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Kreisjägerversammlung
Armin Birk bleibt Kreisjägermeister

Alter und neuer Kreisjägermeister: Armin Birk.
Alter und neuer Kreisjägermeister: Armin Birk. FOTO: Erich Brücker
Merzig. Die Kreisgruppe der Vereinigung der Jäger des Saarlandes bestätigte den Beckinger einstimmig in seinem Amt. Von Tina Leistenschneider

Armin Birk aus Beckingen bleibt Kreisjägermeister: Bei ihrer Kreisversammlung in Merzig wählten die in der Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS) zusammengeschlossenen Jäger den Beckinger erneut an ihre Spitze.


Die markanten Klängen des Jagdhornbläsercorps Merzig unter der Leitung des Hornmeisters Andreas Hirtz eröffneten die Versammlung. Zahlreiche Geweihe zierten die Merziger Stadthalle und zeigten die stattliche Ausbeute der Jäger aus dem Grünen Kreis. Zu den Ehrengästen aus der Politik zählten neben Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich und Rosi Gruhn als Vertreterin für Merzigs Bürgermeister Marcus Hoffeld auch Mettlachs Bürgermeister Daniel Kiefer und Roland Krämer, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz des Saarlandes, sowie die SPD-Landtagsabgeordnete Martina Holzner, der CDU-Landtagsabgeordnete Stefan Thielen und der stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Stefan Krutten. Für die FDP waren Bernd Altpeter, zweiter Kreisbeigeordneter, sowie die stellvertretende Landesvorsitzende der FDP Saar, Angelika Hießerich-Peter, eingeladen.

Mit der Jägerschaft sowie den Behörden blickte Kreisjägermeister Armin Birk auf das vergangene Jagdjahr zurück und zeichnete die erfolgreichsten sowie treuesten Waidmänner mit Urkunden und Medaillen aus.

Darüber hinaus wählten die Jäger des Grünen Kreises einstimmig einen neuen Vorstand: Armin Birk verbleibt in seinem Amt als Kreisjägermeister, sein Stellvertreter wurde Andreas Kranz.

In seiner Rede sprach sich Roland Krämer, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz des Saarlandes, für die Jägerei aus: „Wir schätzen die unverzichtbare Arbeit der Jäger sehr und bekennen uns zur Jagd“, sagte er und legte dar, dass 86 Prozent der Flächen im Saarland jagdbar seien. Das spreche für eine natur- und tierreiche Vielfalt sowie für den nachhaltigen Umgang mit der Natur durch die Jäger.



„Die Wahrnehmung der Jäger in der Gesellschaft ist verzerrt und muss in ein anderes Licht gerückt werden“, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Stefan Thielen und betonte, dass die Jägerei wirkliche Arbeit für Tier und Gesellschaft sei. Seiner Ansicht nach seien härtere Waffengesetze „nicht der richtige Weg“. Er stellte klar: „Die, die Ärger machen, sind die illegalen Waffenbesitzer.“ Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich beschrieb Jäger als „fröhliche, gesellige Menschen“ und als „gute Botschafter für unsere Region“. Als einen solchen Botschafter nannte sie Andreas Kranz, der von der Kreisstadt Merzig als „echt naturnah“ bezeichnet wird. Diese Naturnähe sei, so Schlegel-Friedrich, ein Anliegen der Jäger. „Sie sind keine Menschen, die Tieretöten als Hobby haben“, sagte sie. Um die Natur entsprechend zu schützen, bedürfe es eines besonderen Wissens, über das nur die Waidmänner verfügen. „Sie übernehmen ein wichtiges Ehrenamt für die Gesellschaft und zum Erhalt von Natur und Landschaft, das zu wenig gewürdigt wird“, hielt die Landrätin fest.

Hinsichtlich der Waffengesetze appellierte sie mit Nachdruck daran, sich an die Vorgaben der Waffenaufbewahrung zu halten. „Im vergangenen Jahr gab es im Landkreis 200 Kontrollen“, erzählte Schlegel-Friedrich. Sie betonte, dass es weiter unangekündigte, flächendeckende Kontrollen durch den Kreis geben wird und ein Verstoß gegen die Vorschriften den Entzug der Waffenbesitzkarte sowie des Jagdscheins nach sich ziehen kann.

Landesjägermeister Josef Schneider begrüßte den neuen Koalitionsvertrag der Bundesregierung, der die Jagd als „nachhaltige Nutzungsform anerkennt und sie weiterhin stärken will“. Hierfür sollen neue, bundeseinheitliche Regelungen geschaffen werden. Neben der Afrikanischen Schweinepest (siehe hierzu Text auf Seite C3) hat sich nach seinen Worten in den saarländischen Wäldern der Aujeszky-Virus ausgebreitet, der für Hunde ebenfalls tödlich ist. Spaziergängern und Waidmännern riet er, ihre Hunde angeleint zu lassen. Sollte ein Jagdhund durch diese Krankheit verenden, erhalten die Besitzer vom Umweltministerium einen finanziellen Zuschuss zur Neuanschaffung eines Hundes.

In seinem Tätigkeitsbericht hob Kreisjägermeister Armin Birk hervor, dass seit Amtsantritt von Umweltminister Reinhold Jost die Zusammenarbeit „von Vertrauen und Verlässichkeit geprägt“ sei. Im Rahmen der Schießausbildung wurde Birk zufolge das Weiterbildungsseminarkonzept erheblich erweitert und erfreue sich „durchweg hoher Nachfrage“. Zur Weiterbildung in der Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS) konnten über 1500 Mitglieder in über 200 Schießseminaren geschult werden. Neben allgemeinen Bemerkungen zu den Tätigkeiten der Kreisjägerversammlung im Landkreis Merzig-Wadern kündigte er eine traditionelle Veranstaltung an: Seit vier Jahren pflanzen die Jäger am Hubertus-Tag am 3. November den Baum des Jahres als Zeichen der Nachhaltigkeit und der Verbundenheit der Jägerschaft zum Grünen Kreis. In diesem Jahr werde eine Esskastanie gesetzt, der Ort wird noch bekannt gegeben.