Andere Kulturen ins Bild gesetzt

Merzig. "Fremde in meiner Stadt/Ich als Fremder in meiner Stadt", so lautete der Titel eines Fotoworkshops für Jugendliche, der in den Herbstferien vergangenen Jahres im Mehrgenerationenhaus Jung hilft Alt des SOS-Kinderdorfs Saar am Seffersbach in Merzig stattfand

Merzig. "Fremde in meiner Stadt/Ich als Fremder in meiner Stadt", so lautete der Titel eines Fotoworkshops für Jugendliche, der in den Herbstferien vergangenen Jahres im Mehrgenerationenhaus Jung hilft Alt des SOS-Kinderdorfs Saar am Seffersbach in Merzig stattfand. Acht junge Menschen unterschiedlicher Herkunft betrachteten im Rahmen dieses Projektes ihre eigene Lebenswelt und die fremder Menschen in der Stadt Merzig.Der Ansatz des Projektes hat mit Integration zu tun: In unserer Gesellschaft leben Menschen unterschiedlichster Herkunft. Manche sind nach Deutschland gekommen, weil sie im eigenen Land verfolgt werden oder dort Krieg herrscht, andere sind der Arbeit wegen hier. Wieder andere sind alten deutschen Wurzeln gefolgt. Sie bereichern unseren Alltag mit ihren Speisen und bringen ihre Kultur ein, manche fallen auf durch andere Kleidung oder andere Bräuche. Wir haben teilweise Probleme miteinander zu sprechen, weil sie die deutsche Sprache noch nicht beherrschen.Alltag neu gesehenDie jungen Menschen unterhielten sich im Verlauf des Workshops mit Passanten in der Stadt, suchten Orte auf, die ihnen wichtig sind oder bedeutsam für Merzig erscheinen. Ihre Emotionen und Eindrücke versuchten sie in Fotos festzuhalten. Die Schwarz-Weiß-Bilder entwickelten sie unter Anleitung ihrer beiden Referenten - Marlene Borscheid und Peter Weber - selbst. Mit Begeisterung arbeiteten sie am Thema und nutzten die Möglichkeiten, die ihnen die Schwarz-Weiß-Fotografie bot. Zuletzt suchten sie zwölf Bilder aus, die zu einem Jahreskalender zusammen gestellt werden sollten.Der Projektpartner Rass Offset Druck aus Bachem fügte die ausgewählten Bilder mit viel Sorgfalt zu einem ansprechenden Ergebnis zusammen. Auf den Fotos sind die Jugendlichen an Orten in Merzig zu sehen, die wichtig für junge Menschen sind, aber auch allgemein bedeutsame Plätze, wie zum Beispiel die Kreuzbergkapelle. Insgesamt spricht aus den Fotos große Zuneigung für ihren Lebensort. Den Jugendlichen war es wichtig, auf dem Kalender christliche und muslimische Feiertage zu vermerken, um die beiden großen in Merzig vertretenen Glaubensgruppen zu würdigen.In Anwesenheit der Leiterin des Kreisjugendamtes Merzig-Wadern, Stefanie Nickels, und des Merziger Ortsvorstehers Manfred Klein sowie ihrer Freunde und Verwandten präsentierten die Projketteilnehmer und ihre Referenten kürzlich im Treffpunkt des Mehrgenerationenhauses das Ergebnis. Denkanstöße gegebenRedikaldo Ibrahimi, einer der Teilnehmer, umrahmte die Vorstellung mit einem beeindruckenden Free-Style Tanz. Zusammen mit Carina Schug und Jonathan Antis gaben die drei Jugendlichen den Gästen mit dem Gedicht "Anderssein" von Klaus W. Hoffmann besondere Denkanstöße. Der Fotoworkshop fand im Rahmen des Bundesprogramms "Vielfalt tut gut" statt und wurde über das Programm finanziell unterstützt. redDer Kalender kann für drei Euro im Mehrgenerationenhaus am Seffersbach in Merzig erworben werden.

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