| 20:48 Uhr

Buch
Altes Brauchtum an Saar und Mosel

Der Buchautor Josef Ollinger an seinem Arbeitsplatz, der eigentlich eine Bibliothek ist.
Der Buchautor Josef Ollinger an seinem Arbeitsplatz, der eigentlich eine Bibliothek ist. FOTO: Ruppenthal
Schwemlingen. Mit 79 Jahren ist der Schwemlinger Josef Ollinger noch immer sehr aktiv und stellt sein neues Buch vor.

Wer rastet, der rostet: Josef Ollinger kann es nicht lassen. Mit „Bräuche von Saar und Mosel“ hat der 79-Jährige im „Unruhestand“ gerade sein bereits viertes Buch herausgebracht. Die Premiere war 2005. Da erschien „Geschichten und Sagen von Saar und Mosel“. Band 2 dazu gab es dann drei Jahre später. 2013 veröffentlichte Josef Ollinger mit „Erzählungen – Geschichten aus dem moselfränkischen Sprachraum“ sein drittes Buch.



Mit „Bräuche von Saar und Mosel“ will Josef Ollinger eine Lücke schließen, da es seines Wissens kein Buch gibt, welches das Brauchtum im Dreiländereck zusammenfassend aufzeigt. Zahlreiche christliche Bräuche sind aus heidnischen Ursprüngen hervorgegangen oder gar beibehalten worden, weiß man heute. „Und dies ist gut so“, sagt der Verfasser, „denn man sollte nach Möglichkeit die Bräuche der Ahnen bewahren und pflegen.“ „In unserer heutigen hektischen Zeit haben die jungen Leute nur noch wenig Muße, sich auf die Werte und Bräuche ihrer Vorfahren zu besinnen“, führt der Autor weiter aus. Gerade deshalb hat Josef Ollinger, wie er sagt, dieses Buch geschrieben: Er will an diese alten Bräuche erinnern und so dazu beitragen, sie zu bewahren.

Ollinger ist mit dem Ergebnis zufrieden. Und noch mehr freut er sich darüber, dass der Regionalia-Verlag das Buch für nur 9,95 Euro anbietet. „Gerade mal so viel wie für ein Taschenbuch und damit für jeden erschwinglich,“ betont er. Josef Ollinger ist nun bereits 79 Jahre alt, hat aber noch viel vor. Eine Herzoperation im Jahre 2014 konnte ihn zwar bremsen, aber in seinem Elan nicht stoppen. Und so sitzt er oft stundenlang in seinem Büro, das eigentlich eine imposante Bibliothek ist, und schreibt. „Das Schreiben ist bei mir zu einer regelrechten Sucht geworden“, gesteht der in Schwemlingen lebende Autor lächelnd – und das Schreiben hat ihn geistig jung gehalten.

Das Interesse für das Schreiben kommt nicht von ungefähr. Josef Ollinger ist zwar gelernter Kaufmann und Industriefachwirt, arbeitete 17 lang bei V&B und 22 Jahre bei Ford, schrieb aber bereits seit 1988 für die SZ , den Volksfreund und den Wochenspiegel.

Noch zwei weitere Bücher sollen in absehbarer Zeit erscheinen. „Flammen über Montclair“ – die spannende Geschichte der Auseinandersetzungen zwischen dem Kurfürst Balduin von Trier und dem Raubritter Jakob von Montclair – liegt praktisch fertig in der Schublade und wartet nur noch auf einen Verlag.

„Mein Opa und ich“ ist ein weiteres Projekt, das Ollinger angehen möchte. In ihm will der gebürtiger Nohner seine Kindheitserlebnisse auf dem Hof seines Großvaters schildern und die Geschehnisse in der „guten alten Zeit“ seiner Kindheit wiedergeben, die so anders war, wie sie aktuell für die Kinder unserer Zeit ist.

Auch mit den Sagen von der Saar wird sich Ollinger noch einmal intensiver beschäftigen, um sie dann mit seinen eigenen Worten zu erzählen. Er schreibt jedoch nicht nur Bücher, er sammelt auch Bücher. Über 8000 Bände zieren seine Büro-Bibliothek. Wohin man schaut: überall Regale voller Bücher. Band an Band reiht sich da. Seine stille Leidenschaft gehört den Märchen aus aller Welt. Mehr als 800 Bücher hat er über diesen so faszinierenden Themenkomplex inzwischen zusammengetragen und in seinen Besitz aufgenommen.

Buchautor Josef Ollinger in seiner Bibliothek, die auch sein Büro ist. Foto: Rolf Ruppenthal
Buchautor Josef Ollinger in seiner Bibliothek, die auch sein Büro ist. Foto: Rolf Ruppenthal FOTO: Ruppenthal
Diese vier Bücher stammen aus der Feder von Josef Ollinger. Foto: Rolf Ruppenthal
Diese vier Bücher stammen aus der Feder von Josef Ollinger. Foto: Rolf Ruppenthal FOTO: Ruppenthal