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Arbeitslosigkeit steigt zu Jahresbeginn

Merzig-Wadern. Saisonbedingte Einflüsse führten im Januar im Landkreis Merzig-Wadern zu einer Arbeitslosenquote von 5,4 Prozent Christian Beckinger

(cbe) Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Merzig-Wadern ist saisonbedingt gestiegen, liegt aber merklich unter dem Vorjahresniveau. Dies geht aus dem gestern veröffentlichten Monatsbericht der Agentur für Arbeit hervor. Die Arbeitslosenquote lag im Januar bei 5,4 Prozent, 0,3 Prozent höher als im Vormonat, aber 0,4 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Die Zahl der neu gemeldeten Stellen verzeichnet ein deutliches Plus zum Vorjahresmonat.


2928 Frauen und Männer waren laut Arbeitsagentur im Januar arbeitslos gemeldet, 192 mehr als im Dezember und 227 weniger als vor einem Jahr (minus 7,2 Prozent). Die Zahl aller Arbeitsuchenden ist um 73 auf 4957 gesunken. Zu den Arbeitsuchenden gehören neben den knapp 3000 Arbeitslosen (bei Arbeitsagentur und Jobcenter gemeldete Personen, einschließlich Langzeitarbeitslose) unter anderem Personen, die kurzzeitig erkrankt sind, Personen, die mehr als geringfügig beschäftigt sind und vom Jobcenter einen Aufstockungsbetrag zum Lohn erhalten sowie Beschäftigte oder Selbstständige, die andere Arbeit suchen.

Der Arbeitsmarkt reagiert nicht allein auf konjunkturelle, sondern auch auf saisonale Einflüsse. In dem Anstieg zum Jahresbeginn sieht Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, keinen Anlass zur Sorge: "Alles deutet auf eine saisonbedingte Eintrübung hin. Der Hauptkündigungstermin zum Jahresende und das Auslaufen der befristeten Arbeitsverträge nach dem Weihnachtsgeschäft schlugen im Januar zu Buche." Außerdem würden viele Außenarbeiten ruhen, auch im Hotel- und Gaststättengewerbe gebe es weniger zu tun. "In der Regel handelt es sich hierbei für die Betroffenen um eine vorübergehende Arbeitslosigkeit", sagt Haßdenteufel. Insgesamt spricht der Agenturleiter von der saisontypischen Durchgangsarbeitslosigkeit, die mit der Frühjahrsbelebung wieder abgebaut werden dürfte. "Wer qualifiziert und nah am Berufsleben ist, hat gute Chancen, rasch eine neue Beschäftigung zu finden. Denn gut ausgebildete Fachkräfte werden branchenübergreifend gesucht."



Im Januar haben Unternehmen der Region dem Arbeitgeberservice 189 offene Stellen zu Besetzung gemeldet, 63 weniger als im Vormonat und 37 mehr als im Januar 2016 (plus 24,3 Prozent). Aktuell stehen noch 644 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung.

Besonders viele Stellen wurden im Gesundheits- und Sozialwesen (36), im Gastgewerbe (28), in der Zeitarbeit (25), im Handel (23), im freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungsbereich (15) und im Verarbeitenden Gewerbe (13) neu gemeldet. Auch das Baugewerbe (13) und der Bereich Erziehung und Unterricht (12) suchten neue Mitarbeiter.

Die regionale Arbeitsmarktentwicklung stellt sich wie folgt dar: Im Bereich der Geschäftsstelle Merzig (umfasst die Kreisstadt Merzig, Mettlach, Perl, Beckingen) gab es 1843 Arbeitslose (plus 142 zum Vormonat), die Arbeitslosenquote lag bei 5,5 Prozent. Im Bereich der Geschäftsstelle Wadern (zuständig Stadt Wadern, Losheim, Weiskirchen) wurden 1085 Arbeitslose (plus 50 zum Vormonat), die Arbeitslosenquote lag bei 5,2 Prozent.

Zum Thema:

Zahlen im Landesvergleich Die Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise im Vergleich: St. Wendel: 4,0 Prozent (0,1 Prozent weniger als im Vorjahr); Merzig-Wadern: 5,4 Prozent (minus 0,4 Prozent zum Vorjahr); Saarlouis: 5,7 Prozent (plus 0,1 Prozent zum Vorjahr); Saarpfalz-Kreis: 5,7 Prozent (wie im Vorjahr); Neunkirchen: 8,7 Prozent (plus 0,2 Prozent zum Vorjahr); Regionalverband Saarbrücken: 9,6 Prozent (minus 1,2 Prozent).