685 Jobs sind noch zu vergeben

Die Herbstbelebung am Arbeitsmarkt hält weiter an. Die Arbeitslosigkeit ist im Oktober im Kreis Merzig-Wadern, ebenso wie im gesamten Land, saisonbedingt weiter gesunken. Dies geht aus dem gestern veröffentlichten Monatsbericht der Agentur für Arbeit hervor. 2777 Menschen sind demnach derzeit im Kreis ohne Job, die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf jetzt 5,1 Prozent.

2777 Frauen und Männer waren im Oktober im Landkreis Merzig-Wadern arbeitslos gemeldet. Das waren laut Arbeitsagentur 85 weniger als im September und 108 mehr als vor einem Jahr (plus 4,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote hat sich gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent erhöht.

Flüchtlingszuzug geht zurück

Jürgen Haßdenteufel, Chef der Arbeitsagentur, sieht gleich drei Gründe für die derzeit positive Entwicklung: "Die Arbeitsmarktdaten im Landkreis Merzig-Wadern entwickeln sich aufgrund der üblichen Saisonbelebung im frühen Herbst gut. Ausschlaggebend ist aber auch, dass die Arbeitslosmeldungen von Flüchtlingen aufgrund des deutlich reduzierten Zuzugs stark rückläufig sind." Einen wichtigen Beitrag leiste zudem die Arbeitsmarktpolitik des Jobcenters und der Arbeitsagentur, sagt Haßdenteufel: "Vor allem das Jobcenter baut für deutlich mehr Menschen mit Qualifizierung und Beschäftigungsmaßnahmen eine Brücke zurück in den Arbeitsmarkt ."

Die so genante Unterbeschäftigung lag im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Zuständigkeit: Arbeitsagentur) im Oktober bei 1171 Personen. Das waren 15 mehr als vor einem Jahr. Im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Zuständigkeit: Jobcenter ) lag die Unterbeschäftigung im Oktober bei 2902 Personen, ein Plus von 30,4 Prozent zum Vorjahr. In die Unterbeschäftigung werden nach Angaben der Agentur für Arbeit neben den registrierten Arbeitslosen auch die Personen einbezogen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder aus anderen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden.

Stellenmarkt

Die Arbeitgeber haben im Oktober 222 neue Stellen gemeldet, das waren 13 oder 6,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn gingen 2129 offene Stellen bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter ein, 5,2 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Aktuell stehen noch 685 freie Jobs zur Besetzung im Landkreis zur Verfügung. Besonders gesucht sind nach Auskunft der Agentur für Arbeit weiterhin Arbeitskräfte im Handel, im Dienstleistungsbereich, in der Zeitarbeit, im Verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen, sowie im Baugewerbe. Mit Blick auf das beginnende neue Schuljahr haben in den Monaten August und September viele Jugendliche im Kreis auch ihre Berufsausbildung begonnen. Am Ausbildungsmarkt setzen sich nach Darstellung der Arbeitsagentur die Trends der letzten Jahre grundsätzlich weiter fort. Die Bewerber können häufig zwischen mehreren Ausbildungsstellen auswählen. Für leistungsschwächere Jugendliche wird es aufgrund der weiter ansteigenden Anforderungen in den Berufen zwar schwieriger, einen Ausbildungsplatz zu finden. "Die Unternehmen sind jedoch zunehmend bereit, auch schwächeren Jugendlichen eine Chance zu geben. Allgemein besteht weiterhin eine hohe Ausbildungsbereitschaft", heißt es im Monatsbericht. Dennoch fänden die Betriebe nicht immer die passenden Auszubildenden und Ausbildungsstellen bleiben somit unbesetzt.

47 Stellen blieben unbesetzt

Insgesamt wurden im Kreis im Ausbildungsjahr 2015/2016 exakt 584 Berufsausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet. Das waren 13 respektive 2,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Zum Ende des Berichtsjahres blieben 47 Ausbildungsstellen unbesetzt, 19 oder 67,9 Prozent mehr als 2015. Allein 31 dieser unbesetzten Ausbildungsstellen gab es noch in den Berufen Elektroniker/-in Energie-/Gebäudetechnik, Koch/Köchin, Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel, Hotelfachmann/-frau, Restaurantfachmann/-frau sowie Verkäufer/-in.

Gemeldete Bewerber

Die Zahl der Bewerber in der Berufsberatung ist im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Insgesamt 387 Jugendliche, 26 oder 6,3 Prozent weniger als im letzten Berichtsjahr, waren als Bewerber für Berufsausbildungsstellen gemeldet. Die von jungen Frauen am häufigsten nachgefragten Ausbildungsberufe sind dabei Kauffrau im Einzelhandel, Kauffrau für Büromanagement sowie medizinische Fachangestellte. Rund elf Prozent der männlichen Bewerber möchten Kfz-Mechatroniker werden, viele aber auch Kaufmann im Einzelhandel oder Fachinformatiker Systemintegration.

Mehr als zwei Drittel, nämlich 67,2 Prozent der Bewerber, nahm eine Berufsausbildung (239 Personen) oder eine Erwerbstätigkeit (21 Personen) auf. 12,9 Prozent entschieden sich für eine weitere Schulbildung, ein Studium oder ein Praktikum, 34,2 Prozent weniger als im letzten Jahr. Für die derzeit noch nicht versorgten Bewerber führt die Agentur für Arbeit gemeinsam mit den Wirtschaftskammern die Vermittlungsbemühungen in den kommenden Tagen noch weiter. Ziel ist es, auch ihnen einen Platz am saarländischen Ausbildungsmarkt zu sichern.

Zum Thema:

Auf einen Blick Die Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise: St. Wendel: 3,8 Prozent, Merzig-Wadern : 5,1 Prozent , Saarlouis: 5,2 Prozent , Saarpfalz-Kreis: 5,3 Prozent, Neunkirchen: 8,1 Prozent , Regionalverband Saarbrücken: 9,2 Prozent. Regionale Arbeitsmarktentwicklung: Im Bereich der Geschäftsstelle Merzig (zuständig für Merzig, Mettlach, Perl, Beckingen) gab es 1741 Arbeitslose (minus 64 zum Vormonat), die Arbeitslosenquote lag bei 5,2 Prozent. Im Bereich der Geschäftsstelle Wadern (Wadern, Losheim, Weiskirchen) lag die Zahl der Arbeitslosen bei 1036 Arbeitslose (minus 21), die Arbeitslosenquote : 5,0 Prozent. red