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SZ-Serie zum Gipsabbau in Merzig
Als eine Diesellok die Grubenpferde ablöste

Eine solche Lokomotive vom Typ Jung EL 105 kam ab 1946 in der Gips-
grube St. Maria in Mechern zum Einsatz. Heute besitzt das Eisenbahnmuseum in Bochum noch zwei Exemplare dieses Diesel-Gefährts. „Die beiden Fahrzeuge werden hier im Rangierdienst und im Personenverkehr eingesetzt. Während der Saison (1. März bis 18. November) sind die Lokomotiven an Sonn- und Feier-
tagen im Einsatz“, heißt es von Museumsseite.
Eine solche Lokomotive vom Typ Jung EL 105 kam ab 1946 in der Gips- grube St. Maria in Mechern zum Einsatz. Heute besitzt das Eisenbahnmuseum in Bochum noch zwei Exemplare dieses Diesel-Gefährts. „Die beiden Fahrzeuge werden hier im Rangierdienst und im Personenverkehr eingesetzt. Während der Saison (1. März bis 18. November) sind die Lokomotiven an Sonn- und Feier- tagen im Einsatz“, heißt es von Museumsseite. FOTO: Eisenbahnmuseum Bochum
Mechern. Die Firma Knauf prüft, ob sich Gipsabbau in Merzig lohnen könnte (wir berichteten). Der Abbau des Baustoffs hat in Merzig Tradition. Die Geschichte der Gipsgrube Mechern, besser bekannt als „Gipskaul“, kann in drei Zeitabschnitte eingeordnet werden. Die erste Abbauphase beginnt Ende 1897 und endet kurz vor dem Ersten Weltkrieg. 1919 wird zum zweiten Mal der Betrieb für kaum fünf Jahre aufgenommen. Zwischen 1924 und 1936 ruht der Abbau. Im Herbst 1935 übernehmen die Gebrüder Knauf den Betrieb. Erst mit der vollständigen Ausbeutung der Gipslager kommt im Frühjahr 1955 die endgültige Stilllegung der Gipsgrube „Auf Kappen“. Teil elf: Expansion und technische Investitionen nach dem Krieg.

Die Firma Knauf prüft, ob sich Gipsabbau in Merzig lohnen könnte (wir berichteten). Der Abbau des Baustoffs hat in Merzig Tradition. Die erste Abbauphase beginnt 1897 und dauert bis etwa zum ersten Weltkrieg. 1919 wird zum zweiten Mal für fünf Jahre abgebaut. 1935 übernehmen die Gebrüder Knauf – bis 1955. Die Geschichte der Gipsgrube Mechern, besser bekannt als „Gipskaul“, erzählt unsere Serie. Teil elf: Expansion und technische Investitionen nach dem Krieg.


Für das Jahr 1946 steht die Neuanschaffung eines 400 Meter langen Drahtseils mit 16 Millimetern Durchmesser bei der Saarbrücker Firma Heckel an. Außerdem müssen neue Kipp-Loren und Gleise beschafft werden. Geplant ist auf der Mecherner Anlage die Verlängerung der Verlade-Anlage auf sechs Bunker, von denen zwei nur mit großen Brocken befüllt werden, die man zum Ausmauern der Brennöfen benötigt. Selbst die Beschaffung einer Kopie des vom Markscheider Eisenbeis angefertigten Grubenbildes wird zum Problem.



Im Juni 1946 stehen keine Pferde mehr zum Ziehen der Kipp-Loren zur Verfügung. Daraufhin stellt die Firmenleitung beim Technischen Überwachungs-Verein, Dienststelle Bergbau, der zu dieser Zeit auf der Grube Reden angesiedelt ist, den Antrag auf Zulassung einer Diesellokomotive mit der Bitte um schnellstmögliche Genehmigung, damit der Betrieb keine Unterbrechung erleidet.

Wie schon beim ersten Antrag aus dem Jahr 1940 handelt es sich wiederum um eine Lokomotive der Firma Jung vom Typ EL 105, zwölf PS stark, Fabriknummer 8377, Baujahr 1938. Da es sich bei der Grube Maria nicht um einen Schlagwetter gefährdeten Betrieb handelt, unterliegt die Lokomotive nicht den strengen Zulassungsbestimmungen für Steinkohlegruben und kann somit nach den allgemeinen technischen Bedingungen auch unter Tage eingesetzt werden.

Die neue Lok zieht die Loren von den jeweiligen Abbauorten, die durch Abzweigungen mit Weichen erreichbar sind, bis zum Bremsberg. Ab dort werden wie bisher offiziell fünf Loren, meist sind es jedoch bis zu acht Wagen, gekuppelt und an dem zwischen den Schienen geführten Drahtseil nach Möglichkeit langsam abgelassen. Da dies nicht immer so reibungslos klappt, landen des öfteren, wenn Wagen beim Ablassen umkippen oder der Haken abreißt, Loren mitsamt ihrer Ladung in den angrenzenden Feldern.

Die Gleise an der Verlade-Anlage sind eben. Hier werden die Loren abgekuppelt und einzeln in die zwei mal zwei Meter großen Bunker oder direkt auf die Lastwagen gekippt, wenn diese rückwärts an den Endpunkt der Gleisanlage heranfahren.

Anfang der 50er Jahre setzen die Gebrüder Knauf zwei firmeneigene französische Lkw der Marke Bernard ein. Während des Entladevorgangs unten drückt die Lok die leeren Loren oben von der Haspelanlage in den Stollen. Sollen die geleerten Wagen wieder den Berg hochgezogen werden, erfolgt die Verständigung mit dem Maschinisten an der Haspel durch ein drehbares Schild mit einer roten und einer weißen Seite. Rot bedeutet gesperrt, bei sichtbarer weißen Seite schiebt der Maschinist den Riemen aus der Ruhestellung auf die entsprechende Scheibe und zieht die Loren nach oben.