| 20:42 Uhr

Saarwiesenlauf
Echte Läufer schreckt das nicht

Matsch-Winner: Egal, ob fünf oder zehn Kilometer gelaufen wurden – selten hatten die Starter die Dusche so notwendig wie beim Saarwiesenlauf am Sonntag. Der Regen hatte für viele Pfützen gesorgt und Matsch auf die Strecke gespült.
Matsch-Winner: Egal, ob fünf oder zehn Kilometer gelaufen wurden – selten hatten die Starter die Dusche so notwendig wie beim Saarwiesenlauf am Sonntag. Der Regen hatte für viele Pfützen gesorgt und Matsch auf die Strecke gespült. FOTO: Axel Künkeler
Hilbringen. Beim 17. Saarwiesenlauf trotzten am Sonntag mehr als 600 Läufer dem Regen und Wind. „Das war fast schon ein Crosslauf“, fand Frauen-Siegerin Martina Schumacher angesichts des Matsches. Von Axel Künkeler

 Wer dachte, dass Regen und Wind die Läufer vom Saarwiesenlauf abhalten könnten, hatte sich geirrt. 617 Finisher nahmen am Sonntag an der 17. Auflage teil. Den Hauptlauf über zehn Kilometer gewannen Kevin Bohn bei den Männern und Martina Schumacher bei den Frauen.


„In 16 Jahren hatten wir stets Sonne, da muss man auch mal mit Regen rechnen“, machte Gisbert Eisenbarth gute Miene zum schlechten Wetter. Der Geschäftsführer der Christlichen Erwachsenenbildung (CEB) freute sich über die hohe Resonanz der Veranstaltung, die von der CEB Akademie gemeinsam mit dem LV Merzig organisiert wird. 740 Teilnehmer hatten sich vorab angemeldet, dass nicht alle kamen, ist bei solchen Bedingungen normal.

„Das war heute fast schon ein Crosslauf“, sagte die Frauen-Siegerin Martina Schumacher (LC Rehlingen) angesichts der Strecke. Die Feldwege durch die Saarwiesen waren vom Regen mit Pfützen übersät und matschig. Das Slalomlaufen und die Rutschgefahr erforderten viel Koordination und Konzentration von den Läufern. Schumacher gewann trotzdem souverän, obwohl ihr noch ein Zehn-Kilometerlauf vom Vortag in Altenkessel und die Masters-WM in Malaga in den Beinen steckte. „Jetzt werden die Laufschuhe erstmal in die Ecke gestellt“, freute sie sich über das Ende der Sommer-Saison.



Deutlich fiel auch das Ergebnis bei den Männern aus. Kevin Bohn aus Palzem an der Mosel wiederholte seinen Erfolg aus dem Vorjahr, lief aber fast eine Minute langsamer als 2017. „Das war echt hart“, haderte er ebenfalls ein wenig mit den äußeren Bedingungen. Während er schon zum dritten Mal dabei war, startete Torsten Jacob erstmals beim Saarwiesenlauf. „Eine schöne und abwechslungsreiche Strecke“, freute sich der Saarbrücker, der lange mit Christian Ludwig zusammen lief. Bei Kilometer sechs, sieben konnte er ihn aber abschütteln und sich Platz zwei sichern.

Der Saarwiesenlauf ist vor allem ein Breitensport-Event, bei dem zahlreiche Hobby-Läufer starten – über die zehn Kilometer oder im Jedermannlauf über fünf Kilometer. Auch dort durchaus mit Ambitionen, wie etwa Ellen Philippi, die sich nach einer Verletzungspause das Ziel gesetzt hatte: „die 25 sollte endlich mal wieder vorne stehen.“ In 25:55 Minuten schaffte sie es, wenn auch knapp. „Am Ende war ich etwas platt, hatte schwere Beine“, meinte die Beckingerin hinterher. Trotzdem war sie sehr zufrieden, lief in ihrer Zielzeit immerhin auf Rang zehn der 96 Frauen und wurde Zweite in der Altersklasse W40. Die Spitze des Frauen-Feldes lag eng zusammen, nur wenige Sekunden lagen zwischen Siegerin Silke Osbild, der Zweiten Sabine Wolf und der Dritten Celine Lehnert. Bei den Männern gewann Florian Hoffeld dagegen vor Marc Schumacher und Thorsten Birk recht deutlich.

Martina Schumacher hat ihr Talent aber wohl nicht nur an den 15-jährigen Sohn Marc weitergegeben, sondern auch an ihre Tochter Michelle. Die Zehnjährige wurde ebenfalls Zweite, im 1,8-Kilometer-Schülerlauf hinter Sophie Marx. Bei den Jungs gewann Leo Wagner vor Abie Hensgen. Insgesamt hatten 191 Schüler und Schülerinnen den Lauf-Sonntag rund um die CEB-Akademie eröffnet.

Merziger Stadtmeister im Hauptlauf wurden Thomas Speicher (39:34 Minuten) und Astrid Karg (49:52).

Martina Schumacher kam als Gesamtsiebte und schnellste Frau ins Ziel. Rechts: Stefan Trampert.
Martina Schumacher kam als Gesamtsiebte und schnellste Frau ins Ziel. Rechts: Stefan Trampert. FOTO: Axel Künkeler