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Jugendfußball
Barcelona zu Gast im Blättelbornstadion

In der Endrunde des Zender Cups 2017, ausgetragen im Blättelbornstadion Merzig, triumphierte die Mannschaft von Benfica Lissabon.
In der Endrunde des Zender Cups 2017, ausgetragen im Blättelbornstadion Merzig, triumphierte die Mannschaft von Benfica Lissabon. FOTO: Heiko Britz / Heiko Britz__www.digfot.de
Merzig. Den Ruf als „bestes U 14-Fußball-Turnier Deutschlands“ hat der Talents-Cups schon seit Jahren. Bei der zwölften Auflage stößt das Turnier aber in neue Dimensionen vor. Von David Benedyczuk

Er hatte angekündigt, dass er es wieder und wieder probieren werde. Schon als das U-14-Turnier um den Zender-Talents-Cup noch bei der DJK Dillingen stattfand, war es dieses eine Ziel, das bei Turnierorganisator Sebastian Britz ganz oben auf der langen Aufgabenliste stand. Nun hat er es tatsächlich geschafft: Zur zwölften Auflage des international längst anerkannten Cups wird erstmals der Nachwuchs des großen FC Barcelona auf dem Kunstrasen des Merziger Blättelbornstadions zu bestaunen sein.


Spätestens damit dürfte der im Zusammenhang oft gebrauchte Titel „bestes U-14-Turnier Deutschlands“ voll und ganz zutreffen. „Wir werden die sicher qualitativ hochwertigste Auflage der Cup-Historie erleben“, sagt Britz vor dem Startschuss am Sonntag um 9 Uhr mit dem ersten Vorrundenspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Kaiserslautern.

Bis dahin müssen Britz und seine Helfer noch jede Menge Vorkehrungen treffen. Denn nicht nur auf dem Feld, wo neben dem Nachwuchs aus der „Barca“-Schmiede „La Masia“ mit Arsenal London, Benfica Lissabon, Galatasaray Istanbul und FC Metz noch vier weitere internationale Hochkaräter mitmischen, wurde mit dem Einstand der Katalanen aufgesattelt. Auch abseits des Kunstrasens sind bei der Infrastruktur neue Maßstäbe angelegt. Auch weil die Ansprüche der Topclubs sowie der Besucher einfach steigen.



„Die Erwartungen der Vereine werden stetig höher“, sagt Britz. Übernahme von Fahrt- und Reisekosten, speziell bei den großen Clubs, seien nur ein Punkt. Vereine wie Barcelona, Arsenal oder Benfica reisen selbstredend via Flugzeug an, ebenso der FC Bayern. Zugeständnisse dieser Art muss Britz machen, um dem saarländischen Publikum die klangvollen Namen, die Toptalente und Stars von morgen, überhaupt bieten zu können. „Die Topclubs kommen sonst nicht. Alleine bei der Unterbringung ist da nicht alles mit Gastfamilien zu regeln. Die Trainer sind im Hotel untergebracht. Dazu kommen Unterhaltungsprogramm und spezielle Betreuung – Arsenal will zum Beispiel Fußball-Golfen und Bowlen.“

Ein weiterer Punkt: „Wir haben zudem kräftig in Infrastruktur und Aufbau rund ums Spielfeld investiert“, so Britz. Etwa die aufwendige Installation neuer Kameras hinter den Toren, die es nun möglich machen, alle Turnier-Tore im Internet aus drei Perspektiven in der Wiederholung anzusehen. Neben einer besseren Nutzung der Videoleinwand, die Porträts der 400 Jung-Kicker und Spielerdaten abbildet, haben auch der neue Shuttleservice und die neue Spielfeldbegrenzung Mehrkosten verursacht.

Ohne das nötige Kleingeld wäre das alles nicht machbar. Das Gros steuern über 100 in die Umsetzung involvierte Firmen bei – mal mehr, mal weniger ausgeprägt. Das Budget sei eng bemessen: „Oberkante Unterlippe“, so Britz. Der Organisator ärgert sich daher über Vorwürfe, er würde mit dem Cup groß Geld scheffeln. „Sicher, das Turnier ist stetig gewachsen, auch in finanzieller Hinsicht. Meine Grundintention, jungen saarländischen Fußballern durch Duelle mit den großen Clubs ein unvergessliches Erlebnis zu bereiten, hat sich aber nicht geändert“, sagt er. Um den Aufwand hinter dem Cup zu dokumentieren, werden der Aufbau und die Organisationsabläufe des Turniers per Kamera festgehalten. „Wir wollen damit die Leute aufwecken und zeigen, warum wir das machen und was dahintersteckt“, so Britz. Wegen der Mehrkosten sei es umso wichtiger, dass das Turnier von den Zuschauern gut angenommen werde. „Im Vorjahr war der Besuch mit etwa 4500 Zuschauern gut. Diesmal wollen wir die 5000 knacken“, sagt Britz.

Neben dem Talents-Cup ist Sebastian Britz bereits intensiv an der Planung eines weiteren Jugendturniers im Bereich der U 17. Es soll unter dem Namen „Euro Youth Cup“ am 8./9. September in St. Wendel über die Bühne gehen. Auch dafür, so Britz, verhandle er mit dem FC Barcelona.