Merzig-Wadern: Wie man sich vor einem plötzlichen Herztod schützen kann

Bundesweite Herzwochen : Was tun, wenn plötzlich das Herz stillsteht?

Anlässlich der bundesweiten Herzwochen gibt es bei Veranstaltungen in Weiskirchen und Merzig Infos zum plötzlichen Herztod.

Unter dem Titel „Bedrohliche Herzrhythmus­störungen: Wie schütze ich mich vor dem plötzlichen Herztod?“ stehen die bundesweiten Herzwochen. Diese beginnen an diesem Freitag, 1. November, und dauern bis Samstag, 30. November. Über 1000 Veranstaltungen zum Herzen gibt es in diesem Zeitraum in ganz Deutschland, darunter auch einige im Landkreis Merzig-Wadern.

Eine Informationsveranstaltung zum diesjährigen Thema gibt es am Donnerstag, 7. November, in der Klinik für Innere Medizin der Hochwald-Kliniken in Weiskirchen, Am Kurzentrum. Beginn ist an diesem Tag um 16.30 Uhr.

Ebenfalls eine Veranstaltung im Rahmen der Herzwochen gibt es in Merzig. Diese beginnt am Mittwoch, 13. November, um 17 Uhr im Casino des SHG-Klinikums, Trierer Straße 148.

Jedes Jahr sterben in Deutschland mindestens 65 000 Menschen am plötzlichen Herztod, wahrscheinlich sind es viel mehr. „Das müsste nicht sein. Der plötzliche Herztod ist in aller Regel kein schicksalhaftes Ereignis, von dem es kein Entkommen gibt“, betont der Herzspezialist und Notfallmediziner Dietrich Andresen, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Unmittelbar eingeleitet wird der plötzliche Herztod nahezu immer durch bösartige Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern), die innerhalb weniger Sekunden zum Herzstillstand führen: Das Herz hört auf zu schlagen, der Blutdruck sinkt auf Null. Der Patient verspürt nach vier Sekunden eine Leere im Kopf. Nach acht Sekunden bricht er bewusstlos zusammen. Nach zwei bis drei Minuten hört er auf zu atmen. Nach zehn Minuten sind Wiederbelebungsmaßnahmen in aller Regel erfolglos. Nur ein kleiner Prozentsatz überlebt den Herzstillstand durch eine erfolgreiche Reanimation.

In Deutschland beginnen die Herzwochen. Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Wer ist gefährdet? Die häufigste zugrundeliegende Erkrankung ist die koronare Herzkrankheit (KHK). Autopsien bei plötzlich Verstorbenen haben laut Herzstiftung eine Häufigkeit der KHK von bis zu 75 Prozent ergeben. Sie wiederum ist verursacht durch Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen (hohes Cholesterin). Auch die Genetik und ein ungesunder Lebensstil durch Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel und Drogenkonsum spielen eine Rolle.

Ursachen des plötzlichen Herztods können darüber hinaus auch Herzmuskelerkrankungen, seltene Herzklappenerkrankungen sowie angeborene Herzfehler sein. „Die beste Strategie ist es, Herzerkrankungen – allen voran die KHK – frühzeitig zu erkennen und zu behandeln“, erläutert Andresen und betont: „Wenn wir es fertig bringen, durch konsequente Aufklärung und nachhaltige präventive Maßnahmen die koronare Herzkrankheit zu reduzieren, dann wird der plötzliche Herztod vieles von seinem Schrecken verlieren.“

Patienten mit einem plötzlichen Herzkreislaufstillstand haben nur eine Chance zu überleben, wenn Zeugen vor Ort sind, die das Geschehen beobachten, richtig einschätzen und nach Alarmierung der Notrufnummer (112) mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen. Die gute Nachricht: Entsprechend einer eigenen Untersuchung werden 60 bis 70 Prozent der Herzstillstände beobachtet, von den Zeugen als Notfall richtig erkannt und es wird auch die Notruf-Nummer 112 alarmiert. Die schlechte Nachricht: Nicht einmal die Hälfte der Zeugen beginnt nach Absetzung des Notrufes mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Die Mehrheit bleibt untätig.

Der Grund dafür ist oft Verunsicherung und vor allem die Angst, etwas falsch zu machen. Dabei gilt: Ohne eine Erstversorgung durch Zeugen – zumeist medizinische Laien – hat ein Patient mit einem Herzkreislaufstillstand kaum eine Chance, erfolgreich wiederbelebt zu werden. „Jeder Erwachsene sollte in der Lage sein, einen Herzkreislaufstillstand zu erkennen und die notwendigen Schritte zur Rettung der Person einzuleiten“, betont Andresen.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Weitere Infos gibt es unter Telefon (0 69) 9 55 12 84 00 und auf der Internetseite der Deutschen Herzstiftung.

www.herzstiftung.de

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