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Amélie Daub vom GaS Merzig belegt Platz drei im Bundesfinale

Schülerin des GaS Merzig : Staatssekretär würdigt die Leistungen von Amélie Daub

Beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen hat die Abiturientin des Merziger Gymnasiums am Stefansberg den dritten Platz belegt. Nicht nur deswegen erhielt sie eine Einladung ins Bildungsministerium.

Die 40 besten Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Oberstufenwettbewerbs im Bundeswettbewerb Fremdsprachen trugen kurz vor dem Jahreswechsel das Bundesfinale des Wettbewerbs aus – bedingt durch Corona virtuell. Die einzige Teilnehmerin aus dem Saarland war Amélie Daub vom Gymnasium am Stefansberg (GaS), die einen dritten Platz erzielte. Damit wiederholte und bestätigte die Abiturientin nach Mitteilung der Schule ihren Erfolg aus dem Vorjahr.

Doch der Reihe nach: Eigentlich hat Amélie Daub schon die Abiturprüfung abgelegt, wie berichtet als beste Abiturientin des Saarlandes. Eigentlich – denn im Bundesfinale trat sie noch als Schülerin des Stefansberg-Gymnasiums an, weil das Bundesfinale den Abschluss der Wettbewerbsrunde 2019/20 darstellt.

Der Wettbewerb begann für die Schülerin aus Merzig bereits im Herbst 2019: In der ersten Runde musste sie ein Video erstellen, in dem sie eine aus ihrer Sicht bedeutende Erfindung und deren Bedeutung beschreiben sollte. Da neben den Fremdsprachen auch Politik zu Amélies Lieblingsfächern gehört, wählte sie die Verfassung als bedeutende Erfindung und beschrieb und bewertete die Bedeutung der Constitution auf Englisch in einer simulierten Diskussion zwischen zwei Schülerinnen, bei der sie beide Rollen selbst spielte. Mit diesem Video, dessen Entstehung sie dann in Französisch, ihrer zweiten Wettbewerbssprache, beschreiben musste, erreichte sie die zweite Runde. In der zweiten Runde schrieb sie im Januar dann eine mehrstündige Klausur, ebenfalls in Englisch und Französisch, deren Anspruch teilweise deutlich über dem Abitur­niveau lag. In dieser Runde schaffte sie den Sprung unter die besten 40 bundesweit und wurde zur Endrunde eingeladen, die im September in Köln stattfinden sollte.

Schließlich wurde die Präsenzveranstaltung abgesagt und das Finale fand virtuell per Videokonferenz statt. In Einzel- und Gruppengesprächen, die sich über zwei Tage verteilten, mussten die Teilnehmer ihr sprachliches Können und ihre sprachliche Flexibilität unter Beweis stellen. Aufgrund des Online-Formates lief der Wettbewerb etwas anders ab als in den Vorjahren: So konnte Amélie Spanisch als dritte Sprache nicht einbringen und eine Gruppenaufgabe, die sonst fester Bestandteil der Finalrunde ist, entfiel.

Die Themen, die Amélie ausgewählt hatte, waren für Englisch die Präsidentschaftswahl in den USA und für Französisch die Deutsch-Französischen Beziehungen. Am Ende der Finalrunde wurde die Merziger Schülerin mit einem dritten Preis ausgezeichnet.

Für Schulleiter Albert Ehl ist diese Auszeichnung besonders hoch einzuschätzen: zum einen, weil es nur sehr selten gelingt, in diesem sehr anspruchsvollen Wettbewerb ins Bundesfinale vorzudringen. „Amélie war die erste Schülerin unserer Schule, die dies geschafft hat“, freut sich Ehl, „und das bereits zum zweiten Mal in Folge. Zudem war sie in diesem Jahr die einzige Finalteilnehmerin aus dem Saarland.“ Zum anderen hebt der Schulleiter, der als Amélies Englischlehrer die Schülerin auch in der Vorbereitung begleitet hat, hervor, dass die meisten der Konkurrenten entweder Muttersprachler in einer der Wettbewerbssprachen sind oder längere Zeit im jeweiligen Ausland gelebt haben. Amélie hat ihre Sprachkenntnisse nur in der Schule gelernt, ohne längere Auslandsaufenthalte. Umso höher sei dieser Erfolg auf Bundesebene zu werten.

Dies wird auch im saarländischen Bildungsministerium so gesehen, denn Staatssekretär Jan Benedyczuk lud die erfolgreiche Ex-Schülerin zu einem kleinen Empfang ins Ministerium ein. Dabei wurden auch Amélies Leistung als erfolgreichste saarländische Abiturientin im Abiturjahrgang 2020, ihre Erfolge in anderen Wettbewerben und ihr großes Engagement für die Schulgemeinschaft des Stefansberg-Gymnasiums gewürdigt. „Mit Ihrem erneuten Erfolg im Fremdsprachenwettbewerb sind Sie nicht nur eine erfolgreiche Botschafterin Ihrer Schule, sondern auch ein Erfolgsbeispiel und fast schon ein Aushängeschild für das Saarland“ – mit diesen Worten gratulierte der Staatssekretär der Abiturientin zu ihrem Erfolg. Dazu passend bot Benedyczuk an, sie bei der Suche nach einem Praktikumsplatz zu unterstützen, bei dem sie ihre Fremdsprachenkenntnisse und ihr Interesse an der Politik vertiefen kann. Denn die 18-jährige aus Rehlingen, die zurzeit ein Pflegepraktikum in einem Krankenhaus absolviert, möchte vor der endgültigen Entscheidung über eine Studienrichtung auch – wenn möglich – ein Praktikum bei einer internationalen Organisation absolvieren. Das Angebot des Staatssekretärs, sie bei der Suche zu unterstützen, nahm sie gerne an.