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Saarwiesenlauf
Echte Läufer schreckt das nicht

Matsch-Winner: Egal, ob fünf oder zehn Kilometer gelaufen wurden – selten hatten die Starter die Dusche so notwendig wie beim Saarwiesenlauf am Sonntag. Der Regen hatte für viele Pfützen gesorgt und Matsch auf die Strecke gespült.
Matsch-Winner: Egal, ob fünf oder zehn Kilometer gelaufen wurden – selten hatten die Starter die Dusche so notwendig wie beim Saarwiesenlauf am Sonntag. Der Regen hatte für viele Pfützen gesorgt und Matsch auf die Strecke gespült. FOTO: Axel Künkeler
Hilbringen/Luisenthal. Beim 17. Saarwiesenlauf trotzten am Sonntag mehr als 600 Läufer dem Regen und Wind. „Das war fast schon ein Crosslauf“, fand Frauen-Siegerin Martina Schumacher. Bereits einen Tag zuvor hatte sie in Luisenthal gewonnen. Von Axel Künkeler

 Wer dachte, dass Regen und Wind die Läufer vom Saarwiesenlauf abhalten könnten, hatte sich geirrt. 617 Sportler tummelten sich bei der 17. Auflage am Ende im Ziel. Den Hauptlauf über zehn Kilometer gewannen Kevin Bohn bei den Männern und Martina Schumacher bei den Frauen.


„In 16 Jahren hatten wir stets Sonne, da muss man auch mal mit Regen rechnen“, machte Gisbert Eisenbarth gute Miene zum schlechten Wetter. Der Geschäftsführer der Christlichen Erwachsenenbildung (CEB) freute sich über die hohe Resonanz der Veranstaltung. 740 Teilnehmer hatten sich vorab angemeldet, dass nicht alle kamen, ist bei solchen Bedingungen normal.

„Das war heute fast schon ein Crosslauf“, sagte die Frauen-Siegerin Martina Schumacher (LC Rehlingen) angesichts der Strecke. Die Feldwege durch die Saarwiesen waren vom Regen mit Pfützen übersät und matschig. Das Slalomlaufen und die Rutschgefahr erforderten viel Koordination und Konzentration von den Läufern. Schumacher gewann trotzdem souverän, obwohl ihr noch ein Zehn-Kilometerlauf vom Vortag in Altenkessel und die Masters-WM in Malaga in den Beinen steckten. „Jetzt werden die Laufschuhe erstmal in die Ecke gestellt“, freute sie sich über das Ende der Sommer-Saison.



Ihr Talent hat Schumacher aber wohl nicht nur an ihren 15-jährigen Sohn Marc, der bei den Männern Zweiter über fünf Kilometer wurde, weitergegeben, sondern auch an Tochter Michelle. Die Zehnjährige wurde ebenfalls Zweite, im 1,8-Kilometer-Schülerlauf.

Bereits einen Tag vor dem Saarwiesenlauf fand in Luisenthal der Steag-Volkslauf statt. Auch hier kam Martina Schumacher als schnellste Frau über die Ziellinie – unangefochten. Mit 40:06,4 Minuten für die zehn Kilometer belegte sie den 18. Rang unter allen Teilnehmern und schnappte sich in der Damen-Konkurrenz souverän den Sieg vor Claudia Seel (TV Kirkel/41:36,8).

Noch deutlicher war der Sieg ihres Rehlinger Vereinskollegen Alexander Bock bei den Männern – und das, obwohl der 25-Jährige eigentlich ein ganz anders Ziel hat: Wenn alles gut laufe, sei eine Zeit von unter 2:30 Stunden möglich. Das hofft Bock im Hinblick auf den Köln-Marathon, an dem er am 13. Oktober teilnehmen wird. Der Saarbrücker, der für den LC Rehlingen startet, befindet sich voll im Training für die 42,195-Kilometer-Distanz. Für die Teilnahme in Luisenthal entschied er sich spontan. „Als Trainingslauf“, erklärte Bock.

Neben Bock tummelten sich weitere bekannte saarländische Läufer wie Torsten Jacob vom LAZ Saar 05 Saarbrücken oder Vorjahressieger Julian Maurer aus Landsweiler im Feld. Doch kaum fiel der Startschuss, setzte sich Bock an die Spitze des Feldes und begann, das Feld von vorne auseinanderzuziehen. Auch der Wendepunkt nach der Hälfte der Strecke, der „ein wenig den Rhythmus stört“, brachte ihn nicht aus dem Fokus. Bock hatte da bereits alle Konkurrenten distanziert. Als er nach 33:02,5 Minuten die Ziellinie überquerte, zog er sich schnell seinen Teilnehmer-Chip zur Zeitmessung aus und war genauso schnell wieder verschwunden, wie er den Lauf beendet hatte. „Ich habe dann noch zwei Kilometer drangehangen“, berichtete Bock später grinsend. Jacob kam als Zweiter ins Ziel. Er benötigte 34:55,3 Minuten.

Martina Schumacher kam als Gesamtsiebte und schnellste Frau ins Ziel. Rechts: Stefan Trampert.
Martina Schumacher kam als Gesamtsiebte und schnellste Frau ins Ziel. Rechts: Stefan Trampert. FOTO: Axel Künkeler