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Merzig
Aufklärung über neue Schmerz-Therapie

Neurologie-Chefarzt  Strittmatter und seine Mitarbeiter setzen auf besondere  Schmerztherapie.
Neurologie-Chefarzt Strittmatter und seine Mitarbeiter setzen auf besondere Schmerztherapie. FOTO: Gundelwein / GUNDELWEIN
Merzig. Neurologen des SHG-Klinikums Merzig stellten ihre „multimodale Schmerztherapie“ vor. Wichtig sei die Früherkennung.

Chronischer Schmerz ist nicht nur häufig, sondern macht auch mürbe und belastet Patienten und Angehörige erheblich. In vielen Fällen kann er sogar die persönliche Existenz bedrohen. Vor diesem Hintergrund hatte die Neurologie des SHG-Klinikums Merzig zu einer Fortbildungsveranstaltung für Ärzte und interessierte Laien eingeladen.


Unter dem Titel „Schmerz lass nach!“ wurde das Phänomen Schmerz unter diversen Aspekten beleuchtet. In seinem Referat informierte Professor Dr. Matthias Strittmatter über Warnsymptome bei Kopfschmerzen, die sofort zu einer ärztlichen Untersuchung führen müssen. Trotz heftigster und ungewöhnlicher Kopfschmerzen würden Patienten oft zu lange warten, diagnostische und therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, sagte der Chefarzt der Neurologischen Klinik mit Stroke Unit, Frührehabilitation und Schmerztherapie.

Chronische Schmerzen, oft seit Jahren bestehend und nicht selten erfolglos behandelt, bedürfen eines besonderen Therapiekonzepts, das die Neurologische Klinik seit kurzem anbietet. Über die „multimodale Schmerztherapie“ berichtete Facharzt Raphael Jung, Leiter der Schmerzstation. Neben der oft notwendigen medikamentösen Einstellung und Anwendungen zur Schmerzlinderung liegt der Schwerpunkt der neurologischen Schmerzklinik auf der aktivierenden Behandlung mit Physio-, Ergo- und Sporttherapie, gepaart mit anderen Aktivitäten wie Entspannungsübungen. Nach einer eigenen Erhebung konnte der Schmerz mit diesem Therapiekonzept bei vielen Patienten deutlich gelindert werden.

Unverzichtbarer Baustein dieser Schmerztherapie ist die neuropsychologische Therapie, über die Neuropsychologin Daniele Strieker informierte. Eine gezielte individuelle Therapie helfe, sich mit den unvermeidlichen psychischen Auslösern und Folgen der Schmerzerkrankung auseinanderzusetzen. In Einzelgesprächen werden individuelle Lösungsansätze erarbeitet und sinnvoll in der ganzheitlichen Therapie umgesetzt.

Vor rund 50 Teilnehmern, die sich noch an diversen Ständen persönlich informieren konnten, berichtete zuletzt der Physiotherapeut Dirk Kimenai über die Vielzahl schmerzlindernder krankengymnastischer Übungsbehandlungen, die nach Abschluss der stationären Therapie zu Hause fortgeführt werden können.