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Merzig-Wadern: Die „Große Prinzesskirsche“ ist Streuobstsorte des Jahres

Obst- und Gartenbauvereine : Leuchtend rote Prinzessin mit feiner Säure

Die „Große Prinzesskirsche“ ist vom Verband der Gartenbauvereine zur Streuobstsorte des Jahres gewählt worden.

Der Arbeitskreis „Obstsorten“ im Verband der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz hat die „Große Prinzesskirsche“ zur Streuobstsorte des Jahres 2020 für das Verbandsgebiet benannt. Dies teilt die aus Erbringen stammende Geschäftsführerin des Verbandes der Gartenbauvereine, Monika Lambert-Debong, mit.

Mit der Streuobstsorte des Jahres soll laut Verband auf die ökologisch wertvollen Obstwiesen aufmerksam gemacht werden. So soll für Pflege und Erhaltung eines wichtigen und zugleich schönen Lebensraums geworben werden. Obstwiesen und die darauf befindlichen Obstsorten brauchen Aufmerksamkeit.

Die „Große Prinzesskirsche“ zählt zu den Korpelkirschen. Vermutlich aus Holland stammend, wurde sie Ende des 18. Jahrhunderts im gesamten deutschsprachigen Raum verbreitet. Sie ist auch heute noch auf vielen alten Streuobstwiesen zu finden. Sie ist zudem unter den Namen Große Prinzessin, Napoleonskirsche oder Kaiserkirsche bekannt. Man kennt aber noch viele weitere Synonyme.

Der Baum wächst meist mittelstark und bildet eine breit pyramidale Krone. Foto: Verband der Gartenbauvereine/Hans-J. Bannier

Die Früchte sind breitherzförmig bis rundherzförmig und sehr groß, fest und saftig, leicht gelb mit einer leuchtenden roten Deckfarbe. Ernten kann man nach Worten des Verbandes bei entsprechendem Witterungsverlauf ab Ende Juni/Anfang Juli (vierte Kirschwoche). Die Erträge sind laut Lambert-Debong regelmäßig und hoch.

Die Kirsche ist aufgrund ihres guten Geschmacks – aromatisch, süß mit feiner Säure – als Tafelkirsche geeignet. Ihr Saft ist nur wenig gefärbt bis farblos. Sie gehört zu den sauersten Süßkirschensorten, bleibt beim Kochen hart und wird dabei noch etwas saurer. Geeignet ist die „Große Prinzesskirsche“ für Kompott, Mehlspeisen, zum Dörren, für Saft und Likör. Transport und Lagerfähigkeit der Kirsche sind besonders gut. Die Früchte sind am Baum etwas windempfindlich und platzen leicht.

Die Blüte zeigt sich mittelfrüh und hält lang an. Foto: Verband der Gartenbauvereine/Hans-J. Bannier Foto: Verband der Gartenbauvereine/Hans-J. Bannier

„Der Baum stellt an Klima und Boden keine besonderen Ansprüche, ist also allgemein anbaufähig. Wärmere Lagen und durchlässige, nährstoffreiche Böden bevorzugt er“, erklärt Expertin Lambert-Debong. Die „Große Prinzesskirsche“ ist darüber hinaus ein guter Pollenspender. Die Sorte ist selbststeril (auf Fremdbefruchtung angewiesen) und braucht einen Befruchtungspartner. „Geeignet sind die ‚Hedelfinger Riesenkirsche’, ‚Früheste der Mark’, ‚Schneiders späte Knorpelkirsche’ und ‚Dönissens gelbe Knorpelkirsche’. Für den Anbau auf extensiv bewirtschafteten Obstwiesen ist die Sorte bestens geeignet“, sagt Lambert-Debong weiter.

Der mittelstark bis stark, aufrecht breit pyramidal wachsende Baum ist robust. Gelegentlich bereiten Fruchtfäule und Gummifluss Probleme, insbesondere auf schweren, nassen Böden.