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251 Portionen des deftiges Gerichtes wurden in Merzig geordert

Grünkohlessen in Merzig : Grünkohl der Stadt findet reißenden Absatz

40 Kilo Grünkohl, 70 Kilo Kartoffeln, 40 Kilo Wellfleisch und 251 Mettwürstchen – diese Menge an Naturalien hat Andreas Kranz vom Ellerhof benötigt, um 251 Portionen für das traditionelle Grünkohlessen zuzubereiten.

In diesem Jahr fand die Aktion bedingt durch Corona allerdings in einer komplett anderen Form statt.

Normalerweise treffen sich jedes Jahr Ende Februar immer etwa 100 Menschen zu einer Wanderung im Kammerforst. Anschließend ist im Schützenhaus gemeinsames Grünkohlessen. Vor allem ältere Menschen halten an dieser Tradition fest. „Oft werden auch die Enkel mitgebracht, und alle können einen schönen Sonntag gemeinsam verbringen“, sagte Frank Wagner, Vorsitzender des Stadtverbandes Sport, der die Aktion mit der Stadt Merzig seit vielen Jahren organisiert.

So war es für die Organisatoren keine Frage, auch in diesem Jahr diese Veranstaltung durchzuführen – wenn auch anders. Die Bevölkerung des Stadtgebietes Merzig wurde aufgerufen, sich für ein privates Grünkohlessen in den eigenen vier Wänden anzumelden, vielleicht sogar vorher eine Wanderung mit der eigenen Familie zu unternehmen. Die Zubereitung des Gerichtes übernahm dabei die lokale Gastronomie Ellerhof, anschließend wurden die Mahlzeiten zu den Haushalten geliefert. „Die Resonanz bei den Merzigern war überwältigend. Die Idee hat wie eine Bombe eingeschlagen“, sagte Wagner begeistert. Innerhalb von wenigen Tagen wurden 251 Essen bei der Stadt Merzig geordert, womit auch die absolute Kapazität erreicht war. „Wir hätten auch noch mehr Anmeldungen entgegennehmen können, aber mehr war einfach nicht mehr möglich, und wir mussten vielen Interessenten leider absagen“, so Wagner.

 Frank Wagner (links), Bürgermeister Marcus Hoffeld (Mitte) und Christoph Rehlinger laden eine Catering-Box ins Auto.
Frank Wagner (links), Bürgermeister Marcus Hoffeld (Mitte) und Christoph Rehlinger laden eine Catering-Box ins Auto. Foto: Ruth Solander
 Delikat hergerichtet: eine Portion Grünkohl, Kartoffeln, Wellfleisch und Würstchen
Delikat hergerichtet: eine Portion Grünkohl, Kartoffeln, Wellfleisch und Würstchen Foto: Ruth Solander

Den Betrag von neun Euro pro Essen haben die Teilnehmer im Vorfeld überwiesen, und 15 freiwillige Fahrer brachten ab etwa 12 Uhr das Grünkohlgericht zu den Haushalten. Der gesamte Ablauf lief wie am Schnürchen. Dies ist auch Andreas Kranz und seinem Team vom Ellerhof zu verdanken, welches am Sonntagmorgen schon um acht Uhr in der Küche stand und das traditionelle Gericht zubereitete. „Auch am Samstag haben wir schon viel vorbereitet und Kartoffeln geschält und Grünkohl geputzt“, erzählte Kranz. Die gesamte Mannschaft vom Ellerhof hat mitgeholfen, und so lief am Sonntagmorgen alles wie am Fließband: das Befüllen der Teller, das Verpacken und Verteilen der Teller in die entsprechenden Catering-Boxen. „Normalerweise könnten wir sonntags nicht solch eine Mammutaufgabe bewältigen, aber wegen Corona haben wir jetzt Luft, haben gerne die Ärmel hochgekrempelt und dazu beigetragen, dass auch in diesem Jahr die Tradition des Grünkohlessens fortgeführt werden kann. Organisation ist dabei alles“, bekräftigte der Gastronom nach dem Stress der letzten Stunde. Die 251 bestellten Essen wurden auf 15 Boxen verteilt, die freiwillige Fahrer in die Stadt Merzig und die Stadtteile lieferten. Der Zeitplan wurde genau eingehalten, und so hatte jeder Haushalt zwischen 12.15 und 13 Uhr sein Grünkohlgericht auf dem Tisch. Auch Bürgermeister Marcus Hoffeld ließ es sich nicht nehmen, bestelltes Essen auszufahren. Frank Wagner dankte den freiwilligen Fahrern für ihre Hilfe und betonte, dass mit dieser Aktion die Tradition des Grünkohlessens nicht ausfallen musste. Die große Resonanz zeige, dass die Bevölkerung dankbar ist, dass bestimmte Dinge einfach Bestand haben müssen – egal wie die Umstände sind.