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Merzig
Aalschutz-Initiative wird fortgesetzt

 Umwelt-Staatssekretär Roland Krämer (von links)  bei  der  Vertragsunterzeichnung zur Aalschutz-Initiative mit Hans Bünting und  Dr. Hans-Christoph Funke, beide Vertreter des Kooperationspartner innogy.
 Umwelt-Staatssekretär Roland Krämer (von links)  bei  der  Vertragsunterzeichnung zur Aalschutz-Initiative mit Hans Bünting und  Dr. Hans-Christoph Funke, beide Vertreter des Kooperationspartner innogy. FOTO: Ruppenthal
Merzig. Umweltministerium und Energieversorger innogy unterzeichnen in Merzig neue Vereinbarung.

Der Aalschutz im Saarland funktioniert gut, ist aber auch dringend notwendig, da diese Fischart inzwischen vom Aussterben bedroht ist. Gestern unterschrieben in Merzig auf dem Schulschiff „Anna Leonie“ Umwelt-Staatssekretär Reinhold Krämer sowie Hans Bünting und Dr. Hans-Christoph Funke  von innogy, einer Tochtergesellschaft des Energiekonzerns RWE,  einen Vertrag über die Fortführung der Schutzmaßnahmen. Der Wasserkraftnutzer innogy, der unter anderem Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt, lässt sich diese Artenschutzmaßnahme insgesamt rund 200 000 Euro kosten.


Der Fischereiverband Saar zog auf der „Anna Leonie“ eine  ausgesprochen positive Bilanz seiner Aalschutzarbeit in den vergangenen zwei Jahren. Mit Reusen  fingen seine  Mitarbeiter unter der Leitung seines Verbandsbiologe Sebastian Hoffmann fast 1500 Aale, um sie danach in Zusammenarbeit mit dem rheinland-pfälzischen Verband per Auto zum Rhein zu transportieren und  sie dort bei Linz  wieder auszusetzen. Von dort aus können die Tiere weitgehend ungehindert in Richtung ihrer Laichgebiete in die  rund 5000 Kilometer entfernte Saragossasee  vor Florida abwandern. Querverbauungen wie Staustufen verhindern dies in der Saar.

„Die Ergebnisse der letzten Jahre zeigen“, betonte der Präsident des Fischereiverbandes Saar Andreas Schneiderlöchner, „dass diese Vorgehensweise sinnvoll ist und gut funktioniert.“



Wie Verbandsbiologe Sebastian Hoffmann erklärte, gibt es in der Saar eine große Anzahl von Blankaalen. So heißen die ausgewachsenen  geschlechtsreifen Aale. Der Fang mittels Reusen funktioniert, ist praktisch und effektiv,  dabei auch noch ausgesprochen schonend. Alle gefangenen Aale, auch der Beifang, der danach vor Ort  direkt wieder in die Freiheit entlassen wird,  bleiben  bei dieser Methode unbeschadet. Staatssekretär Roland Krämer wertete  die Verlängerung der Kooperationsvereinbarung für weitere fünf Jahre als einen besonderen Erfolg  für den Arten- und den Aalschutz. Hans Bünting, Vorstand erneuerbare Energien bei innogy, zeigte sich  sehr zufrieden damit, dass auf diese Weise Aalschutz und Kraftwerksbetrieb pragmatisch und wirkungsvoll vereinbar werden. Schließlich produzierten die vier  Wasserkraftwerke an der Saar zuverlässig und wirtschaftlich „grünen Strom“ rund um die Uhr.