| 20:32 Uhr

Merzig
BBZ heißt jetzt „Jean-François-Boch-Schule“

Feierstunde am BBZ Merzig zur Verleihung des neuen Namens „Jean-François-Boch-Schule“: Es kamen zahlreiche Ehrengästen, im Hintergrund zu sehen ist das von Mike Mathes geschaffene Porträt des Namensgebers.
Feierstunde am BBZ Merzig zur Verleihung des neuen Namens „Jean-François-Boch-Schule“: Es kamen zahlreiche Ehrengästen, im Hintergrund zu sehen ist das von Mike Mathes geschaffene Porträt des Namensgebers. FOTO: Landkreis Merzig-Wadern/Werner Klein
Merzig. Aus der Taufe ihres BBZs haben Schüler und Lehrer ein Fest gemacht. Die Wahl fiel auf den Unternehmer, da er ein echter Saarländer war.

Musikalisch begann diese ganz spezielle „Taufzeremonie“: Mit Klavierklängen von „bbz in concert“-Teilnehmer und Schüler Jonathan Richter startete am Freitag die Feierstunde zur Namensverleihung am Berufsbildungszentrum (BBZ) Merzig. Die Merziger Schule mit ihren zwei Standorten (Von-Boch-Straße und Waldstraße) trägt künftig den Namen „Jean-François-Boch-Schule“.


Schulleiter Andreas Heinrich und Schülervertreterin Helen Helfen begrüßten hierzu unter anderem den Minister für Bildung und Kultur Ulrich Commerçon, Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich vom Schulträger, dem Landkreis Merzig-Wadern, die Landtagsabgeordneten Martina Holzner (SPD), Frank Wagner und Stefan Thielen (beide CDU) sowie Eugen von Boch, der als Vertreter der Familie des Namensgebers nicht fehlen durfte. Als Gastgeschenk wurden von der Schule limitierte Villeroy&Boch-Becher aus der Serie „New Wave“ an die Ehrengäste überreicht. Diese Becher existieren weltweit nur 30 Mal und wurden für diese Veranstaltung mit dem Foto von Jean-François Boch versehen.

Lehrerin Christina Maurer moderierte die Veranstaltung und ließ Landrätin Schlegel-Friedrich den Vortritt zur ersten Ansprache. Die Landrätin beteuerte, dass sie froh über diese Namenswahl sei und der neue Name auch neue Aufmerksamkeit auf das BBZ lenken sollte – denn Berufsbildungszentren bräuchten mehr Aufmerksamkeit, sagte Schlegel-Friedrich. „Villeroy&Boch ist ein Unternehmen, das eng mit dem Landkreis verknüpft ist, imageprägend für diesen ist und worauf die Bewohner stolz sind“, betonte Schlegel-Friedrich. Jean-François Boch habe 1819 die Witwen-, Waisen- und Krankenversicherung etabliert und sich damit als sozial verantwortlich gegenüber seinen Mitarbeitern erwiesen. Sie betonte, dass „Wirtschaft und Wirtschaften mehr bedeutet, als nur die eigene Kasse zu füllen, sondern auch soziale Verantwortung zu übernehmen“.



Das BBZ Merzig ist nach ihren Angaben mit 1200 Schülern die größte Schule des Landkreises Merzig-Wadern, und ein Berufsbildungszentrum soll nach Ansicht der Landrätin für mehr stehen als eine reine Ausbildungsstätte, die nur zur Befähigung für Erfolg im Beruf dient. Schlegel-Friedrich ergänzte, dass in den kommenden Jahren 1,5 Millionen Euro zur Modernisierung des Merziger BBZs und der Schule in Nunkirchen zur Verfügung gestellt werden.

„Eine gute Schule erkennt man daran, ob man sich willkommen fühlt“, urteilte Bildungsminister Ulrich Commerçon. Der Kernauftrag einer Schule sei der einzelne Schüler, der im Vordergrund stehen sollte, erläuterte der Minister. Zudem sicherte er weitere finanzielle Unterstützung des Landes zu, wobei er ein besonderes Lob für die Aufnahme von 170 Geflüchteten an der Schule aussprach. Auch der Namensgeber Jean-François Boch steht für die „gegenseitige soziale Verantwortung zueinander“, betonte der Minister.

Kulturelle Aspekte würden an dieser Schule stark betont, weswegen gerade Fächer wie Bildende Kunst, Musik und Sozialkunde nicht vernachlässigt werden sollten. „Wertegebundener Unterricht gehört zum Unterricht dazu und Schule darf nicht nur ökonomischen Sachzwängen unterliegen“, sagte Commerçon. Auch Wolfgang Quinten, Vorsitzender des seit 2005 bestehenden Schulfördervereins, sagte eine weitere Förderung der Schule zu.

Frank Jakobs, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Merzig-Wadern, sagte, als Partner der Schule biete die Sparkasse die Möglichkeit, die Schüler, die ihr Fachoberschulpraktikum dort machen, später bei sich zu beschäftigen. Jedes Jahr freue er sich, diesen Schülern eine Ausbildung anzubieten und diese bei entsprechender Leistung auch unbefristet zu übernehmen. Außerdem unterstütze die Sparkasse die Veranstaltung „bbz in concert“, zusätzlich werde das jedes Jahr stattfindende „Planspiel Börse“ als Leistungsnachweis an der Schule anerkannt. Weiterhin unterstützt das Geldinstitut das Projekt „Helfen macht Schule“, wobei dabei inzwischen eine Gesamtspendensumme von 35 000 Euro zur Förderung aller Grundschulen, Förderschulen und seit diesem Jahr auch weiterführenden Schulen zusammen gekommen ist. Merzigs erster Beigeordneter Dieter Ernst betonte ebenfalls die Bedeutung des Namenspatrons Boch, der als Mitbegründer der keramischen Industrie prägend für diese Stadt steht.

Lehrerin und Moderatorin Christina Maurer machte auf das Programm ihrer Schule „Tanzen braucht keine Sprache“ aufmerksam. Dabei wären kulturelle Unterschiede, Religion oder Herkunft nicht von Bedeutung. Die Gruppe „Dancing Students“ zeigte exemplarisch dafür eine Tanzeinlage. Der Saarlouiser Künstler Mike Mathes steuerte ebenfalls etwas zur Namensgebung bei: Im Rahmen seiner Kunstaktion „1000 Augen“, die für Menschlichkeit und Lebensmut steht, überreichte er der Schule ein Portrait von Jean-François Boch. Dazu sagte er: „Ein Auge ist nicht genug. Aller Augen müssen sich darauf richten, Leben zu schaffen und zu bewahren.“.