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Merzig: Schock im Wolfspark Werner Freund – 5 Monate alter Wolf tot

Trauer im Wolfspark Werner Freund : Schock im Merziger Wolfspark - Fünf Monate alte Polarwölfin tot im Gehege aufgefunden

Die Freude im Merziger Wolfspark über den ersten Nachwuchs nach fast zehn Jahren war dieses Jahr groß. Umso größer ist jetzt die Trauer über den plötzlichen Tod der jungen Polarwölfin Anyu. Am Donnerstag hat der Park darüber berichtet, wie die anderen Wölfe jetzt trauern.

„Leere. Schock. Unbegreiflichkeit.“ Mit diesen drei Worten beschrieben die Betreiber des Werner Freund Wolfsparks, Michael Schönberger und Tatjana Schneider, am Dienstagmorgen auf Facebook ihre Gefühlslage. Der Grund: Fünf Monate nach ihrer Geburt fanden die beiden vor einigen Tagen die Polarwölfin Anyu tot in ihrem Gehege. Ohne Verletzungen und jegliche Anzeichen für ihre Todesursache.

Bei einem alten Wolf könne man sich mehr oder weniger auf den Tod einstellen und sich an viele gemeinsame Jahre erinnern. Bei Anyu habe man diese erst vor sich gehabt. „Ihr Tod ist so sinnlos“, schreiben die Betreiber trauernd.

Die Wölfe seien ihrer Kinder, sie zusammen im Park eine große Familie. Umso schwieriger sei daher jetzt der Verlust der kleinen Polarwölfin zu verkraften. Die Trauer sei auch den anderen Wölfen anzumerken. Anyus Schwester Nova habe sich nach dem Tod verändert: „Wir versuchen sie zu trösten und uns gemeinsam wieder aufzubauen“, versprachen die Betreiber am Dienstag.

Nach Hunderten Reaktionen auf den Post am Dienstag meldeten sich die Schönberger und Schneider am Donnerstag erneut über Facebook mit einem Update. Der Verlust von Anyu mache sich weiter vor allem bei ihrer Schwester Nova bemerkbar. Direkt nach dem Tod von Anyu hätten die Welpen nicht mehr miteinander gespielt, sondern sehr stark die Nähe der Menschen gesucht, um sich sicher zu fühlen.

Nova habe in den ersten Tagen außerdem alleine geheult und nach Anyu gerufen. Mittlerweile habe sich die Situation allerdings wieder verbessert - die Welpen spielen wieder und können dabei beobachtet werden, wie sie sich gegenseitig durch das Gehege jagen.

Die soziale Verbundenheit der Tiere sorgt für einen starken Familienverbund und dementsprechend ist der Verlust eines Familienmitglieds eine schwer wiegende Sache für alle anderen Familienmitglieder“, beschreiben die Betreiber die Situation. Aber: „Für unsere Welpen geht es im Moment Tag für Tag ein Stück aufwärts“, verbleiben Schönberger und Schneider hoffnungsvoll.

Tatjana Schneider hatte den Wolfspark von Parkgründer Werner Freund 2014 übernommen. Zuvor hatte sie mit dem Tierforscher seit 1993 zusammengearbeitet. Freund war durch sein Zusammenleben mit den Tieren international bekannt geworden. Der Wolfspark ist das Aushängeschild von Merzig. Im Jahr zählt er meistens zwischen 150 000 und 200 000 Besucher.