Merzig-Wadern: Der Eichenprozessionsspinner hat alle Kommunen befallen

Merzig-Wadern : Giftige Raupen breiten sich im Kreis aus

In allen Kommunen Merzig-Waderns sind Eichenprozessionsspinner entdeckt worden. Bei Kontakt mit den Tieren drohen allergische Reaktionen.

Jetzt beginnt wieder die Saison des Eichenprozessionsspinners. Die Haare der Schmetterlingsraupen lösen bei Mensch und Tier allergische Reaktionen aus und stellen daher ein Gesundheitsrisiko dar. Auch im Grünen Kreis sind die Tiere in den Sommermonaten vermehrt anzutreffen. So auch in diesem Jahr wieder: In den Städten und Gemeinden des Kreises wurden die Raupen in jüngster Zeit bereits an zahlreichen Stellen gesichtet und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet, wie die Rathäuser gegenüber unserer Zeitung versicherten.

Wer ein Raupennest entdeckt, sollte es der Gemeinde beziehungsweise der Stadt melden. Jedoch können die Nester des Eichenprozessionsspinners leicht mit den Nestern der Gespinstraupe verwechselt werden, wie der Bauhof der Gemeinde Beckingen erklärt. Grundsätzlich gelte: Wenn die Raupen nicht auf einer Eiche gesichtet werden, dann handele es sich sehr wahrscheinlich nicht um Eichenprozessionsspinner. In jedem Fall sei es ratsam, Abstand von den Nestern zu halten und diese nicht zu berühren.

Im Einzelnen sieht die Lage im Kreis folgendermaßen aus:

Merzig Nach Angaben der Stadtverwaltung wurde der erste Befall mit den Raupen in der Kreisstadt in diesem Jahr am 22. Mai gemeldet. In Besseringen seien Eichen auf zwei Spielplätzen, Zum Lindscheid und Eschenwege entdeckt worden, ebenso auf Anlagen am Kreimertsberg und Im Saum. In der Kernstadt wurden die Raupen an Grünanlagen im Sport- und Freizeitpark, Stadtpark, an der Grünanlage in Hilbringen/Seitert, nahe dem SOS-Kinderdorf und am Friedhof in der Propsteistraße entdeckt. In Büdingen hab es Raupenbefall am Spielplatz Saargau, in Bietzen an der Schutzhütte und auf dem Bietzerberger-Wanderweg gesichtet. In Schwemlingen seien die Raupen bei der Schutzhütte, Verbindungsweg von Haardter Weg zum Recherweg, und in Brotdorf auf einem Feldweg Am Eisenborn gemeldet.

Wird ein Befall gemeldet, werden betroffene Bäume nach Angaben der Stadt Merzig vom Gärtnermeister des Merziger Baubetriebshofes kontrolliert. Finden sich dort tatsächlich Eichenprozessionsspinner-Raupen, werde der Bereich abgesichert und ein Warnschild angebracht. „Anschließend werden externe Fachfirmen mit der Beseitigung beauftragt“, teilt Stadt-Pressesprecher Stephan Fandel mit. Dabei werden die Raupen samt Gespinste abgesaugt und entsorgt. Alle oben genannten Standorte in der Kreisstadt seien bereits bereinigt worden.

Wadern Nach Angaben der Ortspolizeibehörde gab es im Gebiet der Stadt Wadern bislang vier Fälle von Eichenprozessionsspinner-Befall, drei auf Privatgrundstücken und eine an einem Feldweg. Die betroffenen Eichen seien abgesperrt und markiert worden. Da die Raupen an diesen Stellen jedoch keine direkte Gefahr darstellen, sei es bislang nicht notwendig gewesen, die Nester zu entsorgen. Im vergangenen Jahr sei der Befall stärker gewesen, doch die Stadt Wadern sei vorbereitet, falls Eichenprozessionsspinner in größeren Zahlen auftauchen sollten. Dann würden Fachfirmen beauftragt, die Raupen zu entsorgen.

Losheim am See Laut Werner Ludwig vom Gesundheitsamt der Gemeinde Losheim am See sind in der Stauseegemeinde bislang nur wenige, vereinzelte Fälle von Eichenprozessionsspinner-Befall festgestellt worden. In der Regel werde die Gemeinde durch Bürger auf einen möglichen Befall hingewiesen. In Losheim am See seien bislang keine Raupen an sensiblen Stellen, etwa in der Nähe von Schulen und Kindergärten oder an Wanderwegen aufgetaucht. Betroffene Stellen würden abgesperrt oder die Raupennester von externen Firmen entfernt.

Weiskirchen Laut Forstamt gibt es bisher nur vereinzelte Fälle von Eichenprozessionsspinner-Befall in der Hochwaldgemeinde, bislang jedoch nicht an stark frequentierten Stellen. Je nach Lage des betroffenen Baums und der Größe des Nestes würden betroffene Stellen abgesperrt oder aber die Raupen direkt entsorgt. Bislang gehe an keiner der Stellen eine Gefahr für den Menschen aus. Laut dem Bauhof der Gemeinde sei es jedoch noch zu früh, um zu beurteilen, wie schlimm der Befall in diesem Jahr aussehe, da die Temperaturen im Hochwald stets niedriger seien als im Rest des Saarlandes.

Mettlach In Mettlach seien bislang an einigen wenigen Stellen Eichenprozessionsspinner-Raupen gefunden worden, erklärt Bürgermeister Daniel Kiefer, darunter eine Stelle am Cloef-Atrium. Besucher hätten die Gemeinde auf die befallenen Bäume aufmerksam gemacht. Die Stellen würden abgesperrt und die Raupen fachgerecht von externen Firmen entsorgt.

Hier ist die Raupe schon entdeckt worden: vom Eichenprozessionsspinner befallene Bäume an der L 157 bei Saarfels. Foto: Ruppenthal
Die feinen Brennhaare der Schmetterlingsraupe können bei  Mensch und Tier allergische Reaktionen hervorrufen. Foto: dpa/Patrick Pleul

Beckingen In der Gemeinde seien Nester des Eichenprozessionsspinners an mehreren Stellen entdeckt worden, so der Bauhof Beckingen. Diese Stellen seien abgesperrt worden und eine Firma sei bereits mit der Entsorgung beauftragt worden.

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