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Admira Zvekic von HF Köllertal bei Nationalmannschaft Bosnien-Herzegowinas

Admira Zvekic aus Merzig : Der Traum vom großen Wurf

Admira Zvekic aus Merzig, die für Handball-Oberligist HF Köllertal spielt, wurde zu einem Lehrgang der Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina eingeladen. Nun hofft sie auf die Teilnahme an der EM-Qualifikation.

Die Freude war riesengroß: Anfang März erhielt Admira Zvekic vom Handball-Oberligisten HF Köllertal eine freudige Nachricht: Mit knapp 40 Spielerinnen aus ganz Europa wurde sie zu einem Lehrgang der Nationalmannschaft ihres Heimatlandes Bosnien-Herzegowina eingeladen. Vom 15. bis 19. März war die in Merzig lebende 25-Jährige in Tusla. Dort erwartete sie ein strammes Programm. „Wir haben acht Mal in fünf Tagen trainiert. Das war schon super anstrengend“, berichtet die Rechtsaußen-Spielerin.

Erschwert wurden für sie persönlich die Einheiten noch, da sie wegen der Corona-Beschränkungen in Deutschland (Amateursport ist verboten) mit den HF Köllertal nicht im Trainingsbetrieb ist – im Gegensatz zu vielen anderen Teilnehmerinnen an dem Nationalmannschafts-Lehrgang. „Da waren Erstliga-Spielerinnen aus Deutschland, Österreich, Frankreich und anderen Ländern mit dabei“, berichtet Admira Zvekic: „Die sind voll im Trainings- und Spielbetrieb.“

Ganz unvorbereitet musste sie allerdings dennoch nicht in ihre Heimat fliegen. „Ein Riesendank geht deshalb an die HF Köllertal. Unser Trainer Markus Berndt hat mir ein Übungsprogramm zusammengestellt. Mit dem konnte ich wirklich gut trainieren. Und ich denke, ich habe mich in Bosnien auch gut präsentiert“, berichtet die 25-Jährige.

Deshalb hofft sie nun auf zwei weitere Einladungen zur Nationalmannschaft: Vom 12. bis 17. April trifft sich das Team des Balkan-Staates in Mostar zu einem weiteren Lehrgang. Danach sollen die Spielerinnen nominiert werden, die für Bosnien-Herzegowina in der Vor-Qualifikation zur Europameisterschaft auf dem Spielfeld stehen. Die Partien werden Anfang Juni ausgetragen.

Sollte Admira Zvekic dabei sein, könnte die Rechtsaußen-Spielerin in den Partien gegen Griechenland, Italien und Lettland ihr Länderspiel-Debüt bei den Seniorinnen feiern. „Das wäre natürlich ein Traum und eine große Sache für mich“, sagt die 25-Jährige, die das Trikot ihres Heimatlandes bereits als Jugendliche in den Nachwuchs-Nationalmannschaften trug. Zvekic weiß aber auch: „Die Konkurrenz ist sehr groß.“ Zum Vorteil könnte für sie werden, dass sie eine von nur drei Linkshänderinnen ist, die beim jüngsten Lehrgang dabei waren.

Bevor, nachdem und während Zvekic in Tusla war, erhielt sie auch immer wieder Botschaften von ihren Vereins-Kolleginnen aus dem Saarland, die ihr viel Glück wünschten. „Das war toll, so viele positive Nachrichten zu erhalten“, freut sich die Handballerin, die seit 2019 für die HF Köllertal aufläuft – obwohl sie damals eigentlich ganz andere Pläne hatte. „Ich habe zuvor in Tusla gespielt und wollte eigentlich zu einem Erstligisten nach Schweden“, berichtet die Bosnierin. Und erklärt: „Das Probetraining hat auch gut funktioniert, und der Verein wollte mich haben.“ Doch dann machte Zvekic einen Rückzieher. „Ich hatte das Gefühl, dass es nicht das Richtige ist. Und es war auch so weit weg von zu Hause“, erklärt die Linkshänderin.

Über den ehemaligen HF-Trainer Aleksandar Jelicic und Köllertals sportlichen Leiter Hans-Werner Müller kam just zu dieser Zeit der Kontakt ins Saarland zustande. Hier gefiel Zvekic ein Probetraining deutlich besser als in Schweden. „Ich habe mich vom ersten Moment an wohlgefühlt“, erinnert sich die 25-Jährige.

Bei den Handballfreunden (HF) Köllertal wurde sie sofort zur Leistungsträgerin. Auch beruflich wurde Zvekic im Saarland schnell heimisch. Nachdem sie ihr Studium als Verkehrs-Ingenieurin noch in ihrer bosnischen Heimat abgeschlossen hatte, ließ sie sich dieses in Deutschland anerkennen. Mittlerweile arbeitet die 25-Jährige bei einem Logistik-Unternehmen in Merzig. Nach knapp zwei Jahren spricht die Bosnierin auch schon nahezu perfekt Deutsch. „Ich habe keine Probleme, etwas zu verstehen, nur manchmal noch ein wenig mit der Grammatik – und mit dem saarländischen Akzent“, erklärt Zvekic – und lacht.