Auf den Spuren des Sports

Das Foyer des Merziger Rathauses wird bis zum 8. März ein Denkmal für den großen Sport. Denn mit dem Luxemburger Jerry André stellt dort ein Sportfotograf der ersten Liga seine emotionalen Fotos aus.

Immer auf der Suche nach dem besten Klick ist der luxemburgische Sportfotograf Jerry André. Er ist zurzeit mit seiner Ausstellung "Spuren des Sports" im Foyer des Merziger Rathauses zu Gast. Viele sport- und fotointeressierten Besucher haben sich am Dienstagabend von der hohen Qualität der Bilder überzeugen können. André hat es nach Auffassung vieler geschafft, immer genau den richtigen Augenblick zu erwischen, um ein authentisches Foto entstehen zu lassen. Dieses Gefühl muss ein Fotograf haben. Denn es entscheidet, ob das Foto gut oder sehr gut wird.

Mit einer kleinen Talkrunde wurden die Besucher der Vernissage auf die Ausstellung eingestimmt. Bürgermeister Marcus Hoffeld und André beantworteten dabei die Fragen von Moderator Ulli Soumann. Leider hatte der zu Beginn keine gute Nachricht zu überbringen. Denn für diesen Abend war noch ein Rennfahrer angekündigt, der es geschafft hat, als jüngster Fahrer der Geschichte die Deutsche Tourenmeisterschaft zu gewinnen. Zudem wird er ab der nächsten Saison, als vierter deutscher Fahrer, in einem Formel-1-Boliden sitzen. Damit geht für Pascal Wehrlein ein Traum in Erfüllung. Da diese Entscheidung jedoch sehr kurzfristig gefallen ist, konnte er an der Ausstellungseröffnung nicht mehr teilnehmen. Mit seinem neuen Team Manor-Mercedes musste er nämlich umgehend zu Trainingsfahrten nach Jerez de la frontera. Doch über Videobotschaft grüßte er und versprach, den Besuch in Merzig nachzuholen. André und Wehrlein verbinde eine Freundschaft.

Bürgermeister Hoffeld sagte, es sei eine große Ehre für die Kreisstadt, diese tollen Sportfotos im Rathaus zeigen zu dürfen. An den Fotografen gerichtet: "Wir sind stolz darauf, dass ein solch renommierter Fotograf in Merzig wohnt." Dabei sei André eher selten in seinem Merziger Haus, weil ihn sein Beruf durch die ganze Welt führe. Insbesondere die Formel 1 beanspruche ihn das ganze Jahr über. Was er aber nicht als Last empfinde. "Vielmehr war es schon als Kind mein Traum, Formel 1 zu fotografieren", blickt er zurück.

Seit 2005 ist er nun dabei und gehört inzwischen zu den Topfotografen. Natürlich hat er in dieser Zeit allerhand erlebt. So erzählte André vom ersten Treffen mit Sebastian Vettel . "Sebastian habe ich 2006 in Monza kennengelernt. Als kleiner Bub saß er bei mir im Hotel an meinem Frühstückstisch, heute ist er vierfacher Champion." Dass der Fotograf so erfolgreich ist, verdankt er wohl seiner Lockerheit, mit der er die Menschen erreicht. Die Einfachen auf der Straße, aber vor allem die Stars. So sei er mal in Jerez gewesen und habe am Abend in einem Restaurant die Fußballmannschaft von Barcelona getroffen. "Ich kannte die gar nicht und kam ganz locker mit ihnen ins Gespräch", schildert er. Erst später habe man ihm gesagt, dass es sich um Messi und Co. gehandelt habe.

Jerry Andre fotografiert auch mittlerweile Bundesliga, Champions-League und das Highlight des Jahres, die EM 2016 in Frankreich. Natürlich, soweit die Zeit es wegen der Formel 1 erlaubt. André wird 2016 erstmals die Herausforderung annehmen, alle 21 Rennen zu besuchen. "Der Reiz des Fotografierens ist es immer, ein besseres Bild zu haben als die anderen", sagt André, der auch für die renommierte Agentur Sutton-Images arbeitet. Die hat ihn dieses Jahr exklusiv für alle 21 Rennen der Formel 1 als Fotograf verpflichtet.

Die Ausstellung dauert noch bis 8. März und kann während der Öffnungszeiten des Rathauses besucht werden: Montag bis Mittwoch, 7.30 bis 16 Uhr, Donnerstag, 7.30 bis 18 Uhr, Freitag, 7.30 bis 12 Uhr.