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"Kreisverband steht auf gesunden Füßen"Mehr als 800 aktive Helfer Wirtschaftliche Lage ausgeglichenWeitere Aufgaben für das Deutsche Rote KreuzZertifikate für die Ausbildung der DRK-Mitarbeiter

"Kreisverband steht auf gesunden Füßen"Mehr als 800 aktive Helfer Wirtschaftliche Lage ausgeglichenWeitere Aufgaben für das Deutsche Rote KreuzZertifikate für die Ausbildung der DRK-Mitarbeiter

Merzig-Wadern. Einstimmig wurde Ralph Marx aus Beckingen am Samstag von der Kreisversammlung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Merzig-Wadern im Pfarrzentrum Hilbringen von den 90 Delegierten für weitere fünf Jahre im Amt des DRK-Kreisvorsitzenden bestätigt

Merzig-Wadern. Einstimmig wurde Ralph Marx aus Beckingen am Samstag von der Kreisversammlung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Merzig-Wadern im Pfarrzentrum Hilbringen von den 90 Delegierten für weitere fünf Jahre im Amt des DRK-Kreisvorsitzenden bestätigt. DRK-Landesverbandspräsident Bernhard Preiß sah die Versammlung als Gelegenheit zur Bilanz und zur Vorausschau auf die Zukunft seines Verbandes. Das als Tischvorlage für die Delegierten vorliegende Zahlenwerk spiegele die erfolgreiche Arbeit: "Der Kreisverband steht auf finanziell gesunden Füßen." Auch die Leistungsbilanz verdiene öffentliche Anerkennung: "Sie leisten einen großen Beitrag zur Linderung von Not in unserem Land!"Der Landkreis sei in vielen Bereichen auf die Mitarbeit des DRK angewiesen, betonte Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich. Der Kreis Merzig-Wadern arbeite aktiv am landesweiten Rettungswesen mit. Das DRK sei eine so große Organisation, dass die Ehrenamtlichen mit den Hauptamtlichen zusammenarbeiten müssten. Das gelte auch für die Werbung um Nachwuchs: "Nicht ganz einfach", meinte die Landrätin, "denn die Rettungsdienste sind keine Spaß-Organisationen." Die Landrätin umriss die wichtigsten Aufgaben des modernen Roten Kreuzes: Rettungswesen, Nachmittagsbetreuung an Schulen, häusliche Krankenpflege, Altenbetreuung. Sie sei überzeugt, dass es auch für die neue Agentur für häusliche Arbeiten, AhA, genügend Nachfrage geben werde. Ein weiteres wesentliches Merkmal sei die Zusammenarbeit der Rettungsdienste im Katastrophenschutz. Schlegel-Friedrich hält die Ausstattung der Rettungsdienste im Katastrophenschutz für nicht ausreichend. Zurzeit werde gemeinsam geprüft und sich abgestimmt, was wo angeschafft werden müsse.Der Merziger Bürgermeister Manfred Horf ging auf den 150. Geburtstag des Internationalen Roten Kreuzes in diesem Jahr ein und dankte allen, die hier zu Lande in den Ortsverbänden arbeiten. Ohne deren Arbeit seien die meisten Veranstaltungen nicht möglich. Ein weiteres DRK-Kapitel sei der Blutspendedienst. Horf forderte die Bürger auf, in ihrem Beitrag zur Blutspende nicht nachzulassen. Hilbringen. 400 000 Euro habe das DRK allein in die Rettungswache Mettlach investiert, sagte Vorsitzender Ralph Marx in seinem Rechenschaftsbericht. Abgesehen von Anschaffungen im Fahrzeugpark sei das die einzige Groß-Investition gewesen. In den vier Lehr-Rettungswachen im Landkreis seien seit 2004 acht Bundeswehr-Sanitäter ausgebildet worden, 16 DRK-Auszubildende hätten einen Anstellungsvertrag erhalten. Zudem seien 33 weitere hauptamtliche Kräfte bei den Rettungswachen im Landkreis beschäftigt. 33 000 ehrenamtliche Stunden seien geleistet worden, berichtete Marx, 19 000 Stunden von Absolventen des freiwilligen sozialen Jahres und 8000 Stunden von Bundeswehr-Angehörigen.160 Ausbildungs-Lehrgänge jährlich gebe es inzwischen beim DRK, alle zertifiziert. Schul-Sanitätsdienste unter Leitung von Deborah Glauben aus Noswendel seinen an drei Schulen eingerichtet worden, am Hochwald-Gymnasium und an der Graf-Anton-Realschule in Wadern sowie an der Peter-Dewes-Gesamtschule in Losheim. Im Steigen begriffen sei auch die Zahl der Blutspenden mit 7703 Spenden in 62 Terminen im Jahr 2007. Zu den neuen Aufgaben des DRK gehören das Café Vergissmeinnicht in Nennig, eine Einrichtung für Demenzkranke und deren Angehörige, der Arbeitskreis pflegender Angehöriger in Noswendel und seit Februar diese Jahres die AhA, die Agentur für häusliche Arbeit (die SZ berichtete). fsHilbringen. DRK-Kreisgeschäftsführer Erich Helfen informierte mit den neuesten Zahlen. In den 50 Ortsvereinen im Landkreis arbeiten 810 aktive Helfer und Helferinnen sowie 141 Mitglieder des Jugend-Rotkreuzes. Unterstützt werden sie von 5490 Fördervereinsmitgliedern. Sechs Rettungswachen gibt es im Grünen Kreis, zwei in Merzig, je eine in Mettlach, Losheim, Wadern und Perl. Der Fahrdienst für Schwerstbehinderte sei eine ständige Einrichtung geworden. Die soziale Arbeit umfasse den fahrbaren Mittagstisch, die Pflege in der Familie, den Hausnotruf für 120 Personen im Landkreis sowie eine umfangreiche Behindertenarbeit. Hinzu kommen Bewegungsprogramme für Senioren, die offene Altenhilfe und zahlreiche Erste-Hilfe-Lehrgänge. fsHilbringen. "Die wirtschaftliche Lage des DRK-Kreisverbandes ist zufriedenstellend", sagte Schatzmeister Axel Ripplinger mit Understatement in der Kreisversammlung. Das DRK arbeite zwar gemeinnützig, das entbinde aber nicht von wirtschaftlichem Denken und Handeln. Der Kreisverband sei mit seinen Darlehensverpflichtungen inzwischen bei Null angelangt. In den vergangenen fünf Jahren seien 316 000 Euro für Fahrzeuge ausgegeben worden. Die Bilanzsumme im Jahr 2007 liege bei 2,2 Millionen Euro, sagte Helfen. Über die Geschäfte des Kreisverbandes hatten die Wirtschaftsprüfer "uneingeschränkt entlastende" Testate ausgestellt. Grund genug für die Versammlung, den alten Vorstand einstimmig zu entlasten. fsHilbringen. Das DRK legt großen Wert auf die Ausbildung seiner Mitarbeiter. Es übernehme nur Aufgaben, die auch optimal bewältigt werden könnten, sagte DRK-Landeschef Bernhard Preiß. Alle Kreisverbände im Saarland hätten sich deshalb für eine Qualitätssicherung zertifizieren lassen, so Preiß. Der Präsident überreichte in Hilbringen die druckfrischen Zertifikate. fs

Auf einen BlickDer neue DRK-Kreisvorstand Vorsitzender: Ralph Marx, Beckingen; Stellvertreter: MdL Anke Rehlinger, Münchweiler, und Matthias Görgen, Fitten; Schatzmeister: Axel Ripplinger, Besseringen; Kreisverbandsarzt: Dr. Hans-Bodo Dittgen, Merzig; Justitiar: Thomas Kreusch, Brotdorf; Sozialarbeit: Ursula Seiwert, Merchingen. Beisitzer: Alfred Baller, Brotdorf; Wolfgang Becker, Merzig; Gerold Ohnmacht, Hargarten; Andreas Weyand, Konfeld; ständiger Gast der Vorstandssitzungen ist Frank Faha aus Serrig, Leiter der Wasserwacht. Vorstandsmitglieder kraft Amtes sind JRK-Kreisleiterin Brigitte Ruhmann, Losheim; Kreisgeschäftsführer Erich Helfen, Bachem; Kreis-K-Beauftragter Gerd Buchmann, Losheim. Nach Anhörung durch den Landesverband wurden durch die Kreisversammlung bestätigt: Kreisbereitschaftsleiterin Susanne Hermann, Wahlen, und ihre Stellvertreterin Sabine Sudahl aus Losheim. Stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter ist David Kremer aus Brotdorf. Dem Kreisbereitschaftsleiter Frank Rebmann aus Brotdorf wurde mit 39 zu 51 Stimmen die Zustimmung verwehrt. Die Gründe hierfür waren in der Versammlung in Hilbringen nicht zu erfahren. fs