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45 von 1000 schaffen's nicht zur Arbeit

45 von 1000 schaffen's nicht zur Arbeit

Bestandsaufnahmen macht der DAK-Gesundheitsreport. Zum achten Mal heruntergerechnet bis auf die regionale Ebene, im Saarland noch einmal gedrittelt. Jetzt gab es Zahlen für Merzig-Wadern und Saarlouis.

Für 2015 liegt der DAK-Gesundheitsreport jetzt vor. Dessen regionale Daten für die beiden Landkreise Merzig-Wadern und Saarlouis haben Petra Maas und Claus Übel von der Krankenkasse im Marienhaus-Klinikum Saarlouis vorgestellt. Mit dabei dessen Chefärzte, der ärztliche Direktor Professor Michael Kunz und Kardiologe Dr. Erik Friedrich.

Knapp unter Landesschnitt

Erfasst werden im Report die Tage, an denen Beschäftigte nicht arbeiten können, weil sie krank sind. Die ergeben den Krankenstand. Der liegt in den beiden Kreisen bei 4,5 Prozent. Das heißt, hier sind von 1000 Beschäftigten täglich 45 krank geschrieben, was knapp unter Landes- (4,7) und ein Stück über Bundesschnitt (4,1) liegt.

Viele, viele einzelne Zahlen enthält der Report. Tendenzen sind allerdings seriös kaum abzulesen. Hier wären intensive Forschungen über lange Zeiträume erforderlich.

Spannend sind allerdings die jährlich wechselnden Schwerpunkte im Report. Diesmal ist es die so genannte Gender-Medizin, die Betrachtung der Unterschiede der Erkrankungen nach Geschlecht. Hierbei sind Komplikationen in Schwangerschaften nicht eingerechnet, sodass die Zahlen laut Maas und Übel vergleichbar sind.

Die auffälligsten Ergebnisse: Frauen haben einen höheren Krankenstand als Männer , oft sind sie häufiger, aber nicht länger krank geschrieben als Männer . Bei den Erkrankungsgruppen gibt es deutliche Unterschiede. Männer haben viel mehr Fehltage wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, weil sie ein höheres Risiko und die Frauen vor der Menopause den so genannten hormonellen Schutz haben.

Frauen früher krebsgefährdet

Bei Neubildungen (gutartige und bösartige Tumore/Krebs) sind viel mehr Frauen betroffen, bei denen die häufigsten Krebsarten vielfach vor dem Rentenalter auftreten, während der häufigste Krebs bei Männern (Prostata) meist in späterem Lebensalter auftritt. Vorsorge, Gesundheits- und Körperbewusstsein (Männer gehen seltener zum Arzt) spielen ihre Rolle beim Geschlechterunterschied bei den Krankschreibungen. Interessant ist aber auch, dass Frauen häufiger krank zur Arbeit gehen als Männer , was Mediziner "Präsentismus" nennen. Das begründen Frauen weitaus häufiger als Männer sozialkompetent mit "wollte Kollegen nicht hängen lassen" oder "wenn ich mich krank melde, leiden Kunden (Klienten, Patienten) darunter".