zu einer kleinen Tanzeinlage zu der Musik inspirieren, die ihn auch bei seinen Sprüngen über immer neue Höhen getragen hatte: Zu Whitney Houstons 80er-Jahre-Hit „I wanna dance with somebody“ ließ Blech unter dem frenetischen Beifall der Besucher die Hüften kreisen.

Kein Platz blieb frei am frühen Samstagabend beim Neujahrsspringen im Zeltpalast. Foto: Ruppenthal

Obwohl der Rekord nicht fällt, ist Blech die Freude über den Erfolg beim Neujahrsspringen anzumerken. Mit 5,61 Meter hatte er die Vereinsmeisterschaft mit seinem Clubkamerad bei Bayer Leverkusen, dem WM-Vierten Bo Kanda Lita Baehre, für sich entschieden – nicht zuletzt dank der tollen Unterstützung des Publikums, vor dem sich Blech nach seinem letzten Akt dankbar nach allen Seiten hin verneigt.

Aufmerksame Zuschauer: Meeting-Organisator Werner Klein mit seinem Enkel. Foto: Ruppenthal

Und auch die meisten Zuschauer sind nach dem Wettkampf dankbar, dass sie beim Spektakel im Zeltpalast dabei sein durften – das wird auf der After-Jump-Party im großen Vorraum des Zeltpalasts mehr als deutlich. Bei einem Kaltgetränk oder einer kleinen Mahlzeit schwärmten die Besucher von dem, was ihnen geboten wurde: „Wir saßen direkt unter der Stange – das war einfach nur atemberaubend und begeisternd. Ich bin eigentlich nicht der ganz große Leichtathletik-Fan, aber das hier ist halt etwas ganz anderes. So nahe ist man an den Sportlern nirgends dran“, zeigte sich Giuseppe D’Auria aus Merzig angetan von der Veranstaltung des Landkreises Merzig-Wadern und der Stadt Merzig. Im Gegensatz zum 67-Jährigen war seine Frau Ruth zum ersten Mal dabei: „Ich fand’s einfach fantastisch. Ich bin eigentlich gar kein Leichtathletik-Fan – aber heute definitiv auf den Geschmack gekommen. Wir werden nächstes Jahr sicher wieder hier sein.“

Gerne genutzt wurde nach dem Wettkampf auch die Möglichkeit zur Begegnung mit den Athleten im Gastrozelt. Der Pole Pawel Wojciechowski  (2.v.r.) und Malte Mohr (3.v.r.) verteilten Autogramme. Foto: Ruppenthal

Sofern das Paar wieder an Tickets kommt, denn das Neujahrsspringen ist begehrt wie eh und je. „Wir sind unheimlich stolz, dass wir diese Veranstaltung haben und sie erneut derart schnell ausverkauft war“, hatte Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich am späten Nachmittag bei ihrer Begrüßung betont. Innerhalb von zehn Tagen waren sämtliche Karten vergriffen gewesen. Zu den Glücklichen zählte erstmals auch Jette Beining: „Es war einfach nur toll. Eine wunderbare Atmosphäre und großer Sport – wenn es klappt, bin ich nächstes Jahr auf jeden Fall wieder hier“, bekräftigte die Merzigerin.

Beifall nicht nur für den Sieger, sondern für alle Teilnehmer spendeten Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich (l.) und Merzigs Bürgermeister Marcus Hoffeld (r.). Foto: Ruppenthal

Sie lag damit auf einer Wellenlänge mit Werner Klein: „Vor allem hinten raus war das ein fantastischer Wettkampf. Ich glaube, die Menschen hier im Rund gehen alle sehr zufrieden nach Hause. Ich selbst habe wieder sehr viele Gratulationen entgegen genommen. Die Sponsoren sind zufrieden, die Sportler und Trainer sind zufrieden – was will man mehr“, sagte der Cheforganisator des Neujahrsspringens. Für ihn heißt es jetzt bereits: Nach dem Springen ist vor dem Springen – und nächstes Jahr klappt es vielleicht auch mit dem Rekord bei wie immer rekordverdächtiger Stimmung.