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Merzig
Bauhof vorerst nicht bei Straßenmeisterei

Besseringen. Gemeinsame Nutzung von neuem Standort im Besseringer Gewerbegebiet Bruchwies durch Stadt Merzig und LfS ist vom Tisch.

„Merzig bekommt neue Straßen- und Autobahnmeisterei“, so hatte die Schlagzeile in der Saarbrücker Zeitung Ende Januar gelautet. Im Gewerbegebiet Bruchwies in Besseringen soll für rund 7,6 Millionen Euro ein neuer Standort für die Dienststelle des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS) errichtet werden, der bislang in der Rieffstraße in Merzig angesiedelt ist. Die dortigen Gebäude sind allerdings in die Jahre gekommen und dringend sanierungsbedürftig.


Eigentlich hatte die Stadt Merzig geplant, gemeinsam mit dem LfS im Besseringer Gewerbegebiet auch einen neuen zentralen Standort für den städtischen Bau- und Betriebshof anzusiedeln. Doch daraus wird wohl – vorerst – nichts, wie der Merziger Bürgermeister Marcus Hoffeld und sein Stellvertreter, der hauptamtliche Beigeordnete Dieter Ernst gegenüber der SZ erklärten. Ein Grund ist nach den Worten von Hoffeld und Ernst die unterschiedliche Planungsreife der beiden Vorhaben. Der Verwaltungschef: „Der LfS hat mit seinen Planungen für eine Umsiedlung der Straßenmeisterei viel früher angefangen als wir, da gab es einen über mehrere Jahre reichenden Vorlauf.“ Die Kreisstadt indes hat sich erst in den letzten Monaten mit einer möglichen Umsiedlung der Baubetriebshofes beschäftigt, dessen Hauptsitz sich zurzeit in der Straße Am Gaswerk befindet – hinzu kommen mehrere weitere Standorte, die übers Stadtgebiet verteilt sind. Marcus Hoffeld: „Wir haben auch mit dem LfS gesprochen, ob wir die Umsiedlung gemeinsam angehen können.“ Der Landesbetrieb habe aber nicht weiter warten wollen, bis auch Merzig seine Planungen konkretisiert habe, und er habe der Stadt gegenüber auch zum Ausdruck gebracht, dass er keine gemeinsame Nutzung des Geländes wünscht. Denkbar gewesen wäre zum Beispiel eine gemeinsame Werkstatt, Büroräume, Waschanlagen für die Betriebsfahrzeuge oder gemeinsame Materiallager. Dies aber unterbindet das so genannte Kooperationsverbot, erläutert Ernst: „Aktuell ist eine Kooperation von Landes- oder Bundesbetrieben und Einrichtungen der Kommunen gesetzlich untersagt.“

Dennoch arbeite die Stadt weiter an einem neuen Standort für den Bauhof, denn die Gebäude in der Straße Am Gaswerk seien ebenfalls sanierungsbedürftig. Hoffeld: „Wir denken darüber nach, ob wir die auf mehrere Stellen verteilten Standorte an einem neuen Platz bündeln können.“ Dieser könne sich auf einer Fläche befinden, die an das Gelände der neuen LfS-Autobahnmeisterei angrenzt. Das gebe der Stadt auch die Möglichkeit, das bisherige Bauhof-Gelände in durchaus interessanter Lage mitten in der Stadt zu vermarkten. Wobei Bürgermeister und Beigeordneter betonen: „Eine Umsiedlung wird nur dann stattfinden, wenn sie wirtschaftlich und finanziell Sinn macht.“ Es könne auch sein, dass der bisherige Standort erhalten bleibe und saniert werde.