1. Saarland
  2. Merzig-Wadern

Merzig-Wadern: Die Energiebilanz von Dämmstoffen ist am Ende positiv

Merzig-Wadern : „Energiebilanz von Dämmstoffen ist am Ende immer positiv“

„Dämmung braucht mehr Energie zur Herstellung, als sie später einspart“. So verbreitet diese Behauptung ist, so falsch ist sie auch. „Richtig ist, dass Dämmstoffe unterschiedlich viel Primärenergie bei der Herstellung benötigen“, erläutert Reinhard Schneeweiß, Architekt und Energieberater der Verbraucherzentrale.

„Richtig ist aber auch, dass jeder Dämmstoff während seiner Nutzungszeit deutlich mehr Energie einspart als er zur Produktion verbraucht hat“, stellt Schneeweiß klar.

Zellulose als Dämmstoff benötigt etwa 10 bis 60 Kilowattstunden pro Kubikmeter Dämmstoff. „Das bedeutet, dass eine nach Neubaustandard gedämmte Wand bereits nach acht Monaten den Energieaufwand der Produktion wieder eingespart hat“, rechnet der Experte vor. Für andere Dämm-Materialien ist der Aufwand für die Produktion größer. So verlängert sich der Zeitraum bei Spezialdämmstoffen deutlich bis auf mehrere Jahre.

Vor diesem Hintergrund ist es nach den Worten von Reinhard Schneeweiß sinnvoll, Spezialdämmstoffe auch nur dort einzusetzen, wo sie unverzichtbar sind, zum Beispiel bei niedrigen Aufbauten von Balkondämmungen. Da die üblichen Renovierungszyklen zwischen 30 und 50 Jahren liegen, ist auch bei Dämmstoffen mit hohem Energieaufwand zur Herstellung die Gesamtenergiebilanz positiv. Damit spart jeder Dämmstoff bei jeder Dämmqualität deutlich mehr Energie ein, als er zur Produktion verbraucht hat.

Wer Wert auf kurze energetische Amortisationszeiten legt, dem sei zu Dämmung aus nachwachsenden Rohstoffen geraten. Schneeweiß hebt hervor, dass der Primärenergie-Aufwand zur Herstellung der Dämm-Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen meist sehr gering ist. So liegt die energetische Amortisation für eine Dämmung aus Hanf, Kokos oder Schafwolle bei weniger als sechs Monaten. Haben Dämmstoffe ein höheres Gewicht und eine bessere Speicherkapazität, so beeinflussen sie den sommerlichen Wärmeschutz zusätzlich positiv.

Welche Dämm-Materialien am Markt sind und welche Besonderheiten beim Einbau beachtet werden sollen, darüber informiert die Energieberatung der Verbraucherzentrale, teilte Schneeweiß weiter mit.

In Merzig finden die Beratungen in der Verbraucherberatungsstelle, Am Gaswerk 10 (gegenüber Stadtwerke), statt. Anmeldungen sind unter der Telefonnummer (0 68 61) 54 44 oder unter der Telefonnummer (06 81) 50 089 15 möglich. Weitere Informationen zur Energieberatung gibt es im Internet:

www.verbraucherzentrale-
energieberatung.de