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Merzig-Wadern: Fastnacht bedeutet keine Auszeit für den Jugendschutz

Landkreis kündigt verstärkte Kontrollen an : Fastnacht bedeutet keine Auszeit für den Jugendschutz

Der Landkreis Merzig-Wadern erinnert an die Regeln für den Ausschank von alkoholischen Getränken und den Zutritt zu Veranstaltungen.

Der Countdown für die fünfte Jahreszeit läuft, die Kappensitzungen sind bereits in vollem Gange. Groß und Klein fiebern den Umzügen und Veranstaltungen an den tollen Tagen entgegen. Natürlich wollen sich auch die Kinder und Jugendlichen austoben und ihren Spaß haben.

„Der Trend der letzten Jahre zeigt jedoch, dass es an Fastnachtsveranstaltungen immer häufiger zu einem frühen Alkoholmissbrauch von Kindern und Jugendlichen kommt“, stellt der Landkreis Merzig-Wadern in einer Pressemitteilung fest. Dies geschehe laut Landkreis nicht zuletzt deshalb, weil viele Erwachsene aus falsch verstandener Großzügigkeit den Alkoholkonsum dulden oder sogar durch unüberlegte Abgabe an Minderjährige aktiv fördern würden. Doch gerade junge Menschen könnten die Wirkung von Alkohol oft nicht richtig einschätzen, was nicht selten zu ernsten gesundheitlichen Schäden führe.

Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich appelliert daher an Eltern, Gewerbetreibende und die Jugendlichen selbst: „Wenn bei den Umzügen Freibier und Schnäpse angeboten werden, ist es Ehrensache, dass Alkohol generell nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren gehört und Hochprozentiges grundsätzlich nicht an Jugendliche unter 18 abgegeben wird. Außerdem sollten auch antialkoholische Getränke kostenfrei ausgeschenkt werden.“

Die Altersbeschränkungen bei Tanzveranstaltungen dulden ebenfalls keine Auszeit im Jugendschutz. Allgemein gilt, dass der Zutritt für Jugendliche erst ab 16 Jahren möglich ist, nach 24 Uhr nur noch ab 18 Jahren. In Begleitung einer personensorgeberechtigten oder erziehungsbeauftragten Person werden die Altersgrenzen aufgehoben. Erziehungsbeauftragte Personen sind Volljährige, die das Kind oder den Jugendlichen im Auftrag der Eltern begleiten und tatsächlich die Aufsichtspflicht übernehmen.

„Eltern oder Erziehungsberechtigte sollten sich die Zeit nehmen, frühzeitig mit ihren Kindern über diese Themen zu reden und vernünftige Vereinbarungen zu treffen“, meint Schlegel-Friedrich. Veranstalter sollten ihre Verantwortlichen im Vorfeld informieren und Absprachen treffen, damit es zu einer wirkungsvollen Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen kommt. Bei öffentlichen Faschingsveranstaltungen werden laut Landkreis verstärkt Kontrollen durchgeführt.

Das Jugendtaxi des Landkreises Merzig-Wadern bietet jungen Menschen zwischen 14 und 23 Jahren die Möglichkeit, an allen Fastnachtstagen kostengünstig und sicher von Veranstaltungen nach Hause zu kommen. Informationen zum Jugendschutz sind für Veranstalter kostenlos beim Kreisjugendamt erhältlich. Weitere Informationen gibt Klaus Neusius, Kreisjugendamt Merzig-Wadern, Tel. (0 68 61) 8 02 39.