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Merzig
2,35 Millionen Euro für attraktiveren Wolfspark

40 Jahre Wolfspark Werner Freund: Zum Jubiläum wurde das Terrain nach Umbauarbeiten wieder eröffnet. Unser Foto zeigt Bürgermeister Marcus Hoffeld (v.r.) mit Birgit Freiheit, Heike Finke vom Nabu, Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger mit Sohn Paul und Ulrich Heintz vom Nabu .
40 Jahre Wolfspark Werner Freund: Zum Jubiläum wurde das Terrain nach Umbauarbeiten wieder eröffnet. Unser Foto zeigt Bürgermeister Marcus Hoffeld (v.r.) mit Birgit Freiheit, Heike Finke vom Nabu, Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger mit Sohn Paul und Ulrich Heintz vom Nabu . FOTO: Ruppenthal
Homburg/Merzig. Mit einer „Woche der Wölfe“ hat die Stadt Merzig nach Umbauarbeiten den Wolfspark „Werner Freund“ wieder eröffnet.

Wölfe sind in unserer Region nahezu ausgerottet. Doch das Erlebnis, Wölfe in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten, ist möglich – im Merziger Kammerforst. In dem Waldgebiet nahe der Stadt leben rund 20 der Tiere in großzügigen Freigehegen.


Den Grundstein für dieses Projekt legte der 2014 verstorbene Werner Freund, ein Verhaltensforscher von internationalem Rang, 1977 mit dem ersten Gehege. Freund hatte es sich zur Lebensaufgabe gemacht, das Bild der Wölfe zurecht zu rücken. In dem Park studierte er das Verhalten der Tiere von klein auf: Alle Wölfe, die hier leben, kamen als Welpen nach Merzig und wurden „auf wölfische Art“ aufgezogen – von Werner Freund, seiner Frau und Tatjana Schneider, die seit 1993 an der Seite von Freund arbeitete und nach seinem Tod den Wolfspark in seinem Sinne weiterführt.

Die Kreisstadt Merzig hat den Wolfspark Werner Freund mit finanzieller Unterstützung durch das Land in den vergangenen Jahren in drei Bauabschnitten umfassend umgebaut. Als „Stadt der Wölfe“ verfüge Merzig mit dem Wolfspark, so Bürgermeister Markus Hoffeld, über eine einzigartige touristische Attraktion. „Unser Wolfspark ist ein wahrer Besuchermagnet und wird pro Jahr von etwa 100 000 Touristen aus allen Teilen der Welt aufgesucht“, sagte er.



Zum 40-jährigen Bestehen des Parks würdigte Hoffeld die Forschungsarbeit von Freund. Als Gründer, Initiator und Motor des Merziger Wolfsparks habe er sich bis zu seinem Tode über Jahrzehnte intensiv mit Wölfen beschäftigt, sie aufgezogen und als „Wolf unter Wölfen“ gelebt. „Sein Erbe zu bewahren und die für sich sprechenden jährlich steigenden Besucherzahlen haben die Kreisstadt Merzig dazu bewogen, den Wolfspark stetig weiter als touristische Attraktion auszubauen“, unterstrich der Verwaltungschef und würdigte die Arbeit von Tatjana Schneider und ihrem Kollegen Michael Schönberger.

In den vergangenen Jahren hat die Kreisstadt alle Gehege im Süd- und Nordareal, inklusive der Umzäunung, komplett umgebaut und deren Fläche mehr als verdoppelt. Alle Gehege erhielten Ausweich- beziehungsweise Notgehege. Die Wege wurden komplett instand gesetzt. Zur Unterhaltung der Gehege und zur Pflege der Tiere wurden neue Betriebswege und Futtergänge geschaffen. Die Strom- und Wasserversorgung wurde neu angelegt. Ein weiterer Baustein: mehrere Aussichtsstürme, die es den Besuchern nunmehr ermöglichen, die Tiere noch besser zu beobachten.

Im Rahmen des dritten Bauabschnitts wurde der 2,35 Meter hohe Außenzaun um den gesamten Park über eine Länge von mehr als zwei Kilometern mit einem Untergrabschutz versehen.

Ferner wurden für das Team, das im Auftrag der Stadt arbeitet, neue Personalräume geschaffen. Zum Team zählen Tatjana Schneider und Michael Schönberger, eine weitere Vollzeit- und eine Teilzeitkraft. Die Zufahrtsstraße zum Wolfspark sowie der Parkplatz wurden erneuert. Am Parkplatz wurde eine Bushaltestelle angelegt. Die Beschilderung im Park wurde verbessert, neue Infotafeln wurden angebracht. Durch die Tourismusförderung wurde im Rahmen des „Leader“-Programms der Bau eines Eingangs- und Informationsgebäudes ermöglicht.

Die Gesamtkosten aller drei Bauabschnitte belaufen sich auf rund 2,35 Millionen Euro. Den Großteil der Kosten übernahm das saarländische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr aus Mitteln der Tourismusförderung mit 1,566 Millionen Euro, rund zwei Drittel der Gesamtkosten.

„Der Wolfspark ist bundesweit einzigartig und ein wichtiges Aushängeschild für den saarländischen Tourismus“, betonte Ministerin Anke Rehlinger. Der Wolfspark ist nach ihren Worten ein positives Stück Heimat und ein wichtiger Werbefaktor für das Saarland. Nun gelte es, die dazugehörige Infrastruktur, insbesondere die Gastronomie im Umfeld, weiterzuentwickeln. „Der Wolfspark in Merzig leistet mit seinem modernen Informationszentrum einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung der Bevölkerung“, sagte Umweltstaatssekretär Roland Krämer.

Trotz der maßgeblichen Aufwertung des Wolfsparks wird die Kreisstadt auch in Zukunft auf Eintrittsgeld verzichten. Auch die von Freund eingeführten Besuchervorträge und Schaufütterungen sollen beibehalten werden.

Zum Abschluss der Eröffnung unterzeichneten Bürgermeister Hoffeld und Heike Finke vom Nabu-Bundesvorstand einen Kooperationsvertrag, nachdem sie über die Aktivitäten des Nabu zum Schutze des Wolfes informiert hatte.